Schüßler Salze

Zuletzt aktualisiert am 17. November 2020

Dose mit Schüßler Salzen
Die homöopathisch verdünnten Mineralsalze können für kleine und größere Beschwerden eingesetzt werden.
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Schüßler Salze wirken ausgleichend auf Störungen im Mineralstoffhaushalt ein. Ähnlich wie in der Homöopathie sind die Mineralsalze stark verdünnt.

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Inhaltsverzeichnis

Die Therapie mit Schüßler Salzen gehört zu den komplementären und alternativen Heilmethoden. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom Arzt und Homöopathen Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler begründet. Ziel Dr. Schüßlers war es, Störungen des Mineralstoffhaushaltes zu erkennen und durch homöopathische Gaben mit Mineralsalzen die Ordnung im Organismus wiederherzustellen. Es gibt 12 Basismittel und 21 Erweiterungsmittel. Eine Grundversorgung mit Mineralstoffen wird mit Schüßler Salzen nicht erreicht, sie sollen direkt vor Ort wirken.

Eine Therapie mit Schüßler Salzen soll unter anderem vorhandene Blockaden lösen, die Informationsübertragung verbessern, den Säure-Basen-Haushalt optimieren, das Immunsystem unterstützen und in den Zellstoffwechsel eingreifen.

Eine Anwendung als sanfte Therapie kann unter anderem erfolgen bei:

Bei der Therapie mit Schüßler Salzen soll der Mangel, der die Krankheit verursacht, behoben werden. Dazu ist es erforderlich, dass der Mensch als Ganzes gesehen wird. Jeder Teil des Körpers ist mit einem anderen verbunden. Ist man gesund, ist der ganze Körper im Gleichgewicht. Bei einer Erkrankung kommt es zu einer Unordnung im Körper.

Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler stellte im 19. Jahrhundert bei seinen Forschungen fest, dass im Körper immer 12 Mineralsalze vorhanden sind. Infolgedessen war er der Meinung, dass diese 12 Salze lebensnotwendig seien. Käme es, seiner Meinung nach, zu einem biochemischen Ungleichgewicht dieser Mineralsalze, entstünden Krankheiten, welche mit der gezielten Gabe homöopathischer Dosen dieser Salze wieder besser würden. Er verdünnte die Mineralsalze homöopathisch, sodass sie besser an ihren Wirkort gelangen sollten.

Laut der Antlitz-Analyse nach Hickethier kann der Bedarf an Mineralsalzen an diversen Anzeichen im Gesicht erkannt werden. Dr. Kurt Hickethier entwickelte diese Methode und stellte Rückschlüsse von Glanz, Fältchen oder Färbungen im Gesicht auf die fehlenden Mineralstoffe. Auch ein Belag auf der Zunge soll einen Bedarf ermitteln.

Beispiel: Ein Mangel an Nr. 3 Ferrum phosphoricum soll durch bläulich bis schwarz gefärbte innere Augenwinkel und durch eine fleckige Gesichtsröte an Ohren, Wangen und Stirn erkennbar sein.

Bei dieser Therapieform wird der fehlende Mineralstoff über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen. Seine Wirkung soll sich dabei zwischen den Zellen, in der Zellwand und in der Zelle selbst entfalten können. Es gibt von Schüßler eingeführte 12 Basismittel und mittlerweile 21 Erweiterungsmittel. Die 12 Basismittel sind:

  • Nr. 1: Calcium fluoratum
  • Nr. 2: Calcium phosphoricum
  • Nr. 3: Ferrum phosphoricum
  • Nr. 4: Kalium chloratum
  • Nr. 5: Kalium phosphoricum
  • Nr. 6: Kalium sulfuricum
  • Nr. 7: Magnesium phosphoricum
  • Nr. 8: Natrium chloratum
  • Nr. 9: Natrium phosphoricum
  • Nr. 10: Natrium sulfuricum
  • Nr. 11: Silicea
  • Nr. 12: Calcium sulfuricum
SCHÜßLER SALZE HOMÖOPATHIE
Bei den Schüßler Salzen werden nur Mineralstoffe verwendet, die im gesunden Körper ausreichend vorhanden sind. Die Salze enthalten jeweils ein saures und ein basisches Element. Bei der Homöopathie kommen über 2000 verschiedene Substanzen zum Einsatz. Diese können aus Pflanzen, Tieren bzw. deren Produkten, Metallen, Mineralien oder Säuren bestehen.
Bei den Schüßler Salzen werden die fehlenden Mineralstoffe eingenommen, sie sollen durch physiologisch-chemische Vorgänge in ihrer potenzierte Form dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Dadurch wird der Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht. Das Prinzip der Homöopathie arbeitet mit dem Prinzip "similia similibuscurentur": "Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt". Es wird ein Reiz gesetzt, auf den der Organismus reagieren und so eine Selbstheilung hervorrufen soll.
Schüßler Salze werden meist in Form von Tabletten mit Milchzucker eingenommen. In der Homöopathie werden Zuckerkügelchen oder alkoholische Lösungen eingesetzt.
Bei den Schüßler Salzen werden größere Mengen in kürzeren Abständen eingenommen. In der Homöopathie wird in kleinen Dosen und größeren Abständen therapiert.

Schüßler Salze gelten nicht als Mineralstoffe im eigentlichen Sinne. Das Besondere ist die potenzierte, also verdünnte Form der Mineralstoffe nach homöopathischer Verfahrensweise. Die Trägersubstanz ist hier Milchzucker (Laktose). Die Potenzierung erfolgt in Dezimalstellen – deshalb z. B. die Bezeichnung D 6 oder D 12. Für den ersten Verdünnungsschritt werden 1 Teil des Mineralstoffes und 9 Teile Milchzucker verrieben. Jede weitere Potenz enthält die vorige Verdünnung und wieder 9 Teile Milchzucker.

Die Einnahme von Mineralstoffen nach Dr. Schüßler weist in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Wie bei der Homöopathie kann es allerdings zu einer sogenannten Erstverschlimmerung kommen. Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit sollten Sie die Tabletten im Wasser lösen, wobei der Milchzucker als Bodensatz zurückbleibt. Diabetiker sollten sich über den Gehalt an Broteinheiten (BE) informieren und die Salze dann in Wasser auflösen.

Auf eine fachkundige Begleitung durch einen Schüßler Mineralstoffberater sollte nicht verzichtet werden. Sie kann durch Heilpraktiker und andere Personen mit einer Ausbildung zum Mineralstoffberater durchgeführt werden.

Chronische Beschwerden

Liegen chronische Symptome vor, lassen Sie 4 bis 6 Tabletten pro Mineralstoff langsam im Mund zergehen. Bis zu 4 Mineralstoffe können so über den Tag verteilt kombiniert werden. Dies eignet sich zur Vorbeugung oder Behandlung von Beschwerden. Tipp: Je schneller ein Mineralsalz sich im Mund auflöst, desto dringender wurde es benötigt.

Akute Beschwerden

Bei akuten Beschwerden lösen Sie die benötigten Mineralstoffe in 1⁄4 Liter lauwarmen Wasser auf. Dies kann je nach Intensität der Symptome viertel- bis halbstündlich wiederholt werden, bis die Beschwerden abklingen. Pro Zubereitung lösen Sie 10 bis 12 Tabletten auf. Sowohl bei chronischen als auch bei akuten Situationen ist es wichtig, dass viel Flüssigkeit getrunken wird. So unterstützen Sie die reinigenden und ausscheidenden Eigenschaften der Schüßler Salze.

Neben der innerlichen Anwendung kann auch eine äußerliche Anwendung mit Umschlägen, Bädern oder in Salben- bzw. Cremeform zum Einsatz kommen.

Die Therapie mit Mineralstoffen nach Dr. Schüßler gehört zu den komplementären Heilmethoden. Sie ist wissenschaftlich von der "Schulmedizin" nicht anerkannt. Dennoch gilt sie bei vielen Menschen als hilfreiche und sanfte Ergänzung. Liegt eine ernstzunehmende Erkrankung vor, sollte aber unbedingt eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Schüßler Salze sind in der Regel nicht teurer als im Handel befindliche Arzneimittel. Bei in Apotheken angebotenen Antlitz-Analysen können die Kosten variieren. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen eine Behandlung mit Schüßler Salzen nicht. Einige private Zusatzversicherungen übernehmen die Kosten zum Teil. Schüßler Salze dürfen in Österreich nur von Apotheken vertrieben werden.

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Zuletzt aktualisiert:

17. November 2020

Erstellt am:

27. Juli 2017


Quellen:

Mineralstoffe nach Dr. Schüssler, R. Kellenberger et al, Bechtermünz Verlag, 3. Auflage, 2003, Augsburg

Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler, T. Feichtinger et al, Haug Verlag, 5. Auflage, 2011, Stuttgart