Umgang mit der Sonne: Wie schütze ich meine Haut?

Sonnencreme auf einem Kind das am Strand spielt
Vor allem Kinder vor dem 14. Lebensjahr müssen ausreichend vor der Sonne geschützt werden, da sonst das Risiko für Hautkrebs erheblich steigt.
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Sonnenschutz ist unverzichtbar, um das Risiko auf die Entstehung von Hautkrebs niedrig zu halten. Ein Hautarzt beantwortet die wichtigsten Fragen.

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Wie ungesund ist das Bad in der Sonne wirklich? Wie viel UV-Strahlung ist bei Kindern tolerierbar? Merkt sich die Haut alle Sonnenschäden? Der Wiener Dermatologe Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto spricht im Interview über die wichtigsten Fragen zum richtigen Umgang mit der Sonne.

Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Sonnenschutz ist naturgemäß im Sommer extrem wichtig, da beim Baden oder anderen Freizeitaktivitäten die Haut großflächiger der UV-Strahlung ausgesetzt wird. Es gibt mehr Sonnenstunden als zu anderen Jahreszeiten, die Gefahr für Sonnenbrand steigt. Vor allem aber ist der Sonnenschutz zu Sommerbeginn unverzichtbar, da die Haut nach dem Winter besonders empfindlich ist. Schutz vor der Sonne ist aber auch im Winter wichtig, in den Bergen ist man der Sonne z.B. beim Skifahren ausgesetzt, deshalb sollte besonders das Gesicht sorgfältig mit Sonnenschutzmitteln eingecremt werden.

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Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Das kommt darauf an, was man unter Sonnenbaden versteht. Von intensivem "Braten" in der Sonne würde ich jedenfalls abraten. Generell ist es eine Frage des Hauttyps, wie gut die Sonne vertragen wird. Menschen mit heller Haut erleiden sehr schnell Hautverbrennungen und sollten sich nicht der prallen Sonne aussetzen. Häufiges und langes Sonnenbaden fördert die Hautalterung, die Entstehung von Pigmentflecken und Hautkrebs. Oft hört man, dass die Sonne einen Mangel an Vitamin D ausgleichen kann. Tatsächlich ist es so, dass dies in Studien weder bestätigt noch widerlegt werden konnte. Sonnenlicht ist zwar an der Bildung des Vitamins beteiligt, es wird aber auch über die Nahrung aufgenommen. Bei einem akuten Vitamin-D-Mangel braucht es Supplemente, die diesen wieder ausgleichen.

Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Solange man keinen Sonnenbrand bekommt, zeigt das aufgetragene Sonnenschutzmittel Wirkung. Es sollte bei der Auswahl des Produktes aber unbedingt darauf geachtet werden, ob es sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützt. UVA-Strahlung ist für die Zellschädigung in den tieferen Hautschichten und für vorzeitige Hautalterung verantwortlich. Das Produkt kann außerdem nur wirken, wenn regelmäßig nachgecremt wird, vor allem nach Wasserkontakt.

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Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Besonders wichtig ist der Schutz von Körperbereichen, die nicht von Kleidung bedeckt sind, also exponierte "Auslageflächen" wie Gesicht, Dekolleté, Ohren, Nacken und Hände. Diesen Stellen sollte genügend Beachtung beim Sonnenschutz geschenkt werden. Dort erhöht sich nämlich nicht nur die Gefahr für die Entwicklung von bösartigem Hautkrebs, die Hautalterung schreitet auch schneller voran, Pigment- und Altersflecken bilden sich.

Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Für hellhäutige oder sehr sonnenempfindliche Menschen empfiehlt sich das Tragen spezieller Textilien, die besonders UV-abweisend sind. Aber in sehr sonnenintensiven Ländern wie Australien ist es für jeden ratsam, speziell UV abweisende Textilien zu tragen. Solange es sich nicht um transparente Stoffe handelt, schützt normale Kleidung ausreichend, vor allem wenn zusätzlich Sonnencreme benutzt wird.

Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Wasser schützt definitiv nicht vor Sonneneinstrahlung. Vor dem Schwimmen sollte man sich gut mit wasserfesten Lotionen einschmieren, nach dem Abtrocknen gut nachcremen. Beim Tauchen und Schnorcheln schützt am besten ein langärmeliger Neoprenanzug, der auch die Beine ganz bedeckt.

Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Kinderhaut reagiert weit sensibler auf Sonneneinstrahlung als die Haut von Erwachsenen. Kinder jeden Alters sollten auch wegen der Gefahr einer Dehydrierung besonders aufpassen nicht zu lange in der prallen Sonne zu verweilen. Im Schatten spielen, ein Sonnenhut, ein T-Shirt und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist die beste Kombination für Kinder am Strand oder im Freibad. Studien haben ergeben, dass bei Sonnenbränden vor dem 14. Lebensjahr eher Spätfolgen wie Hautkrebs zu erwarten sind als bei jenen Hautverbrennungen, die im Erwachsenenalter passieren. Seine Kinder vor der Sonne richtig zu schützen ist also eine unverzichtbare Angelegenheit.

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Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Sehr oft kommen Menschen mit Alters- und Pigmentflecken zu mir, die durch die Sonne entstanden sind. Um diese zu vermeiden, hilft lediglich, sich mit Sonnencreme vor UV-Strahlung zu schützen. Entfernen kann man diese Veränderungen der Haut z.B. mit Laserbehandlungen oder in dem man sie oberflächlich abträgt. Viele Patienten kommen auch mit bösartigen Hauttumoren in meine Praxis. An der Entwicklung von Basaliomen, auch "weißer Hautkrebs" genannt, ist zu mehr als 90 % ungeschützter Sonnenkontakt schuld. Basaliome aber auch Melanome, "schwarzer Hautkrebs", treten besonders an Händen, Kopf, Stirn und Nase auf, also wiederum an Körperstellen, die häufig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Der menschliche Körper hat Reparaturmechanismen, die bis zu einem gewissen Grad Zellschädigungen durch die Sonne heilen können. Jedoch werden nicht alle Sonnenschäden der Haut vollständig repariert, der Körper "merkt" sich Sonnenbrände. Das hat zwar keine unmittelbaren Folgen, kann jedoch zu einem späteren Zeitpunkt Hautkrebs auslösen. Auch was den Hautalterungsprozess betrifft, macht sich oftmalige UV-Belastung bemerkbar. Die elastischen Fasern der Haut werden zerstört und können vom Körper nur teilweise wiederaufgebaut werden. Das Ergebnis ist faltige Haut.

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Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto: Wenn man etwas zu viel Sonne erwischt hat, ist ein kühlender Wickel mit Wasser, Eis oder Topfen empfehlenswert. Bei trockener Haut nach einem Sonnentag kann man spezielle Pflegesalben auftragen, bei schlimmen Sonnenbränden helfen Präparate mit Cortison.

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Autor:in:
Medizinisches Review:
Erstellt am:

27. März 2014

Stand der medizinischen Information:

27. März 2014


Quellen:

Interview mit Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto am 19.02.2014

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