5 Fragen zur Nackenfaltenmessung

Zuletzt aktualisiert am 17. Mai 2019

Werdende Eltern bei der Nackenfaltenmessung
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Die in der Schwangerschaft durchgeführte Nackenfaltenmessung kann Hinweise auf mögliche Fehlbildungen beim Ungeborenen geben. Was sollten Sie zu dieser Form der Pränataldiagnostik wissen?

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Inhaltsverzeichnis

Die Nackenfaltenmessung ist eine Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft. Im Zuge dessen kann die Nackenfalte des Babys auf anlagebedingte Störungen untersucht werden. Sie zeigt jedoch nur die statistische Wahrscheinlichkeit für ein erhöhtes Risiko an und ist nicht als Diagnose zu verstehen. Wann sollten Schwangere eine Nackenfaltenmessung durchführen, was passiert dabei und wie zuverlässig ist das Ergebnis?

Art

pränatale Ultraschalluntersuchung

Anlass

optionale Risikoeinschätzung für Fehlbildungen

Durchführender Arzt

Gynäkologe, Humangenetiker

Mögliche Diagnose

keine

Nebenwirkungen

keine bekannten

Gegen Ende des dritten Schwangerschaftsmonats bildet der Fötus ein Nackenödem aus. Das bedeutet: Im Nackenbereich des Bauchbewohners sammelt sich Flüssigkeit an. Dieses Nackenödem zeichnet sich auf dem Ultraschallbild dunkel ab. Bei einem gesunden Kind sollte die Nackenfalte eine maximale Transparenz von 2,5 mm aufweisen. Je nach Schwangerschaftswoche liegt der optimale Wert zwischen 1 und 2,5 mm. Werte, die deutlich darüber liegen, können ein Hinweis auf eine Fehlbildung sein. Möglich sind zum Beispiel eine Chromosomenabweichung oder ein Herzfehler.

Üblicherweise erfolgt die Nackenfaltenmessung zwischen der 10. und der 14. Schwangerschaftswoche. Idealerweise fällt sie auf die 12. Schwangerschaftswoche, in der ein besonders aussagekräftiges Ergebnis zu erwarten ist. Lymph- und Harnsysteme, die für die Ausscheidung von Flüssigkeit sorgen, entwickeln sich erst zwischen der 11. und 14 Schwangerschaftswoche. Vor der 11. Schwangerschaftswoche ist der Fötus für genaue Messwerte noch zu klein, nach der 14. Schwangerschaftswoche verschwindet das Ödem von selbst.

Die Untersuchung wird per Ultraschall, entweder vaginal oder über die mütterliche Bauchdecke durchgeführt. Sie birgt keine Risiken für Mutter und Kind. Die werdende Mutter liegt dabei auf dem Rücken und kann die Messung auf dem Ultraschallmonitor beobachten. Die Nackenfaltenuntersuchung zählt nicht zu den routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen und wird meist nur auf Wunsch der Schwangeren durchgeführt. Explizit empfohlen wird sie bei schwangeren Frauen über 35 Jahren sowie bei Risikoschwangerschaften.

Wichtig: Die Nackenfaltenmessung ist kein sicheres Diagnosewerkzeug. Sie liefert nur einen Anhaltspunkt für mögliche Fehlbildungen oder Anomalien. Ein falsch positives Ergebnis ist ebenso möglich wie ein falsch negatives Ergebnis. Heißt also: Bei manchen Föten mit tatsächlicher Fehlbildung ist ein Nackenödem nicht erkennbar. Anders herum werden viele Kinder mit auffälligen Werten vollkommen gesund geboren. Insofern sollten werdende Mütter auch dann Ruhe bewahren, wenn die Nackenfaltenmessung einen erhöhten Wert liefert.

Wenn die Nackentransparenzmessung keine Auffälligkeiten ergeben hat, sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich. Liegt ein erhöhter Wert vor, wird der Arzt einen Triple-Test veranlassen, bei dem ein Hormonstatus gemacht wird. Bestätigt sich auch hier der Verdacht, wird der Gynäkologe zu einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) raten.

Da die Ergebnisse dieser Untersuchungen sehr belastend sein können, sollten werdende Eltern im Vornherein abwägen, ob sie diese überhaupt in Anspruch nehmen wollen.

Autor:in:
Zuletzt aktualisiert:

17. Mai 2019

Erstellt am:

10. März 2017


Quellen:

Pränataldiagnostik und psychosoziale Beratung, K. Wassermann, A. Rohde, Schattauer Verlag, Stuttgart, 2009

Bundesministerium für Gesundheit/ Pränataldiagnostik (17.05.2019)