Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Auge einer älteren Frau mit Makuladegeneration
Im fortgeschrittenen Alter kann es zu einer Makuladegeneration kommen.
© Axel Bueckert / Shutterstock.com

Regelmäßige Kontrollen und ein rascher Behandlungsbeginn können den Krankheitsverlauf der altersabhängigen Makuladegeneration hinauszögern.

Medizinische Expertise
Ali Abri

Prim. Dr. Ali Abri

Leiter der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie, Klinikum Wels-Grieskirchen

www.klinikum-wegr.at

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Inhaltsverzeichnis

Neben der Katarakt und dem Glaukom ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) eine der drei Haupterkrankungen, durch welche das Auge im Alter am häufigsten betroffen ist. Wie kann man die Anzeichen der AMD erkennen und sie optimal behandeln?

  • Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in Industrieländern die häufigste Ursache für eine Erblindung nach dem 50. Lebensjahr. In Österreich sind ca. 200.000 Menschen betroffen.
  • Die Makula ist im Auge die Stelle des schärfsten Sehens. Abbauprodukte lagern sich verstärkt dort ab, es kommt zu Schädigungen. Risikofaktoren sind unter anderem hohes Alter und Rauchen.
  • Ein Selbsttest mit dem Amsler-Gitter macht rasch klar, ob Verdacht auf eine AMD besteht.
  • Die altersbedingte Makuladegeneration ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Voraussetzung ist eine frühzeitige Diagnose, weshalb regelmäßige Besuche beim Augenarzt wichtig sind.

In Österreich sind derzeit rund 200.000 Menschen von der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) betroffen. Die AMD ist die Hauptursache der Erblindung bei über Fünfzigjährigen in den Industrienationen.

Video: Die häufigsten Augenerkrankungen im Alter: Diabetes, Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) und Gefäßverschlüsse am Auge

Dr. Axel Kummer (Facharzt für Augenheilkunde und Optiometrie) hat über Augenprobleme gesprochen, die im Alter besonders häufig auftreten. Neben der altersbedingten Makuladegeneration liegt auch ein Schwerpunkt auf die Auswirkung eines Diabetes mellitus auf die Sehkraft. (Webinar, 20.1.2021)

Abbauprodukte des Sehprozesses lagern sich verstärkt in der Makula (der Stelle des schärfsten Sehens) ab und schädigen diese. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer AMD ist das Alter, darüber hinaus spielen genetische Faktoren, Rauchen und UV-Exposition eine Rolle. Man unterscheidet die "trockene" Form der AMD von der "feuchten" Form. Bei der trockenen AMD zeigen sich vor allem die abgelagerten Abbauprodukte des Sehstoffwechsels sowie, in fortgeschrittenen Fällen, eine Verdünnung der zentralen Netzhaut. Bei der feuchten Form kommt es zu Gefäßneubildungen, die über eine erhöhte Durchlässigkeit zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Netzhaut führen.

Zu den Anzeichen der AMD zählen verschwommenes Sehen, Probleme beim Lesen, Farben erscheinen blasser, gerade Linien werden wellenförmig gesehen. Bei fortgeschrittener Erkrankung wird im Zentrum des Gesichtsfeldes ein leerer oder grauer Fleck wahrgenommen. Dies kann zum Beispiel auch mit dem sogenannten Amsler-Gitter selbst getestet werden.

Klicken Sie auf das Amsler-Gitter rechts bei heller Beleuchtung und betrachten Sie es mit einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern, falls vorhanden mit Lesebrille! Decken Sie ein Auge mit der Hand ab, fixieren Sie mit dem anderen Auge den schwarzen Punkt in der Mitte! Falls Folgendes auftritt, konsultieren Sie bitte Ihren Augenarzt:

  • der Punkt in der Mitte ist nicht zu sehen
  • Sie sehen Löcher oder graue Schleier
  • dunkle oder verschwommene Stellen treten auf
  • die Kästchen sind unterschiedlich groß
  • Sie sehen verbogene oder verzerrte Linien

Es erfolgt eine Untersuchung des Augenhintergrundes an der Spaltlampe nach Pupillenerweiterung. Hier können die typischen Veränderungen bei AMD wie Drusen, Flüssigkeitsansammlung oder Blutungen im Sehzentrum gesehen werden. Darüber hinaus wird eine Schichtbildaufnahme der Netzhaut, die sogenannte OCT, durchgeführt. In speziellen Fällen ist eine Angiographie der Netzhaut erforderlich; hierfür wird ein Farbstoff über die Vene verabreicht um die Gefäße des Augenhintergrundes darzustellen.

Von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Behandlung der AMD sind eine frühzeitige Diagnosestellung und Therapiebeginn; deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen erforderlich.

Die AMD kann heute leider noch nicht geheilt werden. Bei der trockenen Form wird weltweit an mehreren Wirkstoffen geforscht. Diese sind jedoch bisher noch nicht für die Behandlung am Menschen zugelassen. Bei der feuchten Form kann durch die Injektion von Medikamenten in den Glaskörperraum (intravitreale operative Medikamenteneingabe) die Sehkraft in vielen Fällen stabilisiert oder sogar verbessert und der Verlauf der Erkrankung verlangsamt werden.

Zur Vorbeugung der AMD wird empfohlen auf das Rauchen zu verzichten, einen Bluthochdruck gut einzustellen und bei starker UV-Strahlung eine Sonnenbrille zu tragen. Darüber hinaus ist eine gesunde Ernährung mit Antioxidantien und Vitaminen z. B. eine mediterrane Diät mit viel Obst und Gemüse empfohlen. Ihr Augenarzt kann Ihnen sagen, ob die Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln für Sie sinnvoll ist.

Autor:in:
Medizinisches Review:
Erstellt am:

6. Mai 2019

Stand der medizinischen Information:

6. Mai 2019


Quellen:

Gesundheit.gv.at: Altersbedingte Makuladegeneration (06.05.2019)

Amboss: Altersbedingte Makuladegeneration (06.05.2019)

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