Je öfter die Haut durch den unachtsamen Umgang mit der Sonne in Mitleidenschaft gezogen wird, desto höher ist das Risiko, als Spätfolge an Hautkrebs zu erkranken. Vor Sonnenbrand schützen in erster Linie Vermeidung praller Sonne und entsprechende Kleidung, aber auch Lichtschutzmittel wie Sonnencremes, -lotionen und -sprays. Eine sofortige Behandlung von Sonnenbrand mit kühlenden Cremes hilft, die Beschwerden zu lindern. Sind große Flächen betroffen oder Blasen entstanden, ist ärztliche Beratung und eine entzündungshemmende Therapie sinnvoll.
Zusammenfassung
- Sonnenbrände erhöhen das Hautkrebsrisiko.
- Sie entstehen durch UV-Strahlen und zeigen sich durch schmerzhafte Hautrötungen.
- Nach etwa 72 Stunden klingt ein leichter Sonnenbrand oft ab.
- Um ihn zu vermeiden, ist Sonnenschutz und angemessene Kleidung wichtig.
Quiz
Das Sonnenschutz-Quiz
Sonnenbrand im Überblick
Art | Hautausschlag (Exanthem) |
---|---|
Ursache | entzündliche Reaktion auf ultraviolette (UV) Strahlung |
Symptome | Hautrötungen, Blasenbildung, Bindehautentzündung, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Ohnmacht, Schwindel, Bewusstseinsveränderung |
Therapie | kalte Umschläge, hautberuhigende Aloe-Vera-Lotionen, Gels- oder Schaum mit Dexpanthenol, in schweren Fällen Kortisoncremes, entzündungshemmende Medikamente |
FAQ (Häufige Fragen)
Wie heilt man am schnellsten einen Sonnenbrand?
Sobald man einen Sonnenbrand bemerkt, sollte man umgehend aus der Sonne gehen und einen kühleren Ort aufsuchen. Kühlende, feuchte Umschläge auf der betroffenen Hautstelle tun gut.
Wie lange dauert es, bis ein Sonnenbrand weg ist?
Ausmaß und Verlaufsdauer sind abhängig vom Schweregrad des Sonnenbrands. In einem Zeitraum von 3-7 Tagen nach der Sonneneinwirkung bildet sich der Sonnenbrand zurück mit Abschuppen und nachfolgender Bräunung.
Welche Creme sollte man bei einem Sonnenbrand verwenden?
Eine hautberuhigende (parfümfreie) Creme oder Lotion mit Dexpanthenol, Aloe Vera können bei einem leichten Sonnenbrand helfen, gereizte Stellen zu lindern. Sie kühlen zusätzlich und unterstützen die Regeneration der Haut. Kortisoncremes oder andere entzündungshemmende Behandlungen sind meist nicht erforderlich. Sie können aber bei schweren Sonnenbränden zum Einsatz kommen.
Sonnenbrand tritt besonders häufig bei Menschen mit hellem Hauttyp auf (sogenannte Hauttypen I und II, das sind Menschen, die in der Sonne gar nicht oder nur wenig braun werden). Auch Kinder und Jugendliche sind besonders häufig betroffen. Bei Personen, die gut bräunen (Hauttypen III und IV), ist die Gefahr eines Sonnenbrandes eher gering, während bei Menschen mit von Natur aus dunkler Haut er fast gar nicht vorkommt.
Hierzulande kommen die Hauttypen I und II am häufigsten vor. Bezüglich der Häufigkeit liegen für Österreich derzeit keine konkreten Zahlen vor. Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert in einer Pressemitteilung (2024), dass in Deutschland etwa die Hälfte der Menschen im vergangenen Jahr einen Sonnenbrand hatte.
Das Risiko, im Laufe des Lebens an einem Melanom, dem "schwarzen Hautkrebs", zu erkranken, steigt mit jedem Sonnenbrand, besonders wenn er in der Kindheit und Jugend auftritt. Bei den nicht-melanozytären Hautkrebsarten, dem sogenannten "weißen Hautkrebs", sind es weniger die Sonnenbrände als vielmehr die dauernde, lebenslange Sonneneinstrahlung, beispielsweise im Gesicht und auf den Handrücken, die das Risiko bestimmt.
Die normale Reaktion der Haut auf Sonne ist Bräunung, eine Schutzreaktion der Haut. UV-Strahlen regen die Pigmentzellen der Haut an, Melanin zu bilden, welches als natürlicher Sonnenschutz dient. Je nach Hauttyp ist der Eigenschutz vor UV-Strahlung unterschiedlich ausgeprägt. Fehlender Sonnenschutz kann zu Hautschäden führen, die als Sonnenbrand sichtbar werden, begleitet von Schäden an der Erbsubstanz, die die Entstehung von Hautkrebs begünstigen können.
Ein Sonnenbrand entsteht durch Überexposition gegenüber UV-Strahlen, sei es durch Sonnenlicht oder künstliche Strahlung aus einem Solarium. Er betrifft nur die exponierten Hautstellen und breitet sich nicht auf andere Körperbereiche aus. Die UV-Strahlen aktivieren zunächst eine Entzündungsreaktion, bevor der Schaden spür- und sichtbar wird.
Mehr zum Thema: Hautkrebs » Welche Arten gibt es?
Symptome eines Sonnenbrands können sein:
- Scharf begrenzte, schmerzhafte Hautrötungen (Erytheme)
- Jucken und Hitzegefühl der betroffenen Stelle
- Zusätzliche Blasenbildung mit starken Schmerzen und Nässen bei Platzen der Blasen (schwerer Sonnenbrand).
- Bindehautentzündung bei starker Sonneneinstrahlung in das ungeschützte Auge.
- Bei ausgedehnten, großflächigen Sonnenbränden auch erhöhte Körpertemperatur.
- Auch Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufprobleme können bei starken Sonnenbränden auftreten. Zusätzlich können sie auch auf Hitzeschlag oder einen Sonnenstich hinweisen.
- Bei starken Verbrennungen und großflächigen Sonnenbränden können auch Symptome wie Ohnmacht oder Bewusstseinsveränderung auftreten.
Phasen eines Sonnenbrands:
Die typischen Hautrötungen beginnen 3-5 Stunden nach der Bestrahlung und erreichen nach etwa 12 Stunden ihr Maximum, bevor sie sich langsam zurückbilden.
SONNENBRAND-PHASEN | ZEITRAUM |
---|---|
Erste Hautrötungen | 3 - 5 Stunden nach Sonneneinwirkung sichtbar |
Maximum des Sonnenbrands | 24-48 Stunden nach Sonneneinwirkung |
Rückbildung des Sonnenbrands | 3-7 Tage nach der Sonneneinwirkung mit Abschuppen und nachfolgender Bräunung |
Ausmaß und Verlaufsdauer sind abhängig vom Schweregrad des Sonnenbrands. Es ist wichtig zu beachten, dass schwere Sonnenbrände ernsthafte gesundheitliche Folgen haben können und eine ärztliche Behandlung erforderlich ist.
Wiederholte Sonnenbrände erhöhen das Risiko für:
- Beschleunigte Hautalterung, Faltenbildung
- Dauerhafte Pigmentierungsstörungen wie weiße oder braune Flecken (Depigmentierungen bzw. Hyperpigmentierungen)
- Nach Blasenbildung manchmal Abheilung mit flachen Narben
- vermehrtes Auftreten von Muttermalen (bei Sonnenbränden in der Kindheit)
- Entstehung von Hautkrebsvorstufen (aktinische Keratose)
- Erhöhung des Risikos für maligne Melanome (schwarzen Hautkrebs).
Unabhängig vom Sonnenbrand kann es bei zu langem, ungeschütztem Aufenthalt in der prallen Sonne zu einer generellen Überwärmung des Körpers, vor allem des Gehirns, kommen. Verantwortlich dafür ist die Wärmestrahlung der Sonne und nicht, wie beim Sonnenbrand, die UV-Strahlen. Wenn es in der Hitze zu Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen kommt, kann ein Sonnenstich vorliegen und es sollte unbedingt Kühlung, Flüssigkeitszufuhr und ärztliche Hilfe gesucht werden. Die schwerste Form des Hitzeschadens ist der Hitzeschlag mit Fieber, Krämpfen und Bewusstlosigkeit.
Mehr zum Thema: Sonnenstich » Was tun in einer Notsituation?
Ein Sonnenbrand sieht einer Verbrennung 1. bis 2. Grades ähnlich. Aufgrund der Dauer der vorangegangenen UV-Exposition, dem zeitlichen Ablauf der Symptome sowie des scharf abgegrenzten, geröteten Hautbereichs ist die Diagnose für Betroffene und Ärzt:innen leicht zu stellen.
Sobald man einen Sonnenbrand bemerkt, sollte man umgehend aus der Sonne gehen und einen kühleren Ort aufsuchen. Kühlende, feuchte Umschläge auf der betroffenen Hautstelle tun gut. Auch eine hautberuhigende (parfümfreie) Creme oder Lotion mit Dexpanthenol, Aloe Vera können bei einem leichten Sonnenbrand helfen, gereizte Stellen zu lindern. Sie kühlen zusätzlich und unterstützen die Regeneration der Haut. Zudem sollte man darauf achten, ausreichend zu trinken. Kortisoncremes oder andere entzündungshemmende Behandlungen sind meist nicht erforderlich.
Beginnt die Haut nach ein paar Tagen sich zu schuppen und abzulösen, signalisiert das den natürlichen Heilungsprozess der Haut. Bei der Pflege dieser Hautbereiche sollten kühlende, feuchtigkeitsspendende Lotionen aufgetragen werden.
Wurde die Haut durch die Sonneneinstrahlung besonders stark geschädigt (Blasenbildung, starke Schmerzen), sollte eine Ärzt:in aufgesucht werden. Kühlende Cremes mit Kortison in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten können bei schweren Sonnenbränden zum Einsatz kommen und den Krankheitsverlauf etwas verkürzen.
Sobald man einen Sonnenbrand bemerkt, sollte man umgehend aus der Sonne gehen und einen kühleren Ort aufsuchen. Kühlende, feuchte Umschläge auf der betroffenen Hautstelle tun gut.
Bei einem leichten Sonnenbrand greifen manche Menschen gerne auf einfache Hausmittel zurück. Ob und wie gut diese helfen, ist wissenschaftlich jedoch kaum belegt. Beim Einsatz diverser Hausmittel ist auf jeden Fall Vorsicht angeraten, da sie in manchen Fällen auch schaden können.
Topfen-Wickel | Topfenwickel können die gerötete Stelle kühlen und zusätzlich Feuchtigkeit spenden, damit sich die Haut schneller regeneriert. Hier ist jedoch Vorsicht angebracht, Milchprodukte können die Haut auch zusätzlich reizen. Bei offenen Wunden oder Blasen sollten sie keinesfalls angewendet werden! |
---|---|
Kamillentee | Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung ist Kamille ein beliebtes Hausmittel. Durch feucht-kühle Umschläge mit kaltem Kamillentee kann man sich ihre Wirkung zunutze machen. |
Apfelessig | Bei Sonnenbrand tragen manche Leute mit Wasser verdünnten Apfelessig auf die betroffene Stelle auf. Da die Säure die Haut zusätzlich reizen kann, ist von der Anwendung jedoch definitiv abzuraten. |
Honig | Honig gilt als entzündungshemmend und antibakteriell. Bei Sonnenbrand sollte allerdings nur medizinischer Honig verwendet werden, da Haushaltshonig Keime enthalten kann. |
Reagiert die Haut bei Sonnenbestrahlung besonders empfindlich oder ist sie einer besonders starken Strahlung ausgesetzt, sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.
- Sensible Bereiche wie Stirn, Ohren, Nasenrücken sowie die Unterlippe benötigen besonderen Schutz.
- Kinder sind besonders gefährdet; ihre empfindliche Haut muss entsprechend gut geschützt werden.
- Vermeidung direkter Einstrahlung (kein "Sonnenbad", Aufenthalt im Schatten)
- Tragen geeigneter Kleidung, insbesondere das Tragen einer Kopfbedeckung mit Krempe oder Schirm, um das Gesicht zu schützen.
- Kleidung bietet umso besseren Schutz, je dichter der Stoff gewebt ist.
- Verwendung von Sonnenbrillen mit UV-Filter zum Schutz der Augen.
- Mithilfe des UV-Index lässt sich besser einschätzen, wie hoch die aktuelle UV-Strahlung in verschiedenen Regionen in Österreich ist.
Verwendung von Lichtschutzmitteln:
- Der Lichtschutzfaktor sollte je nach Stärke der Belastung, eigener Empfindlichkeit, Hauttyp und Körperregion ausgewählt werden.
- Bei sachgemäßer Anwendung ist die Wirksamkeit der Produkte zur Sonnenbrandvermeidung sehr hoch, so blockiert eine Sonnencreme mit einem LSF von 50 bereits 98 % der UVB-Strahlen.
- Im Sommer sollte man einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser 50 verwenden.
Es ist wichtig zu beachten, dass ein Sonnenbrand sogar an bewölkten Tagen entstehen kann. Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass ein hundertprozentiger Schutz mit keiner Maßnahme erreichbar ist und auch nicht sinnvoll wäre, da man die positiven Seiten der Sonneneinstrahlung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden bei allen damit verbundenen Gefahren nicht vergessen sollte.
Mehr zum Thema: Sonne » Wie schütze ich meine Haut?
Selbsttest
Welcher Hauttyp bin ich?
- Dermatologie, I. Moll (Hg.), Georg Thieme Verlag KG, 7. Auflage, Stuttgart, 2010
- Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin - Klinik, Diagnose, Therapie, D. Abeck, Springer Verlag GmbH, Heidelberg, 2010
- Hautkrankheiten - Symptome, Therapie, Beratung, Y. Adler, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 1. Auflage, Stuttgart, 2012
- Dermatologie - Lehrbuch und Atlas, G. Rassner, Urban & Fischer Verlag, 9. Auflage, München, 2009
- MSD Manuals: Sonnenbrand (12.06.2025)
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Sonnenbrand (12.06.2025)
- AOK Gesundheitsmagazin: Was hilft gegen Sonnenbrand? (12.06.2025)
- AOK Gesundheitsmagazin: Hilfe und Tipps bei Sonnenbrand (12.06.2025)
- Kinder- und Jugendärzte im Netz: Sonnenbrand – Sonnenallergie (12.06.2025)
- MedUni Innsbruck: UV Messnetz Österreich (12.06.2025)
- BfS Bundesamt für Strahlenschutz: Halb Deutschland riskiert einen Sonnenbrand (12.06.2025)