Sport nach Erkältungen

Zuletzt aktualisiert am 30. April 2020

Frau macht Sport nach einer Erkältung.
Das Training kann bestenfalls einige Tage nach Abklingen der letzten Erkältungs-Symptome wieder aufgenommen werden.
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Bis zu 2 Wochen Schonzeit nach Schnupfen und Husten: Bei Erkältung ist Sport erst einmal tabu. Husten, Fieber oder Schwächegefühl machen während der Erkrankung sowieso nicht viel Lust auf Bewegung.

Medizinische Expertise
Andreas Temmel

Dr. Andreas Temmel

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten – Wahlarzt

www.hno-ordination.at

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Ist die Erkältung jedoch im Abklingen, steht umso mehr Energie zur Verfügung. Um auf Nummer sicher zu gehen, die Erkrankung nicht zu verschleppen, ist auch danach noch Schonzeit angesagt. Im schlimmsten Fall könnte sich sonst sogar eine Herzmuskelentzündung entwickeln, die selbst bei jungen und gesunden Sportlern bis hin zum Tod führen kann. Bis zu 2 Wochen nach dem Abklingen einer Grippe (Influenza) oder einer schwereren Erkältung muss deshalb mit einem intensiven Training gewartet werden.

  • Wer nach einer Erkältung zu früh mit intensivem Training beginnt, kann die Infektion "verschleppen".
  • Im schlimmsten Fall führt falsche Belastung nach einer Erkältung zu einer Herzmuskelentzündung.
  • Der Trainingseinstieg sollte erst nach Abklingen aller Symptome erfolgen, die Intensität muss zunächst geringgehalten werden.
  • Intensives Training darf man frühestens zwei Wochen nach der Erkrankung wieder aufnehmen.

Schonung kann...

  • einen längeren Verlauf der Erkrankung vorbeugen

  • verhindern, dass aus einer harmlosen Erkältung mit Husten und Schnupfen doch ein Infekt mit Fieber oder eine Nasennebenhöhlenentzündung wird

  • eine Entzündung des Herzmuskels vermeiden

Intensiver Sport belastet den Körper und verringert die eigene Immunabwehr, daher lohnen sich einige Tage Trainingsabstinenz auf alle Fälle.

Das Training kann bestenfalls einige Tage nach Abklingen der letzten Symptome wieder aufgenommen werden und das auch nur mit moderaten Belastungen und in eingeschränktem Umfang. Die maximale Belastung sollte höchstens 70 % der maximalen Herzfrequenz ausmachen.

Faustformel für die Errechnung der maximalen Herzfrequenz:

  • Bei Männern 220 minus Lebensalter

  • Bei Frauen 226 minus Lebensalter

Der individuell richtige Wert kann im Rahmen einer Leistungsdiagnose ermittelt werden.

Intensives Training nach 2 Wochen

Mit dem Start von intensiveren Trainingseinheiten muss mindestens 2 Wochen nach Ende der Erkrankung zugewartet werden. Auch kann von einem Wiederwettmachen von verlorenen Trainingseinheiten keine Rede sein, vielmehr sollte jeder Sportler sich langsam an die ursprünglichen Trainingsumfänge und Belastungen herantasten und dabei auf seinen Körper hören.

Training bei Husten und Schnupfen

Bei leichten Erkältungen ist ein moderates Training, wie Walken, Laufen oder Radfahren erlaubt, mit einer Belastung von höchstens 70% der maximalen Herzfrequenz ratsam.

Bei diesem kann die Herzfrequenz gut gesteuert werden und die frische Luft beim Sport im Freien trainiert die Schleimhäute darauf, Eindringlinge besser abzufangen. Studien zeigen, dass bei Schnupfen das Atmen bei leichten körperlichen Betätigungen sogar leichter fällt. Intensives Training ist hingegen tabu. Es würde das Immunsystem nur zusätzlich belasten, da dabei nachweislich die Zahl der für die Virenabwehr zuständigen weißen Blutkörperchen (Leukozyten) verringert wird.

Die richtige Kleidung beim Sport kann helfen, Erkrankungen zu vermeiden bzw. leichte Erkältungen in Zaum zu halten. Ideal ist ein Kleiden im Zwiebelprinzip, also in Schichten, die man nach und nach aus- oder wieder anziehen kann, um nicht zu schwitzen oder zu frieren. Die unterschiedlichen Schichten sollten aufeinander abgestimmt sein – das körpernaheste Kleidungsstück sollte Schweiß von der Haut abtransportieren können (z.B. Polyester). Die äußerste Schicht sollte den Körper gegen Kälte isolieren – dafür ist Fleece geeignet. Spezielle Funktionskleidung ist in Sportshops erhältlich.

Bei Temperaturen gegen 0 Grad Celsius empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen und einer Mütze. Besonders letztere ist von großer Bedeutung, da der Mensch 40 % der Körperwärme über den Kopf verliert.

Nach dem Sport im Freien an kalten Tagen heißt es sofort wieder die Trainingsjacke anziehen, um nicht auszukühlen und dann möglichst schnell nach Hause unter die warme Dusche.

Wer sich und seinem Körper bei Erkältungen einige Tage Ruhe gönnt, kann das Verschleppen oder Verschlimmern der Erkrankung verhindern. Für gewöhnlich ist eine Erkältung nach 5 bis 14 Tagen wieder gänzlich abgeklungen. Wer sich nicht an die Sportpause hält, riskiert hingegen Folgeerkrankungen:

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Wenn die Schleimhäute anschwellen und die Sekrete in der Nase nicht abfließen können, kann aus einem harmlosen Schnupfen eine Entzündung einer oder mehrerer der 4 Nasennebenhöhlen werden. Diese ist meist mit einem starken Druckgefühl und Kopfschmerzen verbunden. Abschwellende Nasentropfen, viel Flüssigkeit trinken und die Raumfeuchtigkeit erhöhen sind wirksame Gegenmittel bei Schnupfen, um eine solche zu verhindern.

Herzmuskelentzündungen (Myokarditis)

Bei einer Erkältung in Kombination mit großen Belastungen kann es zu einer Entzündung des Herzmuskels kommen. Denn das ohnehin schon geschwächte Immunsystem schafft es nicht mehr zu verhindern, dass sich Viren oder Bakterien im ganzen Körper ausbreiten und das Herzmuskelgewebe befallen. Solche Störungen des Herzmuskels können im schlimmsten Fall sogar den Tod des Sportlers verursachen. Eine solche Entzündung geht häufig mit Gliederschmerzen, Fieber, Schwächegefühl, Atemnot und Herzschmerzen oder Herzrhythmusstörungen einher, sie kann aber auch völlig symptomlos verlaufen. Bei solchen Beschwerden heißt es, ab zum Arzt.

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Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

30. April 2020

Erstellt am:

14. Juli 2016

Stand der medizinischen Information:

30. April 2020


Quellen:

Die 77 größten Fitnessirrtümer, M. Prang, Verlag C.H. Beck, 1. Auflage, München, 2011

Gesund durch Sport, J. Beuth, Haug-Verlag, 1. Auflage, Stuttgart, 2008

Laufnebenwirkungen, D. Kleinmann, Deutscher Ärzte-Verlag, 2. Auflage, Köln, 2009

Mein Laufbuch für die ersten 10 Kilometer, T. Wessinghage, G. Ebmeyer, Südwest-Verlag, München, 2013

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