Hand-Fuß-Mund-Krankheit (Hand-Fuß-Mund-Exanthem, Falsche Maul- und Klauenseuche, HFMK)

Abbildung von Händen mit roten Bläschen
Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit können rote Punkte bzw. Bläschen auf den Händen auftreten.
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Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hoch ansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft vorwiegend Kinder unter zehn Jahren, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.

Medizinische Expertise

Ap.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Johannes Griss, PhD

Oberarzt der Universitätsklinik für Dermatologie AKH Wien

www.hautarzt-griss.at

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Inhaltsverzeichnis

Eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit beginnt meist mit grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit. Ein bis zwei Tage später zeigen sich schmerzhafte Bläschen im Mundraum und Hautausschläge an Händen und Füßen. Die Symptome können individuell unterschiedlich stark ausfallen. Eine gründliche Handhygiene senkt das Ansteckungsrisiko.

  • Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist hochansteckend.
  • Sie tritt vor allem bei Kindern unter zehn Jahren auf.
  • Auch Erwachsene können die Hand-Fuß-Mund-Krankheit bekommen.
  • Bei Erwachsenen oder älteren Kindern sind die Symptome meist deutlich milder ausgeprägt.
  • Charakteristisch sind Bläschen und Hautausschläge an Händen, Füßen und im Mund.
  • Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird symptomatisch behandelt.
Art Virusinfektion
Erreger Enteroviren der Gruppe A (Coxsackie A-Viren, Enterovirus A71, neuere Serotypen)
Übertragung Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion
Inkubationszeit 3 – 10 Tage
Erkrankungsdauer 10 – 14 Tage
Symptome Bläschen und Hautausschläge an Händen, Füßen und im Mund
Therapie symptomatische Behandlung durch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine weit verbreitete, hoch ansteckende aber in der Regel harmlose Infektionskrankheit, die vor allem bei Kindern unter zehn Jahren vorkommt. Bei Erwachsenen wird die Erkrankung eher selten diagnostiziert. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit tritt ganzjährig, jedoch vermehrt im Sommer und Herbst auf. Sie wird vorwiegend durch Enteroviren der Gruppe A verursacht. Hierzu gehören Coxsackie A-Viren, Enterovirus A71 und neuere Serotypen.

Die Übertragung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erfolgt von Mensch zu Mensch als Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen. Außerdem ist eine Ansteckung als Schmierinfektion durch Speichel, Stuhl oder Bläschenflüssigkeit möglich.

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit beginnt meist mit allgemeinen Symptomen:

Ein bis zwei Tage danach entwickeln sich in der Regel schmerzhafte Bläschen an der Mundschleimhaut und nach weiteren ein bis zwei Tagen bildet sich ein Ausschlag an Händen und Füßen. Der Ausschlag besteht meist aus kleinen, roten Flecken. Mit der Zeit können Bläschen oder offene Stellen entstehen. Diese heilen meistens nach etwa acht bis zwölf Tagen ohne Narbenbildung von selbst wieder ab. In der Regel juckt der Ausschlag nicht, kann aber schmerzhaft sein. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann auch symptomlos und daher unbemerkt verlaufen.

In den ersten Tagen bis Wochen ist die infizierte Person höchst ansteckend. In dieser Zeit vermehren sich die Viren besonders stark. Vor allem die Flüssigkeit aus den Bläschen des Ausschlags ist hoch infektiös. Die Ansteckungsgefahr sinkt mit dem Trocknen der Bläschen, aber auch nach Abklingen der Symptome werden Viren noch mehrere Wochen über den Stuhl ausgeschieden.

Wer einmal an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkrankt ist, ist gegen den auslösenden spezifischen Virustyp immun. Da verschiedene Virustypen als Auslöser in Frage kommen, ist eine erneute Erkrankung aber möglich.

Auch Erwachsene können sich mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit anstecken. Bei Erwachsenen und älteren Kindern verläuft die Erkrankung aber häufig symptomlos oder mit deutlich schwächer ausgeprägten Symptomen.

Der erste Ansprechpartner ist ein Arzt für Kinder- und Jugendheilkunde oder ein Arzt der Allgemeinmedizin. Dieser führt nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) eine körperliche Untersuchung durch. Dabei achtet er darauf, ob sich im Mundraum Bläschen und an Händen und Füßen ein Ausschlag gebildet hat. Durch die typischen klinischen Symptome sind meist keine weiteren Untersuchungen nötig. Im Zweifelsfall können die Erreger im Stuhl oder durch einen Abstrich labordiagnostisch nachgewiesen werden.

Eine ursächliche Therapie gibt es derzeit nicht, nur die Symptome können behandelt werden. Gegen die schmerzhaften Bläschen im Mund helfen schmerzlindernde, entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Tinkturen, Spülungen oder Gele. Bei Fieber und Schmerzen kommen schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen zum Einsatz.

Hilfreiche Maßnahmen sind außerdem:

  • auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten
  • kalte Flüssigkeiten trinken
  • kühles Joghurt essen
  • kaltes Eis lutschen
  • auf scharfe Gewürze verzichten
  • auf Mundhygiene achten

Mit sorgfältiger Hygiene kann das Ansteckungsrisiko minimiert werden:

  • gründliches Händewaschen mit Seife (vor allem nach dem Windelwechsel oder Toilettengang)
  • benutzte Gegenstände wie Spielzeug oder Türgriffe regelmäßig reinigen
  • engen Kontakt mit Infizierten meiden
  • Besteck, Trinkgefäße, Handtücher etc. nicht gemeinsam benutzen

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit heilt in der Regel ohne Komplikationen von selbst aus. In Einzelfällen können schwere Komplikationen wie Entzündungen in der Lunge, im Gehirn sowie im Herzmuskel auftreten. Erkrankte Kinder sollten wegen der hohen Ansteckungsgefahr erst wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen, wenn die Symptome vollständig abgeklungen sind.