Latexallergie

Zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2020

Ärztin zieht Latexhandschuhe an.
Sehr häufig sind Personen im Pflegeberuf und Ärzte von einer Latexallergie betroffen.
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Die Latexallergie kann sich als Kontaktallergie herausbilden. Das bedeutet, sie löst bei Kontakt mit latexhaltigen Produkten (z.B. Kondome) eine allergische Reaktion (z.B. Juckreiz, Schnupfen) aus.

Medizinische Expertise
Daniel Blagojevic

Prim. Dr. Daniel Blagojevic

Dermatologie, Primarius, Ärztl. Leiter Allergieambulatorium Rennweg, Wien

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Inhaltsverzeichnis

Diese tritt entweder sofort nach der Berührung mit dem Allergen auf oder mit bis einigen Stunden oder Tagen Verzögerung. Berufsgruppen, die häufig mit latexhaltigen Produkten zu tun haben, sind entsprechend häufiger von dieser Allergieform betroffen (z.B. Ärzte und Krankenpfleger). Die Latexallergie kann nicht geheilt werden.

Wichtig ist daher latexhaltige Produkte zu meiden. Nur so können Spätfolgen (z.B. Asthma bronchiale) verhindert werden.

Etwa 170.000 Österreicher haben eine Latexallergie. Am stärksten betroffen sind Personen, die in einem Pflegeberuf tätig sind. In dieser Berufsgruppe gehört das Tragen von Handschuhen aus hygienischen Gründen zum Berufsalltag. 2-17 % aller Personen, die in diesem Berufszweig tätig sind, haben eine Latexallergie. In besonders schweren Fällen wird dadurch sogar ein Wechsel des Berufs notwendig. Weitere Risikogruppen sind medizinisches Personal (Ärzte, Krankenpfleger, Hilfskräfte), Frisöre, Gärtner, Reinigungspersonal, Menschen mit Neurodermitis, Menschen mit häufigen Operationen.

Die Latexallergie kann sich als Kontaktallergie manifestieren. Die allergische Reaktion wird hervorgerufen von Inhaltstoffen des Naturlatex (aus Naturkautschuk hergestellt) und auch von synthetisch hergestelltem Kautschuk. Die in Naturkautschuk vorkommenden Proteine können auch die Ursache für eine Kreuzreaktion sein. Das bedeutet, dass eine Person mit einer Latexallergie z.B. auch auf Avocados allergisch reagiert, die dem Latexallergen chemisch ähnliche Eiweiße beinhalten. Eine allergische Reaktion kann ausgelöst werden durch (Schleim-)Hautkontakt mit Latexprodukten oder durch Einatmen von Latexpartikeln in der Luft (z.B. aufgewirbelte Puderpartikel in der Raumluft). Je nach Form der Allergie treten die Symptome sofort nach dem Kontakt mit latexhaltigen Produkten auf (Soforttyp - Typ I) oder erst nach Stunden bis zu 3 Tagen (Spättyp -Typ IV)

Ist der Körper häufig in Kontakt mit Produkten aus Latex ist das Auftreten einer Latexallergie oft wahrscheinlicher. Deshalb sind von dieser Kontaktallergie vorwiegend Ärzte, Krankenschwestern, Frisöre oder Gärtner betroffen, da sie mit Latex häufiger in Berührung kommen als andere Berufsgruppen.

Eine Latexallergie kann sich durch folgende Symptome zeigen:

Bleibt die Latexallergie unbehandelt kann das zu einem anaphylaktischen Schock führen.

In der Medizin

Handschuhe, Schläuche, Masken, Bandagen, Sonden, Katheter, Blutdruckmanschetten, Pflaster, Beatmungsmasken,...

Im Haushalt

Gummihandschuhe, Kleber, Handschuhe, einige Matratzen, Wärmeflaschen, Radiergummi,...

Baby und Kind

Babyflaschen (Sauger), Spielzeug, Schnuller, Luftballons, Gummibälle, Puppen,...

Freizeit

Kleidung, Tauchbrillen, Reifen, Kondome, Gummistiefel, Luftmatratzen, Turnschuhe, Tauchartikel,...

Reagiert jemand nach dem Kontakt mit Latex (z.B. beim Tragen von Handschuhen, nach dem Aufblasen eines Luftballons oder nach der Verwendung von Kondomen) mit Juckreiz oder Schwellungen könnte die Ursache dafür eine Latexallergie sein. Treten ähnliche Symptome nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf, könnten die Gründe dafür ebenfalls eine Latexallergie sein. Man spricht dabei von einer sogenannten Kreuzreaktivität.

Zu diesen Lebensmitteln zählen:

  • Avocado
  • Banane
  • Buchweizen
  • Kartoffel
  • Kastanie
  • Kiwi
  • Mango
  • Paradeiser
  • sowie die Pflanze Ficus benjamina (Birkenfeige).

Zur sicheren Diagnose einer Latexallergie wird ein Prick-Test oder ein Epikutan-Test von einem Dermatologen oder Allergologen durchgeführt.

Bleibt eine Latexallergie unerkannt und unbehandelt kann bei chronischen Beschwerden Asthma bronchiale die Folge sein.

Bei einer bestehenden Latexallergie ist es wichtig Kontakt mit latexhaltigen Produkten zu vermeiden. Es gibt derzeit noch keine Möglichkeit Kontaktallergien zu therapieren – die spezifische Immuntherapie ist bei diesem Allergietyp nicht wirksam.

Es gibt lediglich die Möglichkeit der symptomatischen Behandlung. Akute Symptome können durch eine Medikamententherapie gelindert werden. Ihr Arzt wird Ihnen dabei helfen das für Sie passende Mittel zu finden. Zur Verfügung stehen Antihistaminika, Glukokortikoid-Lösungen oder Adrenalin-Injektoren, bei äußerem Kontakt kortisonhältige Salben.

Vermeiden Sie den Kontakt mit Produkten, die aus Latex gefertigt sind oder Latex enthalten.

  • Verwenden Sie latexfreie Handschuhe.
  • Eine Latexallergie wird in einen Allergiepass eingetragen. Machen Sie bei einem Arztbesuch von sich aus auf die Allergie aufmerksam.
  • Falls Sie mit Kondomen verhüten und entweder Sie oder ihr Partner an einer Latexallergie leiden, verwenden Sie latexfreie Kondome. Diese sind wie herkömmliche Kondome in Drogeriemärkten, Apotheken oder im Erotikfachhandel erhältlich.
  • Bei einer allergischen Reaktion auf die Zimmerpflanze Ficus Benjamini sollte diese umgehend aus der Wohnung entfernt werden.

Achten Sie genau darauf wann Symptome auftreten. Dies ist vor allem wichtig, wenn es eine Kreuzreaktion mit bestimmten Lebensmitteln gibt.

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Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

18. Dezember 2020

Erstellt am:

10. Februar 2015

Stand der medizinischen Information:

18. Dezember 2020


Quellen:

Allergiediagnose. Allergietherapie, A. Trautmann, Georg Thieme Verlag,1. Auflage, Stuttgart, 2006

Duale Reihe. Dermatologie, I. Moll, Georg Thieme Verlag, 7. Auflage, Stuttgart, 2010

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