PC-Arbeit: So bleiben die Augen fit

Zuletzt aktualisiert am 5. Januar 2021

Frau im Büro greift sich auf ihre Augen, die müde sind von der Bildschirmarbeit
Regelmäßige Arbeitspausen und Augentropfen helfen bei trockenen Augen.
© sebra / Fotolia.com

Lange Bildschirmarbeit macht Augen oft müde und gerötet, sie trocknen aus oder neigen zum Tränen. Betroffene können sich jedoch gut selbst helfen.

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Regelmäßige Bildschirmpausen und gezieltes Augentraining können zwischendurch helfen, die Tränenflüssigkeit wieder fließen zu lassen. Helfen diese Methoden nicht, ist Eintropfen mit speziellen Medikamenten gegen trockene Augen ratsam. Zu nahe am Bildschirm zu sitzen kann nicht nur zu gereizten Augen führen, sondern auch zur Entwicklung von Kurzsichtigkeit beitragen. Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, Leiterin der Augenabteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung, berät zum richtigen Umgang mit trockenen Augen bei Arbeit vor Laptop und Co. Sie gibt außerdem Tipps, wie sich die Erkrankung Trockenes Auge vorbeugen lässt:

"Die Hauptursache für Symptome des Trockenen Auges bei Bildschirmarbeit ist, dass wir alle dazu neigen, regelrecht auf den Computer zu starren. Wird zu wenig geblinzelt, wird die Augenoberfläche nicht ausreichend befeuchtet, es kommt zu juckenden, reibenden und gereizten Augen", erklärt Prof. Binder. Nicht nur vor PC und Laptop können die Augen austrocknen, Fernsehen kann dieselbe Wirkung haben. "Überlastete Augen machen sich unter anderem auch durch Kopfschmerzen, Druckgefühl hinter den Augen, Tränen und Rötung bemerkbar. Bei solchen Symptomen sollte gehandelt werden", informiert die Expertin.

5-minütige Bildschirmpausen helfen den Augen, sich zu erholen. Die Tränenproduktion wird z.B. durch Lidmassagen und das Auf- und Zumachen der Augen gefördert. So eine Erholungspause ist alle 1,5 Stunden sinnvoll.

Wenn Pausen und Übungen die Augen nicht ausreichend befeuchten, rät Prof. Binder zu Augentropfen: "Es kommt ganz auf die Ursache des trockenen Auges an, ob nicht-medikamentöse Maßnahmen ausreichend wirken oder nicht. Das Sicca-Syndrom (Trockenes Auge) entsteht einerseits durch einen Flüssigkeitsmangel und andererseits durch ein Zuwenig des Fettanteils in der Tränenflüssigkeit. Für Menschen mit leichten Symptomen reichen dünnflüssige Tropfen meist aus, erst wenn diese nicht mehr helfen, sollte zu dickflüssigeren gegriffen werden." Die Augenspezialistin befürwortet Produkte ohne Konservierungsmittel, da diese – über längere Zeit verwendet – nicht zu Reizungen führen, wie es bei der Verwendung von Konservierungsstoffen der Fall sein kann.

Warum Personen unterschiedlich empfindlich auf Belastungen durch Bildschirmarbeit reagieren, ist nicht zur Gänze geklärt, so Prof. Binder: "Genetische Ursachen konnten bisher nicht ausgemacht werden. Da es sich eigentlich nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt, stellt das trockene Auge keinen besonderen medizinischen Forschungsschwerpunkt dar."

Das Kräftigen der Augenmuskulatur wirkt nicht nur vorbeugend gegen trockene Augen, sondern hält das Sinnesorgan Auge im Ganzen fit. Es können sowohl die inneren als auch die äußeren Muskeln trainiert werden:

  • Äußere Augenmuskulatur: Blicken Sie abwechselnd in alle sichtbaren Ecken des Raumes, in dem Sie sich befinden und bewegen Sie dabei nur die Augen und nicht den Kopf mit.

  • Innere Augenmuskulatur: Halten Sie sich einen Bleistift 50 cm entfernt vor die Augen. Fixieren Sie den Stift und führen Sie ihn langsam zu sich. Verschwimmt der Bleistift vor den Augen, führen Sie ihn langsam wieder weg. Diese Übung können Sie einige Male wiederholen.

Intensive Beschäftigung mit Laptop, PC und Spielekonsolen sowie Lesen kann sich bei Kindern in der Entwicklung auch negativ auf die Augen auswirken, erzählt Prof. Binder: "Tatsächlich trägt vor allem Lesen und Computerarbeit bei Kindern dazu bei, eher Kurzsichtigkeit zu entwickeln. Kinder, die sich viel im Freien aufhalten und draußen spielen, sind laut einer Studie wesentlich seltener Brillenträger."

Autor:in:
Zuletzt aktualisiert:

5. Januar 2021

Erstellt am:

30. Juli 2014


Quellen:

Interview mit Univ.-Prof. Dr. Susanne Binder, am 28.07.2014