Heilmassage

Zuletzt aktualisiert am 17. September 2020

Frau bei der Heilmassage.
Mit speziellen Grifftechniken wird der Lymphfluss angeregt und Verspannungen gelöst.
© puhhha / Shutterstock.com

Die Heilmassage ist die Behandlung von Haut, Bindegewebe, Sehnen und Muskeln durch Druck- und Zugreize. Dadurch soll die Durchblutung von Organen und Gewebe angeregt werden. 

Medizinische Expertise
Wolfgang Kropshofer

Wolfgang Kropshofer

Chiropraktiker und freiberuflicher Heilmasseur in Wien

www.chiropraktik-kropshofer.at

Medizinische Fachbeiträge auf MeinMed.at werden von österreichischen Ärzt:innen und medizinischen Expert:innen geprüft.
Inhaltsverzeichnis

Mit speziellen Grifftechniken werden dabei Reize auf Unterhaut, Muskulatur und tiefergelegenes Gewebe ausgeübt. Auf diese Weise wird der Lymphfluss angeregt, sodass die Erholungsphase beispielsweise nach einer Sportverletzung beschleunigt wird. Außerdem werden Verspannungen gelöst, die Beweglichkeit steigt und durch verkrampfte Muskeln ausgelöste Schmerzen nehmen ab. Die bekannteste Form der Heilmassage ist die klassische Massage, daneben gibt es weitere Formen wie z.B. Bindegewebs- oder Reflexzonenmassage.

  • Bei der Heilmassage werden mit speziellen Grifftechniken Haut, Bindegewebe und Muskeln gereizt. So können Verspannungen gelöst und die Durchblutung gefördert werden.
  • Typische Anwendungsgebiete sind diverse Beschwerden am Bewegungsapparat, psychosomatische Erkrankungen und Sportverletzungen.
  • Heilmassagen sind vor allem zur Linderung akuter Schmerzen gedacht. Bei länger anhaltenden Beschwerden muss die zugrunde liegende Ursache behandelt werden.
  • Eine medizinische Massage wird vom ausgebildeten Heilmasseur oder einem Physiotherapeuten durchgeführt. Bei ärztlicher Anordnung ist eine Kostenübernahme durch die österreichische Krankenkasse möglich.

Die Heilmassage wird unter anderem durchgeführt bei

  • Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates, die durch angeborene oder erworbene Funktionsstörungen, durch Verletzungen, nach Operationen, oder rheumatischen sowie neurologischen Erkrankungen auftreten können.
  • Gefäßerkrankungen
  • Psychosomatischen Erkrankungen
  • Sportverletzungen, die zu Schwellungen oder Ergussbildung führen. Die Schmerzen können damit gelindert werden. Außerdem wird der Heilungsprozess gefördert

Durch spezielle Massagegriffe wird im behandelten Gebiet die Haut und die darunter liegenden Körperpartien wie Bindegewebe und Muskeln gereizt. Dadurch werden Verspannungen gelöst, die Durchblutung wird gefördert. Es kommt zudem zu einer Reaktion der Hautnerven, die das gesamte Nervensystem beeinflussen, indem sie Hormone und schmerzlindernde Botenstoffe freisetzen. Bindegewebsstränge, die durch Verletzungen narbenartig miteinander verwachsen sind, können durch intensive Massagetherapie (Faszientechnik) gelöst werden. Der Stoffwechsel wird dadurch gefördert und die Durchblutung gesteigert. Lymphflüssigkeit wird vermehrt abtransportiert, wodurch auch Flüssigkeitsansammlungen wie Ödeme entstauen.

Die Selbstheilungsprozesse des Körpers werden bei der Heilmassage durch

  • streichende (Effleurage)
  • 
knetende und rollende (Petrissage)
  • klopfende und klatschende (Tapotement)
  • reibende (Friktion) und
  • vibrierende Bewegungen

Dabei erfolgen die Handgriffe durch fließende Bewegungen mit kontinuierlichem Köperkontakt. In der Regel arbeiten beide Hände des Therapeuten symmetrisch und nach Möglichkeit in Rhythmus gleich zur Atmung des Betroffenen. Eine zusätzliche entspannende, anregende oder durchblutungsfördernde Wirkung kann durch ätherische Öle erzielt werden. Die fettigen Öle dienen zudem dazu, das Gleiten der Hände auf der Haut zu erleichtern.

Folgende Massagearten zählen unter anderem zur Heilmassage:

KLASSISCHE MASSAGE Die Massagegriffe werden von der Randzone hin zur Körpermitte durchgeführt und dienen vor allem der Schmerzlinderung sowie einer Besserung der Beweglichkeit
REFLEXZONENMASSAGE Bindegewebe, Knochenhaut und Skelettmuskulatur erstrecken sich über den ganzen Körper. Dabei sind sie auch mit den Organen verbunden. Die Reflexzonenmassage nutzt diese Verbindung, um durch äußeren Druck eine positive Wirkung auf innenliegende Strukturen zu erzielen. Dabei werden Nervenenden massiert, die vom Körpermantel bis ins Körperinnere reichen. Eine Spezielle Form der Reflexzonenmassage geht über die Fußsohlen.
BINDEGEWEBEMASSAGE Das unter der Haut liegende Bindegewebe wird durch spezielle Massagegriffe und Abläufe stimuliert. Dadurch werden Durchblutung und Stoffwechsel gefördert, sodass eine entkrampfende und heilende Wirkung eintritt.
KOLONMASSAGE Beim Ausatmen wird die Bauchhaut durch leicht drückende und schiebende Bewegungen in Richtung der Darmaktivität (Peristaltik) bewegt
PERIOSTMASSAGE Gereizte Knochenhaut wird mit den Fingerkuppen rhythmisch bearbeitet
ELEKTROMASSAGE Mit vibrierenden Effekten durch leichte Reizstromimpulse
LYMPHDRAINAGE Entlang der Lymphbahnen werden leichte kreisende Druckbewegungen ausgeführt, um den Fluss der Lymphflüssigkeit zu fördern
UNTERWASSER- DRUCKSTRAHLMASSAGE Verspannte Muskulatur wird mit Hilfe eines warmen Wasserstrahl unter Wasser gelockert

Die Wirkung der Massagetherapie tritt unmittelbar ein. Für eine dauerhafte Wirkung sollten mehrere Massagetermine hintereinander abgehalten werden – in etwa zwei bis drei Massagen pro Woche über eine Dauer von drei bis vier Wochen.

Vor und nach der Behandlung ist eine Ruhephase von wenigstens 10 Minuten ratsam.

Um eine noch bessere Wirkung zu erzielen, kann die Massage mit Bewegungsübungen aus der Physiotherapie ergänzt werden. Sprechen Sie sich diesbezüglich mit Ihrem behandelnden Arzt ab.

Als Zeichen der verbesserten Durchblutung können direkt nach der Behandlung leichte Hautrötungen auftreten, die noch mehrere Minuten bis wenige Stunden anhalten können. Zudem ist die Haut erwärmt.

Heilmassagen werden professionell von einem Physiotherapeuten oder einem Heilmasseur durchgeführt.

Beschwerden, die auf eine falsche Körperhaltung oder eine Fehlbelastung zurückgehen, kann eine Massage zwar entspannend wirken, sie löst aber nicht die Ursachen des Problems. Dafür bedarf es einer Physiotherapie und beispielsweise einer kräftigenden Rückenschule.

Bei akuten mit Fieber und Infektionen einhergehenden Erkrankungen sollte generell nicht massiert werden. Auch offene Verletzungen, schwere Herz-Kreislauf- und Durchblutungsstörungen, Lymphknoten- und Venenentzündungen sowie Hauterkrankungen sind Kontraindikationen für eine Massagetherapie.

Wird die Massagetherapie von einem Arzt angeordnet, beteiligt sich die Krankenkasse in der Regel an einem Teil der Behandlungskosten. Gehen Sie eigenständig zur Massage, ist die Anwendung hingegen komplett privat zu zahlen.

Autor:in:
Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

17. September 2020

Erstellt am:

27. Januar 2017

Stand der medizinischen Information:

17. September 2020


Quellen:

Klinisches Wörterbuch, Pschyrembel, Walter de Gruyter GmbH & CoKG, Berlin, 2013

Pschyrembel Therapie, Walter de Gruyter GmbH & CoKG, Berlin, 2009

Der Brockhaus Alternative Medizin, Verlag F. A. Brockhaus GmbH, Leipzig, Mannheim, 2008

Gesundheit heute, Dr. med. A. Schäffler (Hrsg.), Trias Verlag, Stuttgart, 2014

Mehr zum Thema
Derzeit aktuell
Neueste Beiträge