Heuschnupfen (allergische Rhinokonjunktivitis, saisonale allergische Rhinitis, Pollenallergie)

Zuletzt aktualisiert am 23. März 2022

Mann putzt sich die Nase.
Typische Heuschnupfen Symptome sind eine rinnende Nase mit Niesattacken und juckenden, tränenden Augen.
© Robert Kneschke / Fotolia.com

Bei Heuschnupfen handelt es sich um einen allergischen Schnupfen, der durch Pollen ausgelöst wird. Unbehandelt kann sich aus einem Heuschnupfen allergisches Asthma entwickeln.

Medizinische Expertise
Ulli Enzenberg

Dr. Ulli Enzenberg

Ärztin für Allgemeinmedizin und Allergologie

www.gesundinschoenbrunn.at

Medizinische Fachbeiträge auf MeinMed.at werden von österreichischen Ärzt:innen und medizinischen Expert:innen geprüft.
Inhaltsverzeichnis

Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen diverse Pollen beruht. Genauer gesagt reagieren Betroffene auf bestimmte Eiweißkomponenten dieser Pollen allergisch. Typische Symptome sind eine rinnende oder verstopfte Nase sowie gerötete Augen.

  • Heuschnupfen ist eine allergische Erkrankung.
  • Besonders häufig kommt es zu Reaktionen auf die Pollen von Birke, Wiesengräsern, Roggen, Beifuß und Ragweed.
  • Bei Heuschnupfen treten Symptome wie eine rinnende oder verstopfte Nase, Juckreiz in der Nase, Niesanfälle und gereizte Augen auf.
  • Eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Behandlung von Heuschnupfen sind wichtig, da sich unbehandelt ein allergisches Asthma entwickeln könnte.
  • Heuschnupfen kann symptomatisch und kausal (ursächlich) behandelt werden.
Art allergische Erkrankung
Erreger Pflanzenpollen
Übertragung nicht ansteckend
Erkrankungsdauer saisonal bedingt
Symptome verstopfte oder rinnende Nase; gerötete, juckende Augen
Behandlung symptomatisch: Nasensprays (Antihistaminika, Kortison-Präparate), Tabletten (Antihistaminika); kausal: Allergen-spezifische Immuntherapie (AIT)

Heuschnupfen, auch als saisonale allergische Rhinitis, allergische Rhinokonjunktivitis oder Pollenallergie bezeichnet, ist eine weit verbreitete, saisonale Erkrankung. Sie tritt auf, wenn während der Gräser-, Baum- oder Unkräuterblüte besonders große Mengen an Pollen in die Luft gelangen. Das Immunsystem von Allergikern reagiert dann auf das Eiweiß bestimmter Pflanzenpollen überempfindlich, was sich mit Allergiesymptomen bemerkbar macht.

Besonders häufig kommt es zu Reaktionen auf die Pollen von Birke, Wiesengräsern, Roggen, Beifuß und Ragweed.

Im Laufe des Lebens wird etwa jeder Fünfte mit der Diagnose Heuschupfen konfrontiert. In der Regel entwickelt sich eine Pollenallergie bereits in der Kindheit oder im Jugendalter. Immer öfter wird aber auch ein spontanes erstmaliges Auftreten bei Erwachsenen beobachtet. Grundsätzlich ist der Verlauf einer Allergie individuell und schwierig zu prognostizieren. Mitunter kann eine Allergie im Laufe der Zeit auch wieder ganz verschwinden, häufiger ist jedoch ein Fortschreiten der Erkrankung.

Heuschnupfen ist eine Sonderform einer entzündlichen Erkrankung, die nicht durch Bakterien oder Viren, sondern durch eine Überempfindlichkeit auf ansonsten harmloses und natürlich vorkommendes körperfremdes Eiweiß hervorgerufen wird. Das Immunsystem stuft diese Allergene fälschlicherweise als gefährlich ein und bekämpft sie wie Krankheitserreger. Dabei werden Entzündungsbotenstoffe (wie z.B. Histamin) ausgeschüttet, die dann die typischen Heuschnupfen-Symptome verursachen.

Die Pollenallergie wird familiär gehäuft beobachtet. Aber nicht nur Veranlagung, sondern auch Umweltfaktoren wie Feinstaub, Duftstoffe, Zigarettenrauch sowie Klimaerwärmung und Einwanderung neuer Pflanzen dürften bei der Entstehung eine Rolle spielen.

Pollenallergie-Symptome treten auf, sobald und solange die betreffenden Pflanzen blühen und deren Pollen in der Luft sind. Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Folgende Symptome können Anzeichen für Heuschnupfen sein:

  • Rinnende oder verstopfte Nase
  • Juckreiz in der Nase
  • Niesanfälle
  • Juckende und gereizte (gerötete) Augen, oft mit Tränenfluss
  • Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl

Eine frühzeitige Diagnose und ein schneller Start der Behandlung sind wichtig, da sich aus Heuschnupfen allergisches Asthma entwickeln kann. Diesen Vorgang bezeichnen Mediziner auch als "Etagenwechsel": Die Beschwerden breiten sich von den oberen Atemwegen (Nase und Rachen) tiefer in die Bronchien der Lunge aus.

Bei manchen Pollenallergikern kommt zum Heuschnupfen eine Unverträglichkeit von bestimmten Nahrungsmitteln hinzu. In diesem Fall spricht man von einer Kreuzallergie. Dabei reagiert der Körper nicht nur auf das Eiweiß der betreffenden Pflanzenpollen allergisch, sondern auch auf Eiweiß in Nahrungsmitteln, das mit jenem der Pollen übereinstimmt. Beispielsweise vertragen viele Birkenpollenallergiker keine Äpfel oder Nüsse. Nach dem Verzehr treten Juckreiz bzw. Brennen im Mundraum sowie Schwellung oder bamstiges Gefühl an den Lippen auf.

Der erste Verdacht entsteht meistens bereits durch die Beobachtung der Beschwerden. So können die Symptome zum Beispiel immer zur gleichen Jahreszeit oder in bestimmten Situationen auftreten. Der richtige Ansprechpartner ist der Allergologe. In Österreich ist Allergologie eine Zusatzqualifikation, die HNO-, Kinder-, Haut-, Lungenärzte oder Fachärzte für Innere Medizin sowie Allgemeinmediziner erwerben können.

Heuschnupfen sollte frühzeitig behandelt werden, da sonst von Jahr zu Jahr stärkere Symptome auftreten und allergisches Asthma entstehen kann. Um eine Allergie zu diagnostizieren, geht der Allergologe in drei Schritten vor:

  • Anamnese: Es wird eine Dokumentation über Intensität, Zeit, Häufigkeit und genaues Auftreten der allergischen Reaktionen erstellt. Weiters wird unter anderem abgeklärt, ob die Eltern des Patienten Allergiker sind, seit wann die Beschwerden bestehen und ob bereits Medikamente geholfen haben.
  • Danach wird in der Regel ein Hauttest (Prick-Test) durchgeführt. Dabei werden kleine Tropfen verschiedener Allergene auf den Unterarm aufgetragen, anschließend wird die oberste Hautschicht angeritzt. Dieser Vorgang ist beinahe schmerzlos. Liegt eine Allergie vor, tritt nach etwa zehn bis 20 Minuten eine sichtbare Reaktion in Form einer Hautrötung oder Quaddel auf.
  • Ein Bluttest kann zusätzlich oder alternativ erfolgen. Das Ergebnis zeigt, ob IgE-Antikörper vorliegen und auf welche Allergene das Immunsystem übermäßig reagiert. Diese Untersuchung ist besonders wichtig vor dem Einleiten einer Immuntherapie.

Treten die Symptome immer zur gleichen Jahreszeit oder in bestimmten Situationen auf, ist eine Allergie wahrscheinlicher als eine Infektion. Ein weiterer Hinweis ist auch ein plötzliches Auftreten des Schnupfens im Freien sowie ein Rückgang der Symptome in geschlossenen Räumen. Bei Heuschnupfen ist zudem Juckreiz, insbesondere im Bereich der Augen und der Nase, sehr häufig. Fieber hingegen ist ein Zeichen, dass es sich wahrscheinlich nicht um eine Allergie, sondern eher um eine Erkältungskrankheit oder, seit 2020 aktuell, um eine COVID-19-Infektion handeln könnte. Unterschiede gibt es auch beim Blick ins Taschentuch: Allergiker haben zumeist ein relativ klares, wässriges Sekret, Erkältungen können hingegen auch für einen zähflüssigen, eher gelblichen Ausfluss sorgen.

Die Begriffe "Allergie" und "Intoleranz" (Unverträglichkeit) werden häufig synonym verwendet, es handelt sich aber um Phänomene mit unterschiedlichen Ursachen.

Eine Allergie wird durch eine IgE-vermittelte Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems hervorgerufen. Dieses ist dann nicht mehr in der Lage, zwischen gefährlichen und ungefährlichen Fremdkörpern zu unterscheiden. Kommt ein Allergiker mit dem Allergen in Kontakt, reagiert das Immunsystem in übertriebener Weise und bindet das Eiweiß an zuvor gebildete Immunglobulin-E-(IgE-)Antikörper, welche an den Mastzellen in der Atemwegsschleimhaut sitzen. Dadurch erfolgt eine massive Histaminfreisetzung und in der Folge kommt es zu den typischen Symptomen mit Niesreiz, Augenjucken oder Fließschnupfen aufgrund starker Erweiterung der Blutgefäße.

Eine Intoleranz hingegen ist eine Reaktion des Körpers, die auf eine bestimmte Fehlfunktion zurückzuführen ist. Eine Histaminintoleranz ist beispielsweise eine Störung, bei der das im Körper produzierte Histamin nicht ausreichend durch das Enzym Diaminooxidase abgebaut werden kann, daher in großer Menge im Blut zirkuliert und ähnliche Beschwerden verursacht wie ein allergischer Schub – nur aus ganz anderer Ursache.

Bei der Allergie-Therapie spricht man auch von drei Säulen:

  • Vermeidung des Auslösers: Schafft es der Patient, den Kontakt zum Allergen zu vermeiden, treten keine Allergiesymptome auf. Bei Pollen funktioniert dies allerdings nur sehr schlecht, da diese während des Pollenfluges überall in der Luft sind. Besser umzusetzen ist diese Maßnahme bei ganzjährigen Allergenen, wie z.B. bei der Sanierung gegen Hausstaubmilbe.
  • Linderung der Symptome: Die sogenannte symptomatische Therapie erfolgt mit Medikamenten: Diese können dabei systemisch (z.B. als Tropfen oder Tabletten) oder lokal (z.B. als Augentropfen oder Nasenspray) verabreicht werden. Häufig werden dabei sogenannte Antihistaminika verordnet, also Medikamente, die die Wirkung von Histamin (dem wichtigsten Botenstoff bei der allergischen Reaktion) hemmen. Antihistaminika können sowohl als Tablette als auch als Nasenspray oder Augentropfen zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt aber für alle Medikamente, dass diese nicht zu einer Heilung führen, sondern nur die Beschwerden lindern können.
  • Immuntherapie: Die einzige Therapie, mit der die Ursache der Allergie behandelt werden kann, ist die Allergenspezifische Immuntherapie, welche als Spritze unter die Haut (subcutane Immuntherapie = SCIT) oder auch als Tropfen bzw. als Tablette unter die Zunge (sublinguale Immuntherapie = SLIT) erfolgen kann.

Ob und welche Form der Behandlung in Frage kommt, wird in den Allergiezentren oder beim auf Allergien spezialisierten Arzt entschieden.

Bei einer allergischen Reaktion wird im Körper Histamin freigesetzt. Medikamente können diese Ausschüttung zwar unterbinden, behandeln jedoch nur die Symptome und können die Ursache der Erkrankung nicht beseitigen. Folgende Medikamente können die Beschwerden lindern:

Lokale medikamentöse Therapie

Lokale Antihistaminika

Antihistaminika werden bei Beschwerden mit starker Sekretproduktion wie Schnupfen, Niesen, rinnende Nase, tränende Augen sowie bei Rötung der Augen eingesetzt und als Nasensprays bzw. Augentropfen verabreicht. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie die Funktion von Histaminrezeptoren blockieren.

Mastzellenstabilisatoren

Diese Substanzen unterdrücken die Ausschüttung von Histamin, also jenes Botenstoffes, der die Symptome einer Allergie verursacht. Sie können sowohl im Akutfall helfen als auch in der Langzeittherapie eingesetzt werden.

Lokale Kortisontherapie

Glukokortikoide (z.B. Kortison) sind entzündungshemmende Wirkstoffe, die einem körpereigenen Hormon entsprechen und als Nasenspray oder Augentropfen bzw. bei Asthma auch durch Inhalatoren angewendet werden können. Sie wirken lokal, also genau an jener Stelle, an der sie benötigt werden, ohne das Hormongleichgewicht im Blut zu beeinflussen und sind damit auch längerfristig und nebenwirkungsarm einzusetzen.

Systemische medikamentöse Therapie

Antihistaminika

Die Wirkung der "klassischen" Allergietabletten beruht darauf, dass sie die Funktion der Histaminrezeptoren blockieren, womit das freigesetzte Histamin nach Bindung der Allergene an die IgE-Antikörper an den Mastzellen keine Gefäßerweiterung vermitteln kann.

Kortison

Eine systemische Glukokortikoidtherapie mit Kortison ist im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Lokaltherapeutika nur bei schweren Erkrankungsfällen indiziert. Die Medikamente müssen nach Therapieende "ausgeschlichen", also langsam abgesetzt werden. Diese Substanzen werden meist nur in der Notfallsmedikation angewendet, z.B. um einen allergischen Schock zu behandeln.

Die spezifische Immuntherapie (SIT) – bekannt auch als Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung – bekämpft die Ursachen einer Allergie durch Reduktion der spezifischen IgE-Antikörper und kann dadurch auch langfristig eine Erkrankung an Asthma bronchiale verhindern. Sie wird entweder als Spritze, in Tablettenform oder als Tropfen (unter die Zunge) verabreicht und dauert 3 Jahre.

Der Erfolg der Hyposensibilisierung hält üblicher Weise viele Jahre an, allerdings mit individuellen Abweichungen von Person zu Person. Grundsätzlich wirkt die Allergenspezifische Immuntherapie umso besser, je früher diese eingeleitet wird. Sie reduziert die Dauer und Intensität der Symptome und wirkt präventiv auf den Etagenwechsel und die Entwicklung eines allergischen Asthmas.

Subkutane Immuntherapie (SCIT)

Diese Form der Immunisierung erfolgt mittels Injektion, wobei ein oder zwei Allergene in kleiner Menge und in regelmäßigen Abständen unter die Haut verabreicht werden.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Bei dieser Methode wird eine Flüssigkeit oder eine selbstauflösende Tablette, die das Allergen enthält, unter die Zunge verabreicht.

Eltern können dazu beitragen, Kinder vor Allergien zu schützen bzw. den Ausbruch der Erkrankung zu verzögern, beispielsweise durch:

  • Verzicht auf Rauchen – Passivrauchen erhöht das Allergierisiko
  • Idealerweise sechs Monate stillen
  • Häufiges Lüften des Wohnraums, Staubvermeidung

Heuschnupfen ist kein Hindernis, um Sport zu betreiben. Für Pollenallergiker ist aber eine gute Planung sehr wichtig: auf www.pollenwarndienst.at findet man die aktuelle Pollenbelastung. Das erleichtert eine Beurteilung, ob mit möglichen allergischen Reaktionen gerechnet werden muss. Allergietabletten können vorbeugend eingenommen werden, Medikamente zur lokalen Anwendung sollten vorhanden sein, um akute Augenreizungen, Niesattacken oder im schlimmsten Falle eine Asthmaattacke behandeln zu können.

Grundsätzlich ist moderater Ausdauersport mit langsamer Leistungssteigerung bei Allergikern sehr zu empfehlen, da das Training das Immunsystem sowie die Atemmuskulatur stärkt. Allerdings sollte das Training individuell geplant werden und unter Beobachtung der Herzfrequenz stattfinden, um das Risiko für Überreaktionen zu reduzieren. Von exzessivem Training ist abzuraten.

Weitere Sport-Tipps für Pollenallergiker:

  • Pollenallergiker sollten Zeiten nutzen, in denen die Pollenbelastung geringer ist. Nach längeren Regengüssen ist die Luft beispielsweise besonders sauber. Bei starkem Pollenflug ist es hingegen empfehlenswert, das Training in klimatisierte Innenräume wie Sporthallen, Fitnesscenter oder Hallenbäder zu verlegen.
  • Pollenallergiker sollten freies Gelände oder Felder meiden, in denen sich blühende Bäume, Gräser oder Unkräuter befinden. Dort ist die Konzentration der Pollen in der Luft besonders hoch. Laubwälder schirmen die Luft am besten gegen Pollen ab und wären somit ein optimaler Trainingsbereich. Auch beim Höhentraining in den Bergen finden sich bei milden Temperaturen und ohne Pollenbelastung gute Bedingungen.
  • Nach dem Training heißt es für Pollenallergiker schnell die Kleidung außerhalb des Schlafzimmers zu wechseln und zu duschen. So können mögliche Pollen auf Haaren, Haut und Textilien rasch entfernt werden.
  • Pollengitter vor den Fenstern helfen, die Belastung zu verringern.
  • Nach dem Heimkommen: Kleidung wechseln, duschen und Haare waschen.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen, dafür heiß bügeln.
  • Längere Aufenthalte im Freien möglichst meiden, außer nach längeren Regenfällen.
  • Beim Autofahren Fenster geschlossen halten und die Klimaanlage mit einem Pollenfilter ausrüsten bzw. diesen regelmäßig wechseln.
  • Regelmäßig staubsaugen, wobei das Gerät mit einem speziellen Filter (HEPA-Filter) ausgerüstet sein sollte. Flächen möglichst feucht wischen. Diese Arbeiten sollte – zumindest in der Saison – nicht der Allergiker selbst durchführen, sondern ein anderes Haushaltsmitglied.
  • Den Rasen kurz halten und keine Pflanzen in den Garten setzen, auf die allergische Reaktionen bekannt sind.
  • Den Urlaub möglichst zur Pollenzeit planen und in ein Gebiet fahren, wo die entsprechenden Pflanzen noch nicht, nicht mehr oder gar nicht blühen.
  • Beim Essen auf Kreuzreaktionen achten – das sind allergische Reaktionen auf Lebensmittel, die mit dem Pollen-Allergen "verwandt" sind. Informationen dazu erhalten Sie beim Allergiespezialisten.
  • Der Pollenwarndienst (www.pollenwarndienst.at) hilft mit Informationen zur aktuellen Belastung.
  • Ein Pollentagebuch kann beim Erfassen der Beschwerden und bei der Überprüfung des Therapieerfolges unterstützen.
  • Generell gilt bei Heuschnupfen, dass Behandlungen konsequent eingehalten werden sollten (Therapietreue). Vor allem die Allergenspezifische Immuntherapie über 3 Jahre braucht Ausdauer und Disziplin.

Die Blütezeit von Pflanzen hängt in erster Linie von den Wetterbedingungen ab. Warmes Wetter im Frühling führt zu einer höheren Pollenbelastung. Bereits Ende Jänner blühen beispielsweise Erle und Hasel. Die Pollen von Esche, Birke oder Eiche fliegen von März bis Mai. Von Mai bis Juli blühen in erster Linie Gräser und Getreide. Von Juli bis September folgt die Blütezeit der Kräuter. Das bekommen Beifuß- und Ragweed-Allergiker zu spüren.

Die häufigsten allergieauslösenden Pflanzen und ihre Blühzeiten finden Sie in dieser Tabelle:

Monat Vorblütezeit Hauptblütezeit Nachblütezeit
Jänner Hasel, Erle Purpurerle
Februar Hasel, Erle
März Esche, Birke Hasel, Erle
April Gräser, Eiche Esche, Birke, Platane, Rotbuche Hasel, Erle
Mai Gräser, Roggen Platane, Esche, Birke, Erle
Juni Gräser Roggen
Juli Beifuß Gräser
August Ragweed Beifuß Gräser
September Ragweed Beifuß
Oktober
November
Dezember Purpurerle
Autor:innen:
Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

23. März 2022

Erstellt am:

9. Dezember 2013

Stand der medizinischen Information:

23. März 2022


Quellen:

Praktische Allergologie, W. Heppt, C. Bachert, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2011

Allergische Rhinokonjunktivitis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). In: Allergo J. 2003; 12: 182-194

C. Dürr, S. Heimgarnter et al.: Pollenallergie. Klinische Aspekte, Teil 1. In: Schweiz Med Forum 2008; 8(14): 253-257; Pollenallergie: Diagnostik und Therapie, Teil 2. In: Schweiz Med Forum 2008; 8 (15): 270-274

"Pollenallergie: Auslöser", Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs. (23.03.2022)

"Klinische Leitlinie Allergieprävention", aerzteblatt.de. (23.03.2022)

Pollenwarndienst.at (23.03.2022)

Mehr zum Thema
Derzeit aktuell
Neueste Beiträge