Heilpflanzen für Niere, Blase und Prostata

Zuletzt aktualisiert am 29. September 2020

Heilpflanzen in einem Mörser
Für viele körperlichen Probleme gibt es ein passendes Heilkraut.
© Alexander Raths / Shutterstock.com

Heilpflanzen können bei verschiedensten Problemen weiterhelfen. Lesen Sie mehr über die besten Pflanzen gegen Blasenentzündung und Co.

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Inhaltsverzeichnis

Niere und Blase gehören zu den ableitenden Harnwegen. Sie sind verantwortlich für unseren Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt. In unseren Nieren werden unter anderem die Ausscheidung von wasserlöslichen Giften und der Mineralstoffhaushalt reguliert. Eine nachlassende Funktion kann sich durch vielschichtige Beschwerden äußern: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, ein Anstieg des Blutdruckes, trüber Harn, Mund- oder Hautgeruch oder ein vermehrtes Durstgefühl können ein erster Hinweis auf eine geschwächte Nierenfunktion sein. Eine wichtige Säule in der Therapie von Nierenerkrankungen ist die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Heilkräuter wie Cranberry, Kürbis, Goldrute oder Brennnessel erfahren in der Therapie von Erkrankungen der Harnwege eine immer größere Bedeutung. Jede Nierenerkrankung muss ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden. Auch für Prostatabeschwerden gibt es geeignete Heilkräuter.

Viele Frauen kennen das Gefühl: es brennt und schmerzt beim Wasserlassen, es kommt zu häufigem Harndrang. Auch Fieber kann auftreten. Eine Blasenentzündung tritt häufig bei Frauen auf, Geschlechtsverkehr begünstigt die Entstehung. Unbehandelt kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen. Eine therapiebegleitende Maßnahme stellen harntreibende und desinfizierende Heilpflanzen dar. Dazu gehören z. B Goldrutenkraut, Bärentraubenblätter und Birkenblätter. Zu beachten ist, dass immer ausreichend Flüssigkeit getrunken und den Getränken kein Zucker beigemengt wird. Um ein erneutes Auftreten der Beschwerden zu vermeiden, sollte auch nach dem Abklingen der Beschwerden weiter therapiert werden.

Desinfizierende Heilkräuter
Pflanze Wirkung Zubereitung
Bärentraube Der Hauptwirkstoff des Bärentraubenblattes hemmt die Bakterien in ihrem Wachstum, wirkt aber nicht harntreibend. Wegen des hohen Gerbstoffgehaltes maximal 8 Tage lang anwenden und nicht häufiger als 5 Mal jährlich. Etwa 3g (1TL) des Blattes wird mit kaltem Wasser aufbereitet und sollte 6-12 Stunden ziehen. 3 bis 4 Tassen täglich trinken. Nicht während Schwangerschaft, Stillzeit oder Kindern geben.
Preiselbeere & Cranberry Die Preiselbeere wirkt desinfizierend auf den Harntrakt. Die Inhaltsstoffe der Cranberry verhindern ein Festsetzen der Bakterien im Harntrakt. Die Wirkung hält bis zu 10 Stunden an. Zubereitungen als Saft oder in Form von Tabletten oder Granulaten gelten wegen ihres angenehmen Geschmacks als sehr beliebt.
Goldrute Die Wirkstoffe der Goldrute sind antibakteriell, aber auch entzündungshemmend, krampflösend, harntreibend, schmerzlindernd und entzündungshemmend. 1 Teelöffel Goldrutenkraut wird mit einer Tasse heißem Wasser übergossen und 20 Minuten ziehen gelassen. Mehrmals täglich zwischen dem Essen trinken.
Durchspülende Heilpflanzen
Pflanze Wirkung Zubereitung
Ackerschachtelhalm Das Kraut ist leicht harntreibend und fördert die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Es wird zur Durchspülung bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege eingesetzt. 1 Esslöffel wird mit einer Tasse Wasser 15 Minuten zum Kochen gebracht. Etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Mehrmals täglich trinken.
Brennnessel Die mineralstoffhaltige Brennnessel regt bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr die Nierenfunktion an und ist entzündungshemmend. Für eine Tasse Tee 2 TL des Blattes mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. 3-4 Mal täglich trinken.
Löwenzahn Der Löwenzahn wirkt harntreibend und regt den Stoffwechsel an. 3-4 g der Teedroge mit kalten Wasser übergießen und kurz aufkochen. 10 Minuten ziehen lassen. 3-4 Mal täglich eine Tasse trinken.
Birke Die Birkenblätter regen die Nierenfunktion an und sind harntreibend, sowie entzündungshemmend. Sie werden eingesetzt bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege. Für die Teebereitung werden 2 TL mit heißem Wasser übergossen und 15 Minuten stehen gelassen. Mehrmals täglich trinken.

Lagern sich Substanzen in den ableitenden Harnwegen ab, welche eigentlich im Urin gelöst sein sollten, kann es zur Bildung von Nierensteinen kommen. Wandern sie von der Niere in die Harnröhre, können sie schmerzhafte Koliken und andere Beschwerden hervorrufen. Kleinere Steine werden mit Hilfe einer medikamentösen Therapie und einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr ausgeschwemmt. Für eine Durchspülungstherapie und vor allem zur Vorbeugung können unter anderem Goldrute, Brennnessel, Schachtelhalm und Löwenzahn, aber auch der Genuss von Spargel, zum Einsatz kommen.

Ständig das Gefühl auf die Toilette zu müssen? Unfreiwilliger Harnverlust? Die Symptome einer Blasenentzündung sind ähnlich. Der Unterschied zur Reizblase liegt aber im Fehlen von Erregern im Harn. Neben dem Blasentraining oder Medikamenten können auch Heilpflanzen unterstützend bei der Therapie eingesetzt werden. Die Therapie mit diesen wird dabei an die jeweiligen Befindlichkeiten angepasst. Am häufigsten eingesetzt werden Zubereitungen aus Kürbis, Sägepalme, Brennnessel und Goldrute.

Bei der gutartigen Prostatavergrößerung kann es unter anderem zu einem Harnträufeln, häufigem Harnlassen oder zu einem verringerten Urinstrahl kommen. Neben einer medikamentösen Therapie können im Stadium I auch Phytotherapeutika eingesetzt werden. Dazu gehören z. B. Kürbis, Sägepalme, Brennnessel und Weidenröschen. Um die bestmögliche Wirkung zu erzielen, sollte auf eine ausreichende Wirkstoffkonzentration geachtet werden. Vor Beginn der Behandlung ist es zur genaueren Abklärung ratsam, einen Urologen aufzusuchen.

Heilpflanzen für die Prostata
Pflanze Wirkung
Brennnessel Die Brennnessel findet breite Anwendung, bei der Prostatavergrößerung wird die Wurzel eingesetzt. Sie ist krampflösend, lindert Entzündungen, steigert die ausgeschiedene Harnmenge und erhöht den Harnfluss.
Kürbis Die Samen des Kürbisses wirken wassertreibend und blasenkräftigend. Außerdem haben sie einen Einfluss auf den Stoffwechsel der Hormone Prostaglandin und Prolaktin, welche eine Wirkung auf die Prostata haben.
Sägepalme Die Inhaltsstoffe der Sägepalmenfrüchte wirken stärkend, krampflösend und entzündungshemmend auf Blase und Prostata. Die Besserung setzt allerdings erst nach längerfristiger Einnahme ein.
Weidenröschen, kleinblütig Das kleinblütige Weidenröschen wird in der Volksmedizin als Heilpflanze bei einer vergrößerten Prostata eingesetzt. Es soll entzündungshemmend wirken, aber auch einen Einfluss auf die Prostaglandinbildung haben.
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Zuletzt aktualisiert:

29. September 2020

Erstellt am:

9. September 2016


Quellen:

Wichtl- Teedrogen und Phytopharmaka, W. Blaschek, 6. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2016, Stuttgart

Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, U. Bühring, 4. Auflage, Haug Verlag, 2014, Stuttgart