Beta-hCG (BHCG, humanes Choriongonadotropin, Schwangerschaftshormon)

Das Hormon Beta-hCG kann durch sowohl im Blut als auch im Urin nachgewiseen werden
Das Hormon Beta-hCG wird während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet.
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Ein erhöhter Beta-hCG-Wert ist ein Hinweis für eine bestehende Schwangerschaft. Im Blutserum ist dieser bereits sieben Tage nach der Befruchtung nachweisbar.

Medizinische Expertise

Berit Petek

Dr. Berit Petek

FÄ für Med. und Chem. Labordiagnostik
www.medlabor.at
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Inhaltsverzeichnis

Während der Schwangerschaft wird Beta-hCG gebildet, um den Gelbkörper zur Progesteronbildung anzuregen. Eine Schwangerschaft kann anhand dieses Wertes etwa 12 bis 14 Tage nach der Befruchtung im Harn, im Blut etwa schon nach 7 Tagen nachgewiesen werden. Erhöhte Beta-hCG-Werte können aber auch andere Ursachen haben.

  • HCG wird von der Plazenta gebildet und ist wichtig, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten.
  • Beta-hCG kann im Blut oder im Harn nachgewiesen werden.
  • Ein stark erhöhter hCG-Wert kann auch auf bestimmte Tumoren oder Auffälligkeiten in der Schwangerschaft hindeuten. Ein niedriger hCG-Wert bei fortgeschrittener Schwangerschaft kann auf eine Fehlgeburt hindeuten.
  • Der Beta-hCG-Wert steigt zu Beginn der Schwangerschaft an, erreicht das Maximum in der 10 -12. SSW und fällt ab der 15. SSW wieder ab.
  • HCG kann nicht nur von der Plazenta, sondern auch von einigen Tumoren gebildet werden.

Das humane Choriongonadotropin, kurz hCG, ist ein Peptidhormon, das während der Schwangerschaft von der Plazenta (Mutterkuchen) gebildet wird. Es regt den Gelbkörper zur Bildung von Progesteron an und hält somit die Schwangerschaft aufrecht.

Das hCG besteht aus einer unspezifischen Alpha-Kette und einer spezifischen Beta-Kette.

Beta-hCG ist demnach eine Untereinheit des hCG. In Tests wird entweder nur die Beta-Untereinheit gemessen oder das komplette hCG.

Bei der Frau und beim Mann kann der hCG-Wert in bestimmten Fällen als Tumormarker verwendet werden, ein erhöhter hCG-Wert kann auf verschiedene Krebserkrankungen hindeuten. HCG kann von einigen Tumoren der Keimdrüsen oder der Plazenta sowie dem Ovarialkarzinom produziert werden, seltener finden sich erhöhte HCG-Werte bei Tumoren der Mamma, der Leber, des Dünn- und Dickdarms, der Nieren und beim Bronchialkarzinom.

Die Werte des hCG bzw. Beta-hCG werden entweder im Blut oder im Urin gemessen, wobei Werte im Urin grundsätzlich niedriger als im Blut sind.

Als Ursache für hohe Beta-hCG-Werte gelten u.a.

  • Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Extrauterine Schwangerschaft (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter): Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität), Schwangerschaft im Eierstock (Ovarialgravidität), Schwangerschaft im Gebärmutterhals (Cervixgravidität)
  • Blasenmole (Plazentafehlbildung)
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)
  • Hodenkrebs

Niedrige bzw. langsam aufsteigende Beta-hCG-Werte können u.a. auf Komplikationen in der Schwangerschaft wie eine Fehlgeburt hindeuten.

Im Blutserum ist eine Schwangerschaft bereits nach sieben Tagen nachweisbar. In den ersten Schwangerschaftswochen steigt der hCG-Wert rasch, erreicht um die 10. SSW den Höhepunkt und fällt dann ab der 15. SSW wieder ab. 

Schwangerschaftswoche (SSW) Beta-hCG in Units pro Liter (U/l)
3 5 – 50 
4 50 – 500 
5 100 – 5.000
6 500 – 10.000
7 1.000 – 50.000
8 10.000 – 100.000
9-10 15.000 – 200.000
11-14 10.000 – 100-000
2. Trimenon 8.000 – 100.000
3. Trimenon 5.000 – 65.000

Werte im Urin: < 10 U/l (ca. 14 Tage nach der Befruchtung)

Die angegebenen Werte sind als Richtwerte zu verstehen. Die tatsächlichen Werte müssen individuell von einem Arzt interpretiert werden.

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