Atmung und Sauerstoffmangel

Zuletzt aktualisiert am 28. September 2021

Illustration der Lunge
Hauptsächlich verantwortlich für die Atmung ist die Lunge.
© yodiyim / Fotolia.com

Wir atmen rund 25.000 Mal am Tag ein und aus, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Die Lunge spielt bei diesem Vorgang die Hauptrolle.

Woran erkenne ich die unabhängig geprüften Inhalte? Wer unsere Artikel prüft und alle weiteren Infos zu unseren Qualitätskriterien finden Sie hier.
Inhaltsverzeichnis

Die Atmung des Menschen ist ein komplexes System. Durch das Zusammenspiel verschiedener Muskeln im Oberkörper hebt sich der Brustkorb. Das Zwerchfell als wichtigster Atemmuskel zieht sich zusammen, und das wiederum ermöglicht, dass sich die Lunge auch in den Bauchraum nach unten ausdehnen kann. Durch diese Bewegung wird die Atemluft – die unter anderem 21 % Sauerstoff und 0,03 % Kohlendioxid, vor allem aber Stickstoff enthält – über Rachen, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien bis in die Lunge gesogen. Hier wird ein Teil des Sauerstoffs vom Blut aufgenommen. Als "Trägermaterial" fungiert der Blutfarbstoff Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Dies nennt man "äußere Atmung".

  • Atemluft besteht zu 21 % aus Sauerstoff und sonst zum Großteil aus Stickstoff.
  • Beim Einatmen wird die Atemluft in die Lunge gesogen und ein Teil des Sauerstoffs vom Blut aufgenommen.
  • Durch den Transport des Blutes werden alle Zellen mit Sauerstoff versorgt.
  • Ausgeatmete Luft beinhaltet nur noch 17 % Sauerstoff.
  • Die Sauerstoffsättigung des Blutes sollte zwischen 94 und 98 % betragen.
  • Ein Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie) verursacht Schwächegefühl, Schwindel und Unwohlsein.

Auf dem Weg des Blutes durch den Körper werden alle Zellen mit Sauerstoff und anderen wichtigen Nährstoffen versorgt. Das wird als "innere Atmung" bezeichnet. Bis das Blut zurück zur Lunge gelangt, ändert es seine Zusammensetzung – es ist sauerstoffärmer und angereichert mit Kohlendioxid, einem wichtigen "Abfallprodukt" des Stoffwechsels. Das Kohlendioxid wird beim Ausatmen aus dem Körper "entsorgt". Diesen Vorgang nennt man in seiner Gesamtheit Gasaustausch.

Bei der Ausatmung entspannt sich die Atemmuskulatur, wodurch sich das Volumen im Brustkorb sowie in der Lunge verkleinert. Die Luft wird dann durch die Atemwege wieder aus dem Körper hinausgedrückt. Ausgeatmete Luft enthält nur mehr 17 % Sauerstoff, dafür steigt der Kohlendioxid-Anteil auf 4 %. Dieser Teil der Atmung erfolgt passiv, bedarf also keiner aktiven muskulären Unterstützung. Beim Sprechen oder Singen kann jedoch auch die Ausatmung bewusst beeinflusst werden.

Alle Körperzellen – so auch unsere Organe und Muskeln – benötigen für ihre jeweiligen Funktionen Energie. Diese erhalten sie aus Zucker, Kohlenhydraten und Fetten. Um die Nährstoffe optimal verwerten zu können, bedarf es einer "kontrollierten Verbrennung" in den Zellen. Dafür ist der Sauerstoff zuständig. Mit Hilfe von Sauerstoff kann ein Vielfaches an Energie produziert werden. Bestimme Organe können nur mit Hilfe von Sauerstoff Energie bereitstellen – insbesondere das Gehirn und das Herz.

Die Sauerstoffsättigung des Blutes liegt normalerweise zwischen 94 und 98 %. Bei einem geringeren Wert spricht man von Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie). Das kann sich durch Schwächegefühl, Schwindel und allgemeines Unwohlsein bemerkbar machen. Je nach Dauer des Zustandes werden Atmung und Puls beschleunigt. Bei Betroffenen kann es bereits bei geringer Belastung zu Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust, Zittern, Schweißausbrüchen, abwechselndem Hitze- und Kältegefühl sowie einer veränderten Wahrnehmung bis hin zu Bewusstlosigkeit kommen. Häufig sind die Symptome recht diffus und unspezifisch. Um Organschäden durch längerfristige Sauerstoff-Unterversorgung vorzubeugen, empfiehlt sich eine rasche ärztliche Abklärung der Beschwerden.

Bei Verdacht auf eine Hypoxämie werden der im Blut gelöste und sofort verfügbare Kohlendioxid- und der Sauerstoffdruck anhand einer Blutgasanalyse gemessen. Sauerstoffmangel im Blut kann vielerlei Ursachen haben, wie beispielsweise ein verminderter Sauerstoffgehalt in der Umgebungsluft, Blutarmut (Anämie), COPD oder andere Lungenerkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Behandlung eines Sauerstoffmangels im Blut ist abhängig von der diagnostizierten Ursache.

Autor:in:
Redaktionelle Bearbeitung:
Zuletzt aktualisiert:

28. September 2021

Erstellt am:

4. Oktober 2018


Quellen:

Interview mit Dr. Wolfgang Pohl am 04.10.2018

Leitlinie Langzeit-Sauerstofftherapie, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) (28.09.2021)

Hypoxie, Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs (28.09.2021)