Genderneutrale Sprache auf MeinMed.at

Wir gendern mit Doppelpunkt.

Seit Jänner 2023 finden Sie auf unserer Webseite Inhalte in genderneutraler Sprache. Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zu diesem großen Projekt.

Woran erkenne ich die unabhängig geprüften Inhalte? Wer unsere Artikel prüft und alle weiteren Infos zu unseren Qualitätskriterien finden Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Sprache bildet die Wirklichkeit nicht nur ab, sie gestaltet sie auch aktiv mit. Daher verstehen wir eine genderneutrale Sprache als sinnvollen Beitrag für eine, im weitesten Sinne, gerechtere Welt. Uns ist bewusst, dass das manche Menschen anders sehen – und dafür teils auch nachvollziehbare Argumente haben. Die Entscheidung lässt sich am Ende aber auf einen Faktor herunterbrechen: Wir gendern, weil wir gendern wollen.

Der Doppelpunkt bringt für uns die beste Symbiose aus Leserlichkeit und Inklusion. Während ein Stern schon allein optisch hervorsticht, fügt sich der Doppelpunkt nahtlos in das Schriftbild ein. Anders als das Binnen-I gibt er außerdem Geschlechtervorstellungen außerhalb der binären Norm Raum.

Ja. Wir nutzen eine Variante, bei der Sie einen "klassischen" deutschen Satz lesen, indem Sie die Doppelpunkte einfach ignorieren. Dazu gehört, dass wir bei Artikeln und Pronomen jeweils nur eine Variante angeben – und zwar immer jene, die zur längeren Variante des gegenderten Wortes gehört.

Zum Beispiel wird aus:

"Der/die Patient:in muss seine/ihre Medikamente einnehmen."

einfach:

"Die Patient:in muss ihre Medikamente einnehmen."

So können Sie einen flüssigen deutschen Satz lesen, die Doppelpunkte implizieren aber, dass auch andere Geschlechter als das weibliche mitgemeint sind.

Nein. Korrektes Gendern geht mit Schrägstrichen oder anderen Sonderzeichen einher, die viele Leser:innen als störend im Lesefluss empfinden. Unser höchster Anspruch ist es aber, korrekte Informationen zu medizinischen Themen niederschwellig wiederzugeben. Eine leicht verständliche Sprache ist dafür Voraussetzung, dass jede:r sich unkompliziert über seine körperlichen Beschwerden oder andere medizinische Themen informieren kann. Unsere Lösung empfinden wir dabei nicht als Kompromiss, sondern als sinnvolle Möglichkeit, geschlechtsneutrales Schreiben auch in diesem Kontext umzusetzen.

Wenn auf MeinMed.at von Frauen die Rede ist, sind Personen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen gemeint, als Männer bezeichnen wir Personen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen. Diese Formulierungen werden von manchen als verallgemeinernd oder sogar diskriminierend empfunden. Sie sind aber für uns wichtig, um eine leicht verständliche Sprache einhalten zu können. So sehr wir die genderneutrale Sprache für die richtige Entscheidung halten, darf sie dennoch nicht unserem obersten Ziel im Weg stehen, Menschen über medizinische Themen niederschwellig zu informieren. Wir hoffen in diesem Zusammenhang auf das Verständnis unserer Leser:innen.

MeinMed.at hat als sich stets weiterentwickelndes Online-Medium bereits eine lange Geschichte hinter sich. Dementsprechend groß ist unser Angebot an Texten zu Krankheiten, Untersuchungen, Therapien und weiteren Themen aus Gesundheit und Medizin. Alle bestehenden Artikel auf einmal umzustellen, ist schwer zu stemmen. In einem ersten Schritt wurden Artikel ausgewählt, bei denen eine genderneutrale Sprache besonders wichtig erscheint. Darüber hinaus werden sämtliche neue Artikel nach dieser Vorgehensweise veröffentlicht.

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Erstellt am:

16. Januar 2023

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