Implantate: Voraussetzungen und Möglichkeiten

Zahnarzt zeigt auf Gebiss
Der Wunsch nach einem Zahnimplantat bedarf exakter Planung.
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Für ein Zahnimplantat müssen einige Voraussetzungen gegeben sein. Eine Expertin der Universitätszahnklinik Wien klärt über Möglichkeiten und Risiken auf.

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Der Wunsch nach einem festsitzenden Zahnersatz, also einem Implantat, ist nicht immer leicht zu erfüllen. Neben einigen Voraussetzungen muss der Patient auch Geduld für die intensive Planung mitbringen. Dr. Azadeh Esfandeyari ist an der Universitätszahnklinik Wien tätig. Im Interview erklärt sie, unter welchen Umständen sich ein festsitzender Zahnersatz lohnt, wie eine Implantation abläuft und was Implantatträger beachten sollten.

Wünscht sich der Patient einen festsitzenden Zahnersatz, so müssen in erster Linie eine zahnärztliche Diagnostik und präzise Planung durchgeführt werden. Die Planung vor der Zahnimplantation wird individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen des Patienten durchgeführt. In der Regel sind hierzu 2- bzw. 3-dimensionale Röntgenaufnahmen notwendig.

Das Knochenangebot, anatomische Besonderheiten des Kiefers und eine allgemeinmedizinische Anamnese müssen vor der Operation erhoben werden. Für einen festsitzenden Zahnersatz sind im Ober- und Unterkiefer bei guter Verteilung und angemessenem Implantatdurchmesser etwa 4 bis 6 Implantate nötig.

Ein Zahnimplantat ähnelt einer Zahnwurzel und ist meistens aus Titan. Zahnimplantate dienen als Verankerungselemente und können vom Zahntechniker erstellte Zahnkronen oder Zahnbrücken aufnehmen. Bei zahnlosen Patienten können Implantate zur besseren Prothesenverankerung dienen.

Um eine gute Einheilung von Zahnimplantaten im Kieferknochen gewährleisten zu können, ist neben dem Ausschluss allgemeinmedizinischer Risikofaktoren die präzise Beurteilung der zahnmedizinischen Gegebenheiten vor der Implantation vorzunehmen. Mithilfe von speziellen Bohrern wird das Implantatbett aufbereitet. Abhängig von der Knochendichte und Knochenqualität sowie der Primärstabilität, sollte eine Einheilzeit von 4 bis 6 Monaten im Oberkiefer bzw. von 2 bis 3 Monaten im Unterkiefer eingehalten werden.

Die herkömmliche Implantation erfolgt in örtlicher Betäubung. Bei ausreichendem Knochenangebot wird ein Zahnfleischschnitt gemacht, der Kieferknochen dargestellt und abhängig von Knochenbreite und Zahnposition das Implantatbett mit speziellen Implantatbohrern aufbereitet. Bei nicht ausreichendem Knochenangebot ist in manchen Fällen vor der eigentlichen Implantation ein Knochenaufbau notwendig.

Wie auch bei Patienten ohne Implantate wird eine tägliche Zahnzwischenraumreinigung mit speziellen kleinen Bürsten, sogenannten Interdentalbürsten, und Zahnseide empfohlen. Patienten mit Implantaten ist außerdem zu einer regelmäßigen Implantatnachsorge anzuraten.

Autor:in:
Medizinisches Review:
Erstellt am:

29. November 2018

Stand der medizinischen Information:

29. November 2018


Quellen:

Interview mit Dr. Azadeh Esfandeyari

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