Harnwegsinfekt: Wann zum Arzt?

Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2020

Urintest wird mit Harnteststreifen durchgeführt
Der Urologe untersucht für die Diagnose eines Harnwegsinfekts den Einmalkatheterharn.
© Gerhard Seybert / Fotolia.com

Harnwegsinfekte und Blasenentzündungen: Brennen beim Wasserlassen und ziehende Schmerzen im Unterbauch sind typische Symptome. Muss man immer sofort zum Arzt? 

Medizinische Expertise
Martin Haydter

OA Dr. Martin Haydter

Facharzt für Urologie und Andrologie

www.uro2day.at

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Inhaltsverzeichnis

Je länger gewartet wird, desto eher vermehren sich die Bakterien in den Harnwegen und es kann zu Komplikationen (z.B. Nierenbeckenentzündung) kommen. Mit einem Harnstreifentest kann der Urologe eine Infektion nachweisen. Therapiert wird mit Antibiotika, die nur von einem Arzt verschrieben werden können. Hausmittel dienen nur der Vorbeugung von Blasenentzündung und Co.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie einen Urologen aufsuchen:

  • Schmerzen/Brennen beim Urinieren (Miktion)

  • Stechende und ziehende Schmerzen im Unterbauch

  • Verstärkter Harndrang mit Abgabe geringer Harnmengen

  • Bei Fieber und Schmerzen, die in den Rücken und unter die Rippen ausstrahlen, sollten Sie sofort zum Arzt bzw. in die Notfallambulanz eines Krankenhauses: Es kann sich um eine Kolik der Nieren oder eine Nierenbeckenentzündung handeln.

  • Auch bei Blut im Urin sollten Sie zur Abklärung der Ursache auf alle Fälle zum Arzt.

Der Urologe stellt die Diagnose eines Harnwegsinfekts anhand eines ausführlichen Patientengesprächs und einer Untersuchung des Einmalkatheterharns. Dabei entnimmt der Arzt eine kleine Menge Harn mit einem dünnen Katheter durch die Harnröhre aus der Blase. Aus dieser Probe wird eine Harnkultur angelegt. So kann der Arzt die jeweiligen Erreger genau bestimmen und die entsprechenden Antibiotika verschreiben. Das ist vor allem bei häufig auftretenden bzw. chronischen Harnwegsinfekten wichtig. Achten Sie darauf, die Medikamente zu Ende zu nehmen, auch wenn die Symptome bereits verschwunden sind.

Der Arzt kann Ihnen folgende Fragen zur Abklärung Ihrer Symptome und zur Diagnose eines Harnwegsinfekts stellen:

  • Welche Beschwerden/Schmerzen haben Sie?

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?

  • Müssen Sie häufig Wasser lassen?

  • Haben Sie Blut im Urin?

  • Haben Sie zusätzlich Scheidenausfluss?

  • Haben Sie Fieber?

  • Waren Sie in letzter Zeit unterkühlt?

  • Hatten Sie vor Einsetzen der Beschwerden Geschlechtsverkehr?

Auf die Fragen des Arztes zu antworten muss Ihnen nicht unangenehm sein. Fragen zur sexuellen Aktivität sind manchmal notwendig und ganz normal. Viele Frauen bekommen nach dem Geschlechtsverkehr eine Blasenentzündung bzw. einen Harnwegsinfekt. Einer Infektion können Sie z.B. vorbeugen, indem Sie gleich nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette gehen. So werden eventuelle Bakterien aus der Harnröhre gespült und können sich nicht festsetzen und vermehren.

Wenn Sie schon einen Harnwegsinfekt haben, ist es besser, den Arzt aufzusuchen, als Selbstmedikation mit Hausmitteln zu probieren. Preiselbeer-Produkte, Wärme an Füßen und Bauch (Wärmeflasche), essen von rohem Knoblauch, Meerrettich, Thymian und Oregano können zur Vorbeugung einer Entzündung helfen oder unterstützend bei der Antibiotikatherapie sein.

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Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

28. Mai 2020

Erstellt am:

23. Juni 2014

Stand der medizinischen Information:

28. Mai 2020


Quellen:

Endlich Schluss mit Blasenentzündungen, S. Knöpfel, TRIAS Verlag, Stuttgart, 2003

Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management unkomplizierter bakterieller ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten, AWMF-Register Nr. 043/044, 2017 (28.05.2020)

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