Asthma: Die Entzündung mit Kortison behandeln

Verschiedene Asthma-Inhalatoren
Verschiedene Wirkstoffe stehen bei Asthma zur Verfügung – die Entzündung bekämpft jedoch nur Kortison.
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Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege. Das wichtigste Mittel diese Entzündung zu behandeln, ist Kortison.

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Jedoch hat Kortison den Ruf, Gewichtszunahme, den Anstieg des Blutzuckers oder Osteoporose zu verursachen. Daher ist es wichtig, dass die Dosis im Körper lokal wirkt und nur so hoch wie nötig ist, was am besten mit inhalativem Kortison möglich ist.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie durch eine inhalative Kortison-Therapie (ICS) die Nebenwirkungen gering gehalten werden können und warum es essentiell ist, die ursächliche Entzündung bei einer Asthmaerkrankung jeder Stufe zu behandeln.

Kortison ist die künstlich hergestellte Version des Hormons Kortisol, welches der Körper auch selbst in der Nebenniere produziert. Es unterstützt das Immunsystem und ist ein entzündungshemmender Wirkstoff, weshalb es für die Asthma-Therapie sehr wichtig ist. Die Wirksamkeit von Kortison – bevorzugt inhalativ verabreicht – ist wissenschaftlich bestätigt.

Die volle Wirksamkeit von Kortison-Inhalatoren (ICS) wird nach ein bis zwei Wochen erreicht, deswegen ist es unumgänglich, die Therapie stetig wie vom Arzt verschrieben fortzusetzen – auch wenn die Beschwerden weniger werden oder aktuell gar nicht vorhanden sind.

In den meisten Fällen kann durch die antientzündliche Therapie mit inhalativem Kortison die Einnahme der Bedarfsmedikation verringert werden, was wiederum Vorteile für den Asthma-Patienten bietet.

Wie Kortison auf die Entzündung der Atemwege wirkt.
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Die inhalative Therapie bei Asthma – sprich: die Abgabe von Kortison an den Körper mittels Inhalator – wirkt direkt am Ort der Entzündung, den Bronchien. Die Dosis ist dadurch geringer als bei einer oralen Einnahme (zum Beispiel als Tablette), somit ist auch mit weniger Nebenwirkungen zu rechnen.

Es sind unterschiedliche Arten von Inhalatoren verfügbar – hierbei ist die richtige, gerätspezifische Anwendung wichtig, damit eine optimale Wirkung der Medikamente gewährleistet werden kann.

Falls die inhalative Therapie nicht ausreicht, um die Beschwerden des Patienten gut kontrollieren zu können, sollte an andere Ursachen für die Entzündung gedacht werden (z. B. eosinophile Granulozyten). Eine umgehende Abklärung beim Lungenfacharzt ist in jedem Fall ratsam, so kann eventuell eine Therapie mit Biologika in Betracht gezogen werden.

Vorteile der Inhalationstherapie im Vergleich zur oralen Therapie:

  • geringere Dosierungen notwendig
  • schnellere Wirkung
  • weniger Nebenwirkungen
  • lokale Wirkung in der Lunge / am Ort der Entzündung

Inhalationstherapien werden meist gut vertragen. In seltenen Fällen kann es zu Heiserkeit oder Pilzbefall im Mund kommen. Dies lässt sich aber durch Ausspülen des Mundes nach dem Inhalieren vermeiden.

Oft greifen die Patienten bei zunehmender Intensität oder häufiger auftretenden Beschwerden vermehrt auf ein schnellwirksames bronchialerweiterndes Medikament (kurz SABA) als Bedarfstherapie zurück, um die Beschwerden unter Kontrolle zu bringen. Dabei führt der vermehrte Einsatz von sogenannten SABA-Bronchodilatatoren zu einer erhöhten Reaktion der Bronchien auf Allergene oder Luftschadstoffe, was das Risiko für einen Asthmaanfall erhöht.

Es ist daher wichtig, dass die Kombination aus Bedarfs- und Erhaltungstherapie durch den Arzt optimal eingestellt wird und der Patient sich an die Vorgaben hält. Dabei gilt die Regel: Die übermäßige Anwendung der Bedarfstherapie von bronchialerweiternden Medikamenten deutet auf ein schlecht kontrolliertes Asthma hin!

Sie haben gut kontrolliertes Asthma, wenn …
  • … keine nächtlichen Beschwerden auftreten.
  • … maximal zwei Mal pro Woche untertags Kurzatmigkeit besteht.
  • … Sie maximal zwei Mal pro Woche untertags Ihre inhalative Bedarfsmedikation benötigen.
  • … Ihre körperliche Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
  • … keine Asthmakrisen auftreten.
  • … Ihre Lungenfunktion stabil ist.

Sind diese Kriterien nicht erfüllt, sollte man zur Abklärung bzw. zur Anpassung der Therapie am besten den Lungenfacharzt aufsuchen.

Keine Entzündungshemmung bei bronchialerweiternden Medikamenten

Studien deuten darauf hin, dass der übermäßige Gebrauch dieser schnellwirksamen Medikation mit einer möglichen Verschlechterung der Krankheitsprognose, einem höheren Risiko für Krankenhausaufenthalte und einer zusätzlichen Verschreibung von oralem Kortison einhergeht. Die zu Grunde liegende Ursache – die Entzündung – wird durch die bronchialerweiternden Medikamente nicht behandelt, es werden nur kurzfristig die Symptome gelindert. Im Gegenteil: Patientendaten zeigen, dass diese sogar zu einer verstärkten Entzündungsreaktion führen.

Hat man als Patient das Gefühl, dass die angewendete Therapie nicht mehr passt, da Beschwerden häufiger und/oder intensiver auftreten, ist es wichtig, diese Bedenken mit seinem Haus- oder Lungenfacharzt beim nächsten Besuch zu besprechen. In jeder Asthma-Stufe sollte die ursächliche Entzündung lokal behandelt werden, um Folgeschäden oder eine Verschlechterung der Erkrankung zu verhindern. Eine Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ermöglicht eine gute medikamentöse Einstellung, eine Verringerung der Beschwerden und somit eine Verbesserung der Lebensqualität.

Therapieempfehlungen

Diese vermehrte Anwendung von bronchialerweiternden Medikamenten hat historische Gründe: bis vor kurzem wurde der alleinige Einsatz von SABA-Bronchodilatatoren für Asthma empfohlen. Nun wurden die wichtigen GINA-Empfehlungen (Guidelines der Global Initiative for Asthma, kurz GINA) aktualisiert und inhalatives Kortison (ICS) als Erhaltungstherapie ergänzt. Warum? Nur wenn die ursprüngliche Entzündung der Bronchien bekämpft wird, kann eine allgemeine Stabilisierung der Beschwerden und eine Steigerung der Lebensqualität erreicht werden.

Redaktionelle Bearbeitung:
Erstellt am:

1. Oktober 2019

Stand der medizinischen Information:

1. Oktober 2019


Quellen:

GINA – Global Strategy for Asthma Management and Prevention (Updated 2019) (01.10.2019)

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