Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Zuletzt aktualisiert am 30. September 2022

Mann greift sich auf die schmerzende Brust
Eine Rippenfellentzündung wird von starken Schmerzen im Brustbereich begleitet.
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Eine Rippenfellentzündung ist zumeist Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung. Das primäre Symptom sind Schmerzen in der Brust bei tiefer Atmung und Atemnot.

Medizinische Expertise
Gernot Rainer

Dr. Gernot Rainer

Lungenfacharzt

Billrothstrasse 49, Ecke Chimanistraße 1, 1190 Wien

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Man unterscheidet 2 Formen der Rippenfellentzündung: Die trockene Pleuritis und die feuchte Pleuritis. Nach erfolgter Diagnose wird sowohl die Grunderkrankung als auch die Entzündung therapiert. Der Verlauf und die Dauer einer Rippenfellentzündung hängen von der Grunderkrankung ab. Die Rippenfellentzündung selbst ist nicht ansteckend.

  • Das Rippenfell ist eine dünne Gewebsschicht im Inneren der Brusthöhle. Ist sie entzündet, spricht man von Pleuritis.
  • Meistens ist die Entzündung auf eine andere Krankheit zurückzuführen, beispielsweise eine Virusinfektion.
  • Typisches Symptom sind stechende Schmerzen, die beim Atmen, Niesen und Husten auftreten.
  • Unterschieden wird zwischen der feuchten und der trockenen Pleuritis.
  • Die Rippenfellentzündung wird mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt.
Art Entzündete Gewebsschicht
Ursachen Infektionen, Lungeninfarkt, Rippenbruch
Symptome Stechende Schmerzen
Diagnose Bildgebende Verfahren, Laboruntersuchungen
Therapie Antibiotika, Schmerzmittel, Atemtraining

Rippenfellentzündungen kommen häufig vor, es gibt jedoch keine Daten über die genaue Häufigkeit.

Das Rippenfell (es wird auch Brustfell genannt) umspannt die Lunge und kleidet die Brusthöhle von Innen aus. Mit seiner glatten und feuchten Haut ermöglicht das Rippenfell der Lunge sich möglichst reibungslos im Rhythmus der Atmung zu bewegen. Bei einer Rippenfellentzündung (Pleuritis) ist diese dünne Gewebsschicht entzündet.

Rippenfellentzündungen sind zumeist Folgeerscheinungen anderer Erkrankungen (oft Erkrankungen der Atemwege), die auf das Rippenfell übergreifen. Mögliche Auslöser sind:

Symptome von Rippenfellentzündungen

Leitsymptom sind stechende Schmerzen. Eine Entzündung im schmerzempfindlichen Rippenfell führt beim Atmen und vor allem bei tiefem Einatmen, bei Husten und Niesen zu empfindlichen Schmerzen im Brustraum. Hält man den Atem an, vermindern sich die Schmerzen, da keine Bewegungsreibung auftritt.

Weitere mögliche Symptome:

  • Kurzatmigkeit und Atemnot (vor allem bei körperlicher Anstrengung, aber auch in Ruhelage möglich), Druckgefühl in der Brust
  • Trockener Husten
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber
  • Dazu kommen die Symptome der primären Erkrankung, welche die Rippenfellentzündung ausgelöst hat.

 

Man unterscheidet 2 Formen der Rippenfellentzündung:

  • Die trockene Pleuritis: Sie ist zumeist die Vorstufe der feuchten Form. Typisch sind Schmerzen beim Atmen.
  • Die feuchte Pleuritis: Im gesunden Zustand befindet sich zwischen Rippenfell und Brustfell eine geringe Menge Flüssigkeit, die ein reibungsloses Agieren der Organe gewährleisten. Entzündet sich das Rippenfell, kann die anfangs trockene Pleuritis im Laufe der Zeit infolge vermehrter Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss genannt) in eine feuchte Pleuritis übergehen. Dabei sammelt sich vermehrt Flüssigkeit an, die dann zu Husten und Atemnot führt. Wandern Keime in die Flüssigkeit ein, kann es zu Eiterbildung kommen.

Wird eine Rippenfellentzündung nicht behandelt, kann sie zu dauerhaften Schäden (z.B. geringeres Atemvolumen) führen. Wird sie dagegen korrekt und frühzeitig behandelt, heilt sie in den meisten Fällen ohne Komplikationen wieder ab.

Ergibt sich bei Schmerzen in der Brust der Verdacht einer Rippenfellentzündung, stehen dem Arzt mehrere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Patientengespräch über die Beschwerden und Krankheitsgeschichte
  • Körperliche Untersuchung mithilfe des Stethoskops (Abhören der Lunge, abklopfen)
  • Bildgebende Verfahren: Röntgen, Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie
  • Laboruntersuchungen (Blutbild zeigt mögliche Entzündungen und Infektionen an)
  • Punktion des Rippenfells: Bei Verdacht auf eine feuchte Rippenfellentzündung kann zu Diagnosezwecken eine Punktion nötig sein, um die vermehrte Flüssigkeitsansammlung untersuchen zu können. Eine Punktion kann auch als Therapie eingesetzt werden, um den Patienten von der Flüssigkeitsansammlung (die z.B. Atemnot hervorrufen kann) zu befreien.
  • Biopsie: Bei Verdacht auf Krebs oder Tuberkulose als Auslöser der Rippenfellentzündung, wird eine Gewebsentnahme (Biopsie) durchgeführt.

Da eine Rippenfellentzündung häufig durch eine andere Erkrankung verursacht wird, muss auch die Grunderkrankung behandelt werden. Die Rippenfellentzündung selbst wird mit Antibiotika, Schmerzmitteln und Atemübungen (Atemgymnastik) therapiert. Eine tiefe Atmung muss sichergestellt werden, um weitere Schäden an der Lunge zu vermeiden. Falls erforderlich, müssen Flüssigkeitsansammlungen zwischen dem Lungenfell und dem Brustfell mittels Punktion oder Drainage bzw. Operation entfernt werden. Ergüsse können häufig minimalinvasiv entfernt werden.

Die Prognose richtet sich nach der Grunderkrankung. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind nötig, um mögliche Komplikationen anzuzeigen und den Verlauf der Heilung zu kontrollieren. Die Rippenfellentzündung selbst ist nicht ansteckend.

Infektionen der Atemwege sollten möglichst rasch behandelt werden, um einer Rippenfellentzündung vorbeugen. Eine angeordnete Atemtherapie sollte konsequent durchgeführt werden.

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Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

30. September 2022

Erstellt am:

18. Juli 2014

Stand der medizinischen Information:

30. September 2022


Quellen:

Universitätsklinikum Freiburg – Informationen zur Rippenfellentzündung (30.04.2020)

Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2008

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