Blutabnahme (venös)

Zuletzt aktualisiert am 3. August 2020

Mann wird Blut abgenommen
Bei einer Blutabnahme aus den Venen wird venöses Blut entnommen – das wird am häufigsten bei der Punktion der mittleren Vene am Unterarm gemacht.
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Durch eine Blutabnahme und die darauffolgende Auswertung im Labor kann der allgemeine Gesundheitszustand bewertet werden. 

Medizinische Expertise
Gerhard Kitzler

Dr. Gerhard Kitzler

Allgemeinmediziner

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Die Abnahme des Blutes erfolgt venös, arteriell oder kapillar, je nach Zweck der Untersuchung (großes Blutbild, Blutgasanalyse oder Ermittlung des Blutzuckerwertes). Bei einer venösen Blutabnahme muss der Patient meist nüchtern sein, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Die Auswertung der Blutprobe ermöglicht einen Blick auf die Bestandteile des Blutes, wie zum Beispiel Blutkörperchen und Eiweiße, die wiederum Informationen zum Immunsystem, dem Hormonhaushalt, der Atemfunktion, dem Stoffwechsel und den inneren Organen liefern.


Eine Blutuntersuchung kann aus unterschiedlichen Gründen durchgeführt oder veranlasst werden:

  • Vorsorgeuntersuchung: Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung wird zur Früherkennung unterschiedlicher Erkrankungen auch eine Blutuntersuchung durchgeführt. Der Arzt kann sich durch ein Blutbild einen Überblick über die Verfassung der inneren Organe verschaffen, die Blutwerte prüfen oder Mangelzustände des Körpers feststellen. In Österreich kann jede Person ab dem vollendeten 18. Lebensjahr einmal pro Jahr eine solche Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen.
  • Diagnosestellung: Wenn Sie sich nicht wohlfühlen und im Gespräch mit dem Arzt keine Ursache festzustellen ist, dann wird Ihnen der Arzt eine Blutabnahme zur Abklärung Ihrer Symptome empfehlen. Mit dem Blutbild, oft in Kombination mit anderen diagnostischen Methoden, kann dieser dann eine Diagnose stellen.
  • Verlaufskontrolle, Operations- / Behandlungsnachsorge: Bei einer bestehenden Erkrankung dient die Blutabnahme als Instrument zur Verlaufskontrolle und auch zur Erfassung des körperlichen Zustandes vor und nach einer Operation.

Bei einer Blutabnahme aus den Venen wird venöses Blut entnommen – das wird am häufigsten bei der Punktion der mittleren Vene am Unterarm gemacht.

Die Abnahme verläuft zumeist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten und wird im Sitzen oder im Liegen durchgeführt. In einem ersten Schritt wird das Blut in der Vene mit einem zusammenziehbaren Gurt gestaut. Anschließend wird die geplante Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel gereinigt, um Infektionen zu vermeiden. Übliche Stellen sind Ellenbeuge, Unterarm, Hand- oder Fußrücken. Mit einer feinen, hohlen Nadel (Kanüle) erfolgt der Einstich in die Vene. Auf die Kanüle werden die einzelnen Röhrchen gesteckt, diese füllen sich mit Blut. Je nach Ziel der Untersuchung werden mehr oder weniger und unterschiedlich große Blutentnahmeröhrchen verwendet. Nach dem Befüllen der Röhrchen wird die Stauung wieder gelöst, die Kanüle aus der Haut gezogen und die Einstichstelle mit einem Druckpflaster verklebt. Verwenden Sie einen Wattetupfer, um das Blut zu stillen, drücken Sie mehrere Minuten auf die punktierte Stelle, um eventuelle Blutungen zu stillen und einen Bluterguss in weiterer Folge zu vermeiden. Damit ist der Vorgang der Blutabnahme abgeschlossen. Meistens dauert es ungefähr einen Tag bis zu einer Woche, bis die Blutproben im Labor ausgewertet sind.

Neben der venösen Blutabnahme gibt es 2 weitere Arten nährstoffangereicherten Blutes im Körper:

  • Arterielles Blut: Arterielles Blut wird z. B. aus einem Shunt abgenommen und für eine Blutgasanalyse gebraucht.
  • Kapillares Blut: Wenn nur eine sehr geringe Menge Blut benötigt wird, kann kapillares Blut, z. B. aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen, abgenommen werden. Damit wird z. B. auch der Blutzuckerwert bestimmt.
  • Jeder Arzt kann eine Blutabnahme durchführen – wenn Sie ein Blutbild machen lassen möchten, sollte Ihr erster Ansprechpartner Ihr Hausarzt sein
  • Auch diplomiertem Gesundheits- und Krankenpflegepersonal ist es nach Weisung des Arztes erlaubt, eine Blutabnahme durchzuführen
  • Im speziellen Labor

Bei fachgemäßer und steriler Durchführung der Blutabnahme sind die Risiken gering. Bei vielen Patienten entwickelt sich ein blauer Fleck um die Einstichstelle, das ist aber harmlos und vergeht nach einigen Tagen von selbst. Bei unsachgemäßer Durchführung mit nicht sterilen Nadeln kann es zu Infektionen oder zur Übertragung von Krankheiten kommen. Das ist aber in der Regel nicht der Fall.

Um ein optimales und unverfälschtes Ergebnis der Blutentnahme zu begünstigen, sollten Sie folgende Einflussfaktoren beachten:

  • Nahrungsaufnahme: Um die Messwerte nicht zu verfälschen, sollten Sie nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Essen Sie bestenfalls 10 Stunden davor nichts. Blutzucker, Blutfette, Bluteiweiße, Harnsäure und bestimmte Leberwerte können durch Nahrungsaufnahme unmittelbar vor der Untersuchung verzerrt werden. Unmittelbar nach der Blutabnahme dürfen Sie wieder essen.
  • Medikamente: Bei einer bestehenden Schilddrüsenfehlfunktion sollten Sie 24 Stunden vor der Blutabnahme keine entsprechenden Medikamente einnehmen, für die Einnahme von Eisenpräparaten gilt dasselbe.
  • Sport und Bewegung: Das Ergebnis kann außerdem durch körperliche Anstrengungen, die Tageszeit und langes Stauen des Blutes, zum Beispiel durch lange Stehbelastung, beeinflusst werden. Es ist also empfehlenswert, sich vor einer Blutabnahme nicht allzu großen Belastungen auszusetzen.
  • Alkohol und Zigaretten: Sie können Positives zur Blutabnahme beitragen, indem Sie 24 Stunden vor der Untersuchung keinen Alkohol trinken und 8 Stunden davor auf Zigarettenkonsum verzichten.

Die Kosten für eine Blutabnahme werden bei einem notwendigen Anlass und einmal jährlich von der Krankenkasse im Rahmen der Gesundenuntersuchung getragen.

Blutabnahme zum HIV-Test: Wenn ein Arzt zur Abklärung eines medizinischen Verdachts eine HIV- Untersuchung verordnet, werden die Kosten von der Sozialversicherung übernommen.

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Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Zuletzt aktualisiert:

3. August 2020

Erstellt am:

28. Juni 2017

Stand der medizinischen Information:

3. August 2020


Quellen:

Laborwerte verstehen leicht gemacht, M. Vieten, Trias Verlag, Stuttgart, 2009

Pflege heute, N. Menche (Hrsg), Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage, München, 2001

Patienten Lexikon, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 3. Auflage, München, 2013

Gesundheit.gv.at: Gut vorbereitet in die Arztpraxis (03.08.2020)

Gesundheit.gv.at: HIV-Test: Labor zur Diagnostik (03.08.2020)

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