Sauerstoffsättigung und Blutsauerstoff (SpO2, pO2)

Zuletzt aktualisiert am 9. November 2022

Illustration der Lunge
Hauptsächlich verantwortlich für die Atmung ist die Lunge.
© yodiyim / Fotolia.com

Die Sauerstoffsättigung kann von bestimmten Faktoren beeinflusst werden, z.B. vom pH-Wert des Blutes oder der CO2-Konzentration.

Woran erkenne ich die unabhängig geprüften Inhalte? Wer unsere Artikel prüft und alle weiteren Infos zu unseren Qualitätskriterien finden Sie hier.
Inhaltsverzeichnis

Die Sauerstoffsättigung gibt den prozentuellen Anteil des Hämoglobins (Blutfarbstoff) an, der mit Sauerstoff gesättigt ist. 

  • Die Sauerstoffsättigung bezeichnet den Prozentsatz des Blutes, der mit Sauerstoff gesättigt ist.
  • Der Blutsauerstoff oder Sauerstoffpartialdruck ist eine Labormessgröße, die bei einer Blutgasanalyse bestimmt wird.
  • Beide Werte sind voneinander abhängig.
  • Die Sauerstoffsättigung kann mittels Pulsoxymeter gemessen werden.
  • Bei gesunden Menschen liegt die Sauerstoffsättigung zwischen 94 bis 98 Prozent.
Art Prozentsatz des Blutes, der mit Sauerstoff gesättigt ist
Bestimmung der Sauerstoffsättigung labordiagnostisch im Blut oder mittels Pulsoxymeter
Normwert Sauerstoffsättigung (SpO2) 94 bis 98 Prozent
  • Sauerstoffsättigung: Die Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2) bezeichnet den Prozentsatz des Blutes, der mit Sauerstoff gesättigt ist.
  • Blutsauerstoff (Sauerstoffpartialdruck): Sauerstoff ist zu einem geringen Anteil im Blutserum gelöst. Dieser gelöste Sauerstoff übt einen gewissen, messbaren Druck aus – den sogenannten Sauerstoffpartialdruck (pO2).

Sauerstoffsättigung und Blutsauerstoff sind voneinander abhängig: Ist der Blutsauerstoffwert zu niedrig, ist auch die Sauerstoffsättigung zu niedrig – und umgekehrt.

Bei einer Lungenerkrankung gelangt nicht genug Sauerstoff über die Lunge ins Blut – die Sauerstoffsättigung sinkt. Man spricht von einem Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie). Folgende Erkrankungen können zu einer zu niedrigen Sauerstoffsättigung führen:

Auch eine verringerte Atmung kann die Sauerstoffsättigung verringern. Mögliche Gründe dafür sind:

  • Kreislaufstörungen
  • Herzfehler
  • geringer Sauerstoffgehalt in der Umgebungsluft (z.B. im Hochgebirge)
  • erhöhter Sauerstoffverbrauch durch körperliche Anstrengung

Ist die Sauerstoffsättigung zu niedrig, ist eine Sauerstofftherapie notwendig. Dabei wird Sauerstoff über eine Nasenbrille oder Maske zugeführt. In manchen Fällen sind Intubation und künstliche Beatmung notwendig.

Die Sauerstoffsättigung kann im Rahmen der Blutgasanalyse labordiagnostisch im Blut bestimmt oder mittels Pulsoxymetrie gemessen werden. Der Blutsauerstoff bzw. Sauerstoffpartialdruck wird im Rahmen der Blutgasanalyse labordiagnostisch im Blut bestimmt.

  • Blutgasanalyse: labordiagnostische Methode zur Beurteilung der Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff durch die Lungen (Oxygenierung) sowie dem Verhältnis zwischen Säuren und Basen im Blut (Säure-Basen-Haushalt). Für die Untersuchung wird Blut abgenommen.
  • Pulsoxymeter: misst die Sauerstoffsättigung durch einen Clip am Finger. Der sogenannte Pulsoxymeter enthält auf einer Seite eine Lichtquelle, die den Finger durchleuchtet. Auf der anderen Seite misst eine Elektrode, welche Anteile des Lichts durch den Finger durchgedrungen sind. Je nach Qualität der Sauerstoffsättigung, dringen unterschiedliche Anteile des Lichts durch den Finger. Daraus berechnet der Pulsoxymeter den Sättigungswert. Diese Methode kommt z.B. bei der Überwachung von Narkose- und Intensivpatienten zum Einsatz.
  • Sauerstoffsättigung (SpO2): 94 bis 98 Prozent
  • Blutsauerstoff (pO2): 65 bis 100 mmHg

Bei besonders schneller und tiefer Atmung (Hyperventilation) kann die Sauerstoffsättigung auf bis zu 100 Prozent ansteigen. Dies birgt allerdings die Gefahr eines zu geringen Kohlendioxid-Gehalts im Blut, was zu einer Verschiebung des Blut-pH-Wertes führen kann.

Mehr zum Thema
Derzeit aktuell
Neueste Beiträge