Topfenwickel

Zuletzt aktualisiert am 30. April 2020

Frau hat Halsschmerzen und trägt einen Topfenwickel
Ein warmer Topfenwickel kann bei Halsschmerzen Wunder bewirken.
© DimaBerlin / Shutterstock.com

Topfenwickel ist ein altes Hausmittel, das entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Kalter Topfenwickel und warmer Topfenwickel werden unterschiedlich angewandt.

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Sie sind sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder und ältere Menschen geeignet. Selbst für Säuglinge ist ein Topfenwickel sehr gut verträglich. Die Ausführung eines Topfenwickels ist einfach: Es werden lediglich eine Packung Topfen und zwei Tücher gebraucht. Die Dauer der Anwendung des Topfenwickels liegt zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden – sie ist abhängig von der Temperatur des Wickels.

  • Topfenwickel ist ein entzündungshemmendes Hausmittel.
  • Der Wickel kann unter anderem bei Husten, Hautproblemen und durch Stillen entzündeten Brustdrüsen zur Anwendung kommen.
  • Der Topfen wird wahlweise direkt auf der Haut aufgetragen oder in einem Tuch eingeschlagen.
  • Kalter Topfenwickel ist zur Linderung von Fieber, Kopfschmerzen und akuten Entzündungen geeignet.
  • Warmer Topfenwickel hilft gegen Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen.
Art Hausmittel
Indikationen Erkrankung der Atemwege, Entzündungen
Kontraindikationen Milcheiweiß-Kontaktallergie, offene Wunde
Nebenwirkungen keine bekannten
  • Entzündliche Erkrankungen: Bei akuten Erkrankungen der Atemwege (Husten, Bronchitis...), sowie Gelenksschmerzen und Schwellungen wirken Topfenwickel lindernd.
  • Hautprobleme: Bei Erkrankungen der Haut wie z.B. Akne kann der Dermatologe Topfenwickel verordnen.
  • Stillende: Es kommt häufig vor, dass sich die Brustdrüsen beim Stillen entzünden (Mastitis). So finden Topfenwickel schon auf der Geburtsabteilung im Krankenhaus Anwendung.
  • Säuglinge: Da der Topfen selbst bei Kleinstkindern sehr gut vertragen wird, können sogar Säuglinge damit behandelt werden. Bevorzugtes Einsatzgebiet: Husten und Halsschmerzen.

Kommt Topfen mit der menschlichen Haut in Kontakt wird ein Milchsäureprozess eingeleitet, dadurch werden Entzündungsstoffe angezogen. Die Milchsäure im Topfen öffnet die Poren der Haut, durch die Reizung der Milchsäure wird die Durchblutung angekurbelt, die Entzündungsstoffe werden vom Topfen aufgesaugt und so aus dem Körper transportiert. Zudem kommt es auf die Temperatur des Wickels an. Kalte und warme Topfenwickel werden durch ihre unterschiedliche Wirkungsweise verschieden angewandt.

Kalter Topfenwickel

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • kühlend
  • ableitend

Warmer Topfenwickel

  • entzündungshemmend
  • schleimlösend

Für einen Topfenwickel ist handelsüblicher Magertopfen völlig ausreichend. Der Topfen wird etwa fingerdick auf die Mitte des Tuchs aufgetragen und das Tuch eingeschlagen. Mit Hilfe eines weiteren Tuchs fixieren Sie den Wickel an der betreffenden Hautstelle. Sie können den Topfen auch direkt auf die Haut auftragen. Praktischer ist die Anwendung mit dem Tuch.

Kalter Topfenwickel Warmer Topfenwickel
Wadenwickel bei Fieber Husten
Kopfschmerzen Heiserkeit
Akute Entzündungen, Schwellungen Halsschmerzen
Brustdrüsenentzündung nach der Geburt Chronische Gelenksentzündung
Oberflächliche Venenentzündung
Krampfadern
Sodbrennen, Insektenstiche
Juckreiz, Ekzem, Akne
Gicht

Kalter Topfenwickel

Der Topfen für einen kalten Topfenwickel sollte nicht aus dem Kühlschrank kommen, sondern Zimmertemperatur haben. Die Anwendung eines kalten Topfenwickels dauert in etwa 30 Minuten, beziehungsweise so lange, bis der Topfen bröckelig oder warm wird. Bei Bedarf kann die Anwendung zirka 3 Mal wiederholt werden. Wenn er als angenehm empfunden wird kann er auch länger belassen werden.

Warmer Topfenwickel

Ein warmer Topfenwickel muss auf Körpertemperatur erwärmt werden bevor er dem Patienten angelegt wird. Am einfachsten geht das, wenn man den Wickel mit Hilfe einer Wärmflasche erwärmt. Ein warmer Wickel kann bei entsprechender Wärme mehrere Stunden am Körper bleiben. Wird er vom Patienten als unangenehm empfunden, sollte er abgenommen werden.

Nachdem der warme Wickel abgenommen wurde, sollten Sie Ihrem Körper Ruhe gönnen und sich warm halten.

Viele Menschen wenden den Topfenwickel zu Hause nach eigenem Ermessen an. Ein Topfenwickel kann von einer Krankenschwester nach Arztanordnung verabreicht werden. Der Patient kann sich aber auch selbst einen Topfenwickel zubereiten.

Ein kalter Topfenwickel sollte nicht angewendet werden, wenn Ihnen kalt ist oder Sie kalte Füße haben, denn die Gesamtzirkulation des Körpers ist eingeschränkt wenn die Füße schlecht durchblutet sind. Daher sind warme Topfenwickel, warme Fußbäder und wärmende Socken bei Fieber mit kalten Füßen ratsam.

Wenn das Tragen eines Topfenwickels unangenehm wird, sollten Sie überprüfen ob das Tuch zu eng sitzt und den Topfenwickel abbrechen.

Bei einer Erkältung sollten Sie neben Anlegen eines Topfenwickels viel trinken: Warmes Wasser oder Kräutertee (Spitzwegerich, Holunderblüte, Hagebuttentee), denn der Körper scheidet über die Nieren Giftstoffe aus.

Bei einer Milcheiweiß-Kontaktallergie (bitte nicht mit einer Laktoseintoleranz verwechseln) oder einer offenen Wunde darf ein Topfenwickel nicht angewendet werden.

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Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

30. April 2020

Erstellt am:

8. Dezember 2013


Quellen:

Naturheilkunde für die ganze Familie, P. Zizenbacher, Freya Verlag, 1. Auflage, Linz, 2011

Schmerztherapie in der Pflege: Schulmedizinische und komplementäre Methoden, R. Likar et al., Springer Verlag, Wien, 2009

Wohltuende Wickel: Wickel und Kompressen in der Kranken- und Gesundheitspflege, M. Thüler, Maya Thüler Verlag, 9. Auflage, Worb, 2003

Internationales Fachgremium für Wickel und Kompressen (30.04.2020)