Der Geist ist wach, der Körper schläft

Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2020

Körper des Mädchen schläft noch, während ihr Geist bereits wach ist.
Bei der Schlafparalyse ist der Geist bereits wach, während der Körper sich nicht bewegen lässt.
© sezer66 / Shutterstock.com

Die Schlafparalyse, auch Schlaflähmung genannt, zählt wohl zu den unheimlichsten Phänomenen unseres Körpers. Dabei ist der Geist bereits wach, der Körper aber kann nicht bewegt werden.

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Ein guter Schlaf ist sowohl für die Gesundheit als auch das allgemeine Wohlbefinden absolut essentiell. Mängel gehen mit einem erhöhten Risiko für diverse psychische wie physische Krankheiten einher. Dennoch wenig Lust auf die tägliche Schäfchenstunde haben wohl jene Menschen, die regelmäßig von der Schlafparalyse betroffen sind. Bei diesem weit verbreiteten Phänomen ist man geistig bereits hellwach, während der Körper noch dahin schlummert.

  • Bei der Schlafparalyse ist der Geist wach, während der Körper noch schläft.
  • Die Schlaflähmung ist ein natürlicher Prozess, der in der REM-Phase unkontrollierte Körperbewegungen verhindern soll.
  • Läuft der Übergang von der REM-Phase zur Aufwachphase nicht korrekt ab, nimmt man die Schlaflähmung bewusst wahr.
  • Betroffenen ist es während der Schlafparalyse kaum möglich, sich zu bewegen.
  • Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus und Stress gelten als Risikofaktoren, gezielte Vorbeugungsmaßnahmen gibt es aber nicht.
Art Schlafstörung
Beschreibung fehlerhafter Übergang zwischen REM-Phase und Aufwachphase
Ursachen unbekannt
Risikofaktoren unregelmäßiger Schlafrhythmus, Stress, möglicherweise genetische Veranlagung
Symptome Körper lässt sich kaum bis gar nicht bewegen
Verlauf ungefährlich; mit dem endgültigen Aufwachen verschwinden die Symptome
Therapie Einrichten individueller Lösungen
Vorbeugung keine gezielten Maßnahmen; Vermeidung von Risikofaktoren

In der Folge wird das Gefühl, sich kaum bis gar nicht rühren zu können, bewusst erlebt. So ergibt sich auch die alternative Bezeichnung als Schlaflähmung, kleinste Bewegungen sind nur unter sehr großem Aufwand möglich. Wird man nicht von einem Wecker erlöst, dauert dieser Zustand unter Umständen sogar einige Zeit an. Heute geht man davon aus, dass die Schlafparalyse bis zu einer ganzen Stunde lang anhalten kann.

Biologisch gesehen ist die Schlafparalyse eigentlich ein natürlicher, sogar wichtiger Prozess. In der REM- oder Tiefschlafphase entstehen Träume und die können mitunter ganz schön intensiv sein. Damit wir die vermeintlich erlebten Aktionen nicht tatsächlich ausführen und fröhlich durchs Schlafzimmer spazieren, gibt es eben die Schlaflähmung. Sobald die REM-Phase endet und die Aufwachphase beginnt, sollte die Paralyse aufgehoben werden.

Wenn genau dieser Vorgang aber nicht astrein funktioniert, erleben wir die Lähmung bei wachem Verstand. Die Forschung zu diesem Thema wurde erst in den letzten Jahren vorangetrieben, bekannt ist das Phänomen aber bereits sehr lange. Frühere Kulturen vermuteten Dämonen oder persönliche Verfehlungen als Auslöser, auch heute noch ist die Schlafparalyse Ursprung vieler mysteriöser Erzählungen.

Der Zustand lässt sich weder bewusst provozieren noch gezielt vermeiden. Ärzte vermuten eine genetische Veranlagung, die den Zustand begünstigen könnte. Dennoch als Risikofaktoren zu nennen sind ein unregelmäßiger Schlafrhythmus sowie starker Stress. Klassisch ist unter anderem auch das Auftreten bei einem spontanen Mittagsschläfchen. Wirklich wehren kann man sich leider nicht, ein paar Tricks machen den Umstand aber erträglicher.

Da die Nase nach wie vor kontrollierbar ist, können Sie sich auf eine ruhige Atmung konzentrieren und rutschen so mit etwas Glück wieder in die Tiefschlafphase. Wer oft betroffen ist, sollte gerade vor einem kurzen Mittagsschläfchen Vorbereitungen treffen. Entweder Sie stellen einen Wecker oder machen sich im Vorhinein mit einem anwesenden Mitmenschen aus, dass Sie diesen mit bewusst übertriebener Atmung durch die Nase alarmieren.

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Zuletzt aktualisiert:

28. Mai 2020

Erstellt am:

18. November 2016

Stand der medizinischen Information:

28. Mai 2020


Quellen:

„Parasomnias“ von J. Fleetham und J. Fleming. In: CMAJ, 2014. (28.05.2020)

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