Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

Älterer Mann greift sich mit den Händen auf den Magen, weil er Schmerzen hat
Typische Symptome einer Gastritis sind Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Appetitlosigkeit.
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Die Magenschleimhaut dient als Schutzmantel der Magen-Innenwand. Ist diese entzündet und beschädigt, spricht man von einer Gastritis. Diese kann in akuter Form plötzlich auftreten oder sich über längere Zeit entwickeln.

Medizinische Expertise

Christoph Pümpel

Dr. Christoph Pümpel

Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Hepatologie
Webgasse 37/1/7/79, 1060 Wien
www.internist-in-wien.at
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Inhaltsverzeichnis

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Gastritis. Sie wird meist durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren ausgelöst, auch Bakterien oder eine fehlgesteuerte Immunreaktion können die Erkrankung verursachen. Während die chronische Gastritis oft ohne Beschwerden bleibt, ist die akute Form von Magenschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen geprägt. Nahrungskarenz und Medikamente, die die Produktion der Magensäure hemmen, führen bei akuter Gastritis schnell zu Besserung. Chronische Gastritis bedarf langfristiger Behandlung.

Zusammenfassung

  • Bei der Gastritis handelt es sich um eine Magenschleimhautentzündung, die meistens durch Bakterien, Medikamente oder Stress verursacht wird.
  • Bei der akuten Gastritis treten unter anderem Symptome wie Magenschmerzen, Sodbrennen oder Blähungen auf.
  • Die Diagnose wird mittels einer Magenspiegelung gestellt.
  • Wichtig ist es, auf eine magenschonende Ernährung zu achten und auf reizende Stoffe wie Kaffee oder Alkohol zu verzichten.

Gastritis im Überblick

Art Verdauungsstörung
Ursachen Schädigende Einflüsse wie Bakterien, Viren, Nebenwirkung von Medikamenten, Alkohol, falsche Ernährung oder Autoimmunerkrankung
Symptome u.a. Magen- und Rückenschmerzen, krampfartiges Druckgefühl im Bauch, Blähungen, Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen
Diagnose Anamnese, körperliche Untersuchung, Sonografie, Magenspiegelung, Helicobacter-Tests
Therapie Nahrungskarenz, Medikamente

FAQ (Häufige Fragen)

Welche Symptome treten bei Gastritis auf?

Eine akute Gastritis macht sich bemerkbar durch:

  • Magen-und Rückenschmerzen
  • Krampfartiges Druckgefühl in der Magengegend und im Oberbauch 
  • Appetitlosigkeit und Völlegefühl
  • Blähungen
  • Aufstoßen, dabei unangenehmer Geschmack im Mund
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sodbrennen
  • bei starken Schäden der Schleimhaut kann es auch zu Blutungen kommen, die sich durch dunkel gefärbten Stuhl oder durch Blut im Erbrochenen bemerkbar machen

Die chronische Gastritis verläuft schleichend und verursacht oft lange keine Symptome. Schreitet die Erkrankung fort, kann es unter anderem zu unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Brennen und Schmerzen im Oberbauch, Magenschmerzen, Aufstoßen oder Übelkeit kommen. 

Warum bekommt man Gastritis?

Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut ist oftmals unmittelbare Folge auf magenschädigende Reize z. B. 

  • Infektion mit Viren, Bakterien, 
  • übermäßiger Konsum von Alkohol oder Nikotin, 
  • Lebensmittelvergiftung

Die chronische Entzündung der Magenschleimhaut hat in der Regel einen der folgenden Auslöser:

  • Autoimmungastritis: Hierbei bekämpft das Immunsystem als Fehlreaktion Zellen der eigenen Magenschleimhaut.
  • Bakterielle Gastritis: Bakterien sind eine häufige Ursache einer chronischen Gastritis.
  • Chemisch-toxische Gastritis: Dieser Gastritistyp wird von magenreizenden Stoffen ausgelöst (häufig Medikamente oder Alkohol, Nikotin).
Was kann man gegen Gastritis tun?
  • Bei akuter Gastritis: Nahrungskarenz, Medikamente
  • Bei chronischer Autoimmungastritis: keine Heilung, Vitamin B12, um Blutbildung zu fördern
  • Bakterielle Gastritis: Behandlung mit Antibiotika, Magenschoner
  • Chemisch-toxische Gastritis: Magenreizender Stoff wird identifiziert und gemieden

Die Innenwand des Magens ist mit der Magenschleimhaut ausgekleidet. Ihre Aufgabe ist es, die Magenwand vor Krankheitserregern oder Säure zu schützen. Ist die Schleimhaut gereizt oder geschädigt, kann sie sich entzünden und die Schleimschicht geschädigt werden. Dies wird als Gastritis bezeichnet. 

Bei der Entzündung der Magenschleimhaut unterscheidet man zwei Verlaufsformen:

  • eine akute Gastritis: ist oftmals unmittelbare Folge auf magenschädigende Reize
  • eine chronische Gastritis: entwickelt sich langsam, kann lange unentdeckt bleiben und Wochen oder sogar Monate andauern

Eine akute Gastritis kommt relativ häufig vor. Schätzungen zufolge erkranken etwa ein Fünftel der Menschen im Laufe ihres Lebens an einer akuten Gastritis.

Die Anzahl der Betroffenen einer chronischen Gastritis ist je nach auslösender Ursache unterschiedlich. Das Risiko steigt jedenfalls mit dem Alter an.

Es wird geschätzt, dass: Von 100 Personen mit chronischer Gastritis…

  • 5 Personen von Typ A (autoimmune Form),
  • 60 Personen von Typ B (Infektion mit Helicobacter pylori) 
  • 30 Personen von Typ C (chemisch-toxisch bedingte Form) betroffen sind.

Bei etwa 4 % der Betroffenen einer chronischen Gastritis lässt sich die Ursache durch andere Erkrankungen (z.B. Morbus Crohn oder Sarkoidose) erklären.

Eine Entzündung ist immer eine Abwehrreaktion des Körpers. Unser Immunsystem schützt sich damit gegen schädigende Einflüsse, die im Falle der Gastritis z.B. in Form von Bakterien, Medikamenten oder Alkohol in den Magen gelangen.

Akute Gastritis

Eine akute Entzündung der Magenschleimhaut wird ausgelöst:

  • durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien
  • durch eine Lebensmittelvergiftung durch unbekömmliche oder verdorbene Nahrungsmittel
  • durch falsche Ernährung mit scharf gewürzten oder sehr fetten Speisen
  • durch übermäßigen Konsum an Alkohol oder Nikotin
  • als Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Schmerzmittel, Cortison, Antidepressiva und andere)
  • durch eine Stressreaktion, die bei sehr schweren Verbrennungen, bei Schock, Blutvergiftung, nach einer Strahlentherapie oder Operation, jedoch auch im Rahmen von Sport auftreten kann

Chronische Gastritis

Die chronische Entzündung der Magenschleimhaut hat in der Regel einen der drei folgenden Auslöser:

Typ A: Autoimmungastritis Hierbei bekämpft das Immunsystem als Fehlreaktion Zellen der eigenen Magenschleimhaut. Die Folge ist, dass zu wenig Magensäure gebildet wird und nur unzureichend Vitamin B12 (und Eisen) ins Blut gelangt. Dadurch ist die Blutbildung insgesamt gestört. Bei den Betroffenen macht sich das durch Blutarmut und damit einhergehender Blässe und Müdigkeit bemerkbar. Die Erkrankung tritt eher selten auf. Es gibt keine Heilung. Betroffenen wird Vitamin B12 gespritzt, um den Mangel auszugleichen. Zudem haben sie ein erhöhtes Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.
Typ B: Bakterielle Gastritis Bakterien sind eine häufige Ursache einer chronischen Gastritis. Sie wird durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst. Dieses Bakterium ist auch die häufigste Ursache für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Außerdem ist das Bakterium auch mitverantwortlich für die Entstehung von Magenkrebs.
Typ C: Chemisch-toxische Gastritis Dieser Gastritistyp wird von einem oder mehreren magenreizenden Stoffen ausgelöst. Das sind häufig Medikamente wie Schmerzmittel, aber auch Alkohol und Nikotin bei anhaltendem und intensivem Gebrauch. Außerdem können regelmäßig geringe Mengen Gallensaft in den Magen fließen und dort zu einer Entzündung führen. Auch Stress spielt hierbei eine Rolle, da dieser zu vermehrter Magensäureproduktion beiträgt und so die Entstehung der Erkrankung fördert.

Die akute Gastritis macht sich bemerkbar durch ein plötzliches Auftreten folgender Symptome (verstärkt nach dem Essen):

  • Magen- und Rückenschmerzen
  • Krampfartiges Druckgefühl in der Magengegend und im Oberbauch 
  • Appetitlosigkeit und Völlegefühl
  • Blähungen
  • Aufstoßen, dabei unangenehmer Geschmack im Mund
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sodbrennen
  • bei starken Schäden der Schleimhaut kann es auch zu Blutungen kommen, die sich durch dunkel gefärbten Stuhl oder durch Blut im Erbrochenen bemerkbar machen

Die chronische Gastritis verläuft schleichend und verursacht oft lange keine Symptome. Schreitet die Erkrankung fort, kann es unter anderem zu unspezifischen Beschwerden wie Blähungen, Brennen und Schmerzen im Oberbauch, Magenschmerzen, Aufstoßen oder Übelkeit kommen. Die Symptome können den Beschwerden einer akuten Magenschleimhautentzündung sehr ähneln.

Die typischen, plötzlich auftretenden Beschwerden wecken bei der Ärzt:in oft schon während des Patient:innengesprächs (Anamnese) den Verdacht auf akute Gastritis. Durch eine körperliche Untersuchung versucht die Ärzt:in die Beschwerden abzuklären. Dabei wird der Oberbauch und die Magenregion abgetastet.  

Bei stärkeren oder länger andauernden Symptomen können weitere Untersuchungen die Diagnose sichern:

  • Sonografie: Zum Ausschluss anderer Erkrankungen kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.
  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Dabei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, der bei der Internist:in oder bei einer Spezialist:in für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterolog:in) durchgeführt wird. Über einen sehr dünnen Schlauch führt die Mediziner:in eine Kamera durch die Speiseröhre bis in den Magen, um die Schleimhaut zu begutachten. Außerdem kann sie damit eine Gewebeprobe zur anschließenden Untersuchung unter dem Mikroskop entnehmen (Biopsie).
  • Helicobacter-Tests: Über einen Helicobacter-Urease-Schnelltest kann im Rahmen einer Gastroskopie in weniger als 24 Stunden der Magenkeim Helicobacter pylori nachgewiesen werden. Dafür gibt die Ärzt:in die Gewebeprobe in eine Testlösung, die durch das enzymhaltige Bakterium in Kohlendioxid und Ammoniak aufgespalten wird. Färbt sich die Lösung rot, ist der Test positiv und der Magenkeim damit nachgewiesen. Um eine Helicobacter-Infektion festzustellen, kann aber auch ein spezieller Atemtest zum Einsatz kommen. Auch über eine Blut- oder Stuhluntersuchung kann der Erreger nachgewiesen werden.

Akute Gastritits

Eine akute Gastritis ist eine vorübergehende Erkrankung, die meist nach wenigen Tagen abklingt. Bei Beschwerden helfen eine Nahrungskarenz und bestimmte Arzneimittel.

Nahrungskarenz Das Ziel ist, den Magen zu entlasten. Bei der akuten Gastritis sollten Sie daher 24 bis 36 Stunden auf fette und säurehaltige Speisen verzichten. Lediglich magenschonende Kost in Form von Tee und Zwieback sollten in dieser Zeit verzehrt werden. Um den Magen so wenig wie möglich zu belasten, sollten auch Medikamente, die nicht zwingend notwendig sind, während der Karenz abgesetzt werden. Schädigende Stoffe wie Kaffee, Nikotin sowie Alkohol und scharfe Gewürze sind strikt zu meiden.
Medikamente Auch eine Therapie mit Magenschonern wie Protonenpumpenhemmern, Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten können rasch zur Heilung beitragen. Die Produktion der aggressiven Magensäure kann vorübergehend, durch die Gabe verschiedener Medikamente, gehemmt werden – bis sich die geschwächte Schleimhaut wieder zu einer intakten und schützenden Schicht ausgebildet hat.

Chronische Gastritis

Während die akute Form schon nach wenigen Tagen ausheilt, kann eine chronische Gastritis Wochen oder sogar Monate andauern. Da Betroffene häufig keine akuten Beschwerden aufweisen, bleibt die Erkrankung oftmals lange Zeit unentdeckt. Um mögliche Folgeschäden wie ein Magengeschwür zu vermeiden, sollte eine chronische Gastritis, auch wenn sie keine Beschwerden verursacht, auf jeden Fall (zumindest durch nicht-medikamentöse Maßnahmen) behandelt werden.

Bei Typ A: Autoimmungastritis Für die chronische Autoimmungastritis gibt es keine Heilung, da es sich um eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers handelt. Häufig tritt die Erkrankung ohne akute Magenbeschwerden auf. Da die Betroffenen in Folge der Gastritis eine Blutarmut aufweisen, wird ihnen regelmäßig Vitamin B12 gespritzt. Das soll die Blutbildung fördern, Blässe und Müdigkeit lassen damit nach.
Typ B: Bakterielle Gastritis Die bakterielle Gastritis wird mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich können Magenschoner eingesetzt werden.
Typ C: Chemisch- toxische Gastritis Der magenreizende Stoff, der die Beschwerden verursacht, wird identifiziert und gemieden.

Grundsätzlich gilt es, Stoffe zu meiden, die den Magen unnötig reizen. Meiden Sie große Portionen. Bei starken Erbrechen sollten Sie den Flüssigkeitsverlust unbedingt ausgleichen. Achten Sie auf eine magenschonende Kost.

  • Gut verträgliche Lebensmittel sind z.B.: Wasser und Kräutertees, Forelle, Scholle, Kabeljau, Garnelen, mageres Geflügel, Kalb- oder Rindfleisch, Zwieback, Haferbrei, Dinkelvollkorn, fein geschrotetes Vollkornbrot, junges Gemüse wie Karotten, Blattsalat, Tomaten, Zucchini, Spinat oder Kürbis
  • Zu den ungeeigneten Lebensmitteln zählen z.B.: saure Säfte, kohlensäurehaltigen Getränke, Kaffee oder Alkohol, Schweinefleisch, fette Speisen wie Paniertes oder Frittiertes und große Portionen, scharfe Gewürze.

Vorbereitung auf die Magenspiegelung: Damit keine Essensreste den Weg des Endoskops behindern, sollten Sie nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Das heißt, dass Sie acht Stunden vor dem Besuch bei der Ärzt:in nichts mehr Essen und Trinken sollten.

Um einer Gastritis vorzubeugen, spielt die Ernährung eine Schlüsselrolle. Jedoch kann auch ein gesunder Lebensstil generell die Magenschleimhaut schützen z.B. fettarme und ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Stress, Verzicht auf Alkohol und Zigaretten.


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Stand der medizinischen Information:


ICD-Code:

  • K29

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