Thrombose

Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2020

Bein einer Frau mit sichtbaren Venen
Schwere müde Beine und Schwellungen können erste Hinweise auf eine Thrombose sein.
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Eine Thrombose ist sehr häufig, dabei kommt es zu einer Verschleppung eines Blutgerinnsels in die Blutbahn. Die Folge kann ein Gefäßverschluss bis hin zu einer Lungenembolie sein.

Medizinische Expertise
Erich Minar

Univ.Prof. Dr. Erich Minar

Facharzt für Innere Medizin, Gefäßspezialist, Wien

www.gefaesserkrankung.at

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Inhaltsverzeichnis

Erste Anzeichen einer Thrombose in einer Vene können ein unbestimmtes Schweregefühl in dem betroffenen Bein, sowie eine Schwellung, Überhitzung und Blauverfärbung sein. Die Thrombose stellt ein relativ häufiges Ereignis dar. Durch die Gefäßverengung, die durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) hervorgerufen wird, kommt es zu einer mangelhaften Durchblutung von Arterien. Der Thrombus kann sich aber auch bevorzugt in einer tiefen Beinvene im Bereich des Unterschenkels bilden. Löst er sich von der Gefäßwand und gelangt mit dem Blutfluss in die Lunge, kann er dort ein Gefäß blockieren (Lungenembolie). Ist eine große Lungenarterie betroffen, kann dies zum Sekundenherztod führen.

  • Eine Thrombose ist ein in die Blutbahn verschlepptes Blutgerinnsel.
  • Zu den möglichen Ursachen zählen Schädigungen der Gefäßwand im Zuge eines Unfalls und ein verlangsamter Blutstrom aufgrund einer Ruhestellung der Beine, etwa bei Bettlägerigkeit oder langen Reisen in Verkehrsmitteln.
  • Symptome sind ein Schweregefühl im betroffenen Bein, muskelkaterartige Schmerzen und bläuliche Verfärbungen.
  • Die Behandlung erfolgt medikamentös. Unbehandelt kann die Thrombose zu einem Gefäßverschluss und im schlimmsten Fall sogar zu einer Lungenembolie führen.
  • Um sich vor einer Thrombose zu schützen, ist ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und Verzicht auf Zigaretten empfehlenswert.
  • In bestimmten Lebenssituation wie Bettlägerigkeit oder einem Gipsfuß kommen vorbeugend Blutgerinnungshemmer zum Einsatz.
Art Gefäßerkrankung
Beschreibung durch Blutgerinnsel verstopftes Gefäß
Ursachen Gefäßwandschädigungen, verlangsamter Blutstrom, Tumore
mögliche Auslöser Unfälle, Bettlägerigkeit, lange Reisen
Risikofaktoren bestimmte Vorerkrankungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen
Symptome Schweregefühl im Bein, ziehende Schmerzen, bläuliche bis violette Verfärbung, Schwellung
Diagnose Anamnese, Duplexsonografie, Phlebografie, Magnetresonanzuntersuchung
Therapie medikamentöse Behandlung mit Heparin
Vorbeugung Vermeidung von Risikofaktoren, Medikamente

Im Jahr erkranken zirka 90 bis 130 pro 100.000 Menschen an einer akuten tiefen Venenthrombose. Besonders häufig sind bettlägerige Personen, etwa nach Operationen, betroffen aber auch Reisende, die lange Zeit im Auto oder Flugzeug sitzen und sich nicht oder kaum bewegen. Übergewicht erhöht das Risiko zusätzlich. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Es gibt einige Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen können:

  • Schädigung der Gefäßwand: etwa durch ein Trauma, einen Unfall, durch Operationen – oft werden hier auch Gefäßwände verletzt
  • Verlangsamung des Blutstroms: Dazu kommt es bei Immobilisation/Bettlägerigkeit, bei längeren Flug-, Busreisen, Ruhigstellung des Beines beispielsweise durch einen Gips
  • Erhöhte Gerinnungsbereitschaft durch eine angeborene Erkrankung: Dies führt dazu, dass sich Thromben viel leichter bilden als bei einem gesunden Menschen, da das System im Körper, dass für die Blutgerinnung zuständig ist falsch reguliert ist
  • Eine erhöhte Zähigkeit des Blutes: Dadurch kommt es zu einer langsameren Fließgeschwindigkeit des Blutes, etwa durch zu wenig Flüssigkeitszufuhr
  • Einnahme von der Antibaby-Pille: vor allem bei Kombination von Pille und Nikotinkonsum
  • Wiederholtes Auftreten von Thrombosen: Hatte man in der Vergangenheit bereits eine Thrombose, ist das Risiko erhöht, dass sich erneut eine bildet
  • Tumoren: vor allem Tumoren in der Lunge oder Bauchgegend
  • Herzkrankheiten: wie Herzinsuffizienz, Erkrankungen des Herzmuskels

Folgende Beschwerden sind Anzeichen für eine mögliche Thrombose:

  • Schweregefühl im betroffenen Bein
  • Dumpfe, ziehende, meist muskelkaterartige Schmerzen im ganzen Bein
  • Bläuliche bis violette Verfärbung der betroffenen Hautregion
  • Schwellung des betroffenen Gewebes (Ödem), die zuerst nur im Bereich des Knöchels auftreten kann, sich dann aber auf das ganze Bein ausbreitet

Wird eine Thrombose rechtzeitig erkannt und behandelt, kommt es in den meisten Fällen zu keinerlei Komplikationen oder bleibenden Schäden. Eine spät erkannte oder unbehandelte Thrombose kann in harmlosen Fällen zu Krampfadern führen, es kann aber auch zur gefürchteten Lungenembolie kommen.

Die Diagnose der Thrombose wird anhand mehrerer Verfahren gestellt. So gibt es bestimmte Zeichen, die auf eine Thrombose hinweisen (Wadenschmerz, Fußsohlenschmerz, bestimmte Druckschmerzpunkte), die vom Arzt getestet werden und dazu dienen das Ausmaß der Thrombose festzustellen. Anschließend kann eine Duplexsonografie durchgeführt werden, bei welcher die Komprimierbarkeit der Venen untersucht wird. Wenn mit der Duplexsonographie keine sichere Diagnose möglich ist – was ganz selten vorkommt – wird eine Phlebografie durchgeführt. Zum Ausschluss einer Strahlenbelastung – zum Beispiel bei Schwangeren – kann im Einzelfall auch eine Magnetresonanzuntersuchung durchgeführt werden.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt mit Heparin. Seit kurzer Zeit stehen auch neue Medikamente zur Verfügung welche geschluckt werden können, sodass keine Injektion mehr notwendig ist.

  • Risikofaktoren aktiv minimieren: Dazu zählen Gewichtsreduktion und Vermeiden von Rauchen. Der Verzicht auf Nikotin ist deshalb so wichtig, da es eine gefäßschädigende Wirkung aufweist. Durch den Zigarettenkonsum wird der gefäßschädigende Stoff Kohlenmonoxid inhaliert.
  • Einnahme von Medikamenten: Ist die Bewegung für einen längeren zeitraum eingeschränkt (Gips, Bettlägerigkeit), sollte mittels Blutgerinnungshemmern vorgebeugt werden.
  • Ausreichend Bewegung: dazu zählen vor allem Ausdauersportarten, wie Joggen, Wandern, Walken, Schwimmen und Spazieren gehen. Die Beine können auch öfter hochgelagert werden, da so der Blutfluss von den Füßen zum Herzen unterstützt wird. Zehengymnasik ist ebenfalls vorteilhaft, da so die "Venenpumpe" aktiviert wird. Die Übungen hierbei sind sehr einfach und lassen sich überall leicht zwischendurch einbringen. Es genügt schon ein leichtes Auf- und Abbewegen, sowie kreisen der Fußspitzen. Auch Wechselduschen beugen Venenleiden vor. So sollten die Beine abwechselnd kalt und warm geduscht werden.
  • Viel trinken: Bei der Ernährung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um das Blut flüssig zu halten. Tierische Fette sollten reduziert werden und der Anteil an Obst und Gemüse erhöht.
Autor:in:
Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

13. Juli 2020

Erstellt am:

4. November 2014

Stand der medizinischen Information:

13. Juli 2020


Quellen:

Mehr Informationen zu gesunden Venen vom Bundesministerium für Gesundheit (13.07.2020)

Gesundheitsportal Österreich, Gefäßerkrankungen (13.07.2020)

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