Hitzschlag

Frau mit rotem Gesicht hält sich ein kühles feuchtes Tuch auf die Stirn.
Bei einem Hitzschlag muss die erhöhte Körpertemperatur schnell wieder gesenkt werden.
© AucArtStudio / stock.adobe.com
Direkt zum Inhaltsverzeichnis

Hält man sich bei hohen Temperaturen zu lange ungeschützt im Freien auf, kann die Temperaturregulation aus den Fugen geraten. Der Körper nimmt mehr Wärme auf, als er abgeben kann. Die Folge ist eine Überhitzung.

Medizinische Expertise

Peter Haubenberger

Dr. Peter Haubenberger

Facharzt für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Ärztlicher Leiter der PVE Wien West
Langauergasse 2, 1150 Wien
www.pve-wien-west.at
Medizinische Fachbeiträge auf MeinMed.at werden von 🇦🇹 österreichischen Ärzt:innen und medizinischen Expert:innen geprüft.

Inhaltsverzeichnis

Ein Hitzschlag ist die schwerste Form der Hitze-Erkrankungen (wie z.B. Sonnenstich, Hitzekrampf, Hitzeerschöpfung). Während beim Sonnenstich Beschwerden infolge intensiver Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken im Vordergrund stehen, handelt es sich beim Hitzschlag um eine schwere Störung der Thermoregulation des gesamten Organismus. Ein Hitzschlag ist immer eine Akutsituation, schnelles Handeln ist gefragt. Verständigen Sie immer die Rettung (Notruf: 144).

Zusammenfassung

  • Zu einem Hitzschlag kommt es durch die Überlastung der Temperatur-Regulationsmechanismen des Körpers: Ist er nicht in der Lage, genügend Wärme abzugeben (z. B. durch Schwitzen), überhitzt der Körper. 
  • Die Haut kann überall am Körper heiß, trocken und stark gerötet sein, aber auch Schwitzen schließt einen Hitzschlag nicht aus.
  • Kennzeichnend sind insbesondere auch Störungen des zentralen Nervensystems, etwa Verwirrtheit, Benommenheit, auffälliges Verhalten, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit.
  • Kleine Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet, einen Hitzschlag zu erleiden.

Hitzschlag im Überblick

Art Überhitzung des Körpers
Ursachen Körpereigene Temperaturregulations-Mechanismen überlastet
Symptome u.a. heiße, trockene, stark gerötete Haut, Störungen des zentralen Nervensystems, Kreislaufprobleme, erhöhte Körpertemperatur, Kopfschmerzen, Übelkeit, schnelle Atmung, Bewusstseinstrübung
Diagnose Anamnese, typische Symptome unter bestimmten Begebenheiten
Therapie Erhöhte Körpertemperatur möglichst schnell senken, Erste Hilfe, Notruf wählen, Versorgung durch Notärztin, in schweren Fällen Behandlung auf Intensivstation

FAQ (Häufige Fragen)

Was sind die Symptome eines Hitzschlags?

Die Haut eines Hitzschlag-Betroffenen ist häufig heiß und gerötet. Sie kann auch trocken sein, Schwitzen schließt einen Hitzschlag jedoch nicht aus. Kennzeichnend sind insbesondere auch Störungen des zentralen Nervensystems, etwa Verwirrtheit, Benommenheit, auffälliges Verhalten, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit.

Wie lange dauert ein Hitzschlag an?

Wie schnell sich Betroffene nach einem Hitzschlag erholen, hängt vom Ausmaß der Überwärmung, der Dauer bis zum Beginn einer wirksamen Kühlung sowie möglichen Organschäden ab.

Wie bekommt man einen Hitzschlag weg?

Bei einem Hitzschlag muss die erhöhte Körpertemperatur schnell wieder gesenkt werden. Wesentlich sind rasches Verbringen an einen kühlen Ort, aktive Kühlung, Notruf und Überwachung der Vitalfunktionen.

Ein Hitzschlag tritt meist an sehr heißen oder schwül-warmen Tagen auf – eher in den Sommermonaten Juli und August, wenn es besonders heiß ist. Sehr heiße Temperaturen können einen Hitzschlag verursachen.

Zu einem Hitzschlag kann es selbst bei jungen, gesunden Menschen durch anstrengende körperlicher Betätigung an besonders heißen, schwül-warmen Tagen oder in heißer Umgebung (z.B. Arbeit am Hochofen) kommen. Schon ein zu langer Aufenthalt bei zu hohen Temperaturen (ohne körperlicher Anstrengung) reicht bei manchen Menschen schon aus, dass es zum Hitzschlag kommt. 

Das betrifft vor allem Risikogruppen wie:

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • ältere Menschen
  • Personen mit chronischer Erkrankung (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas)
  • Menschen, die Hitze nicht gewohnt sind
  • Personen, die bei Hitze viel im Freien tätig sind, z.B. Bauarbeiter:innen, Gärtner:innen, aber auch Sportler:innen
  • alkoholisierte oder unter Drogen stehende Menschen

Für Hitzschlag-empfindliche Personen können schon große Menschenansammlungen (z.B. Konzert, Fußballstadion) eine Gefahr darstellen - insbesondere, wenn sie dabei auch noch zu warm angezogen sind.

Der Körper reagiert auf Hitze mit einer Erweiterung der Blutgefäße, die Haut wird mehr durchblutet, der Blutdruck sinkt. In der Folge kann die Leistungsfähigkeit abnehmen. Zudem wird die Schweißproduktion erhöht, um die Haut zu kühlen und die Körpertemperatur so wieder zu senken. Um nicht zu überhitzen, ist Schwitzen wesentlich. 

Feucht-heißes Klima/hohe Luftfeuchtigkeit ist für uns Menschen belastend, da die Luft die Feuchtigkeit, die durch das Verdunsten von Schweiß entsteht, nicht mehr so gut aufnehmen kann. Der Schweiß bleibt auf der Haut, der Körper kann sich durch Schwitzen nicht mehr so gut abkühlen.

Werden die körpereigenen Temperaturregulations-Mechanismen überlastet, können sie versagen. Die Folge ist ein Wärmestau im Körper: der Hitzschlag.

Bei einem Hitzschlag fallen die körpereigenen Temperatur-Regulationsmechanismen aus: Der Körper ist nicht mehr in der Lage, Wärme abzugeben und den Körper über die Schweißproduktion zu kühlen. Deshalb ist die Haut eines Hitzschlag-Betroffenen häufig heiß und gerötet. Sie kann auch trocken sein, Schwitzen schließt einen Hitzschlag jedoch nicht aus. Kennzeichnend für einen Hitzschlag sind insbesondere auch Störungen des zentralen Nervensystems, etwa Verwirrtheit, Benommenheit, auffälliges Verhalten, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit. Im Gegensatz zu einem Sonnenstich, bei dem es zu einer Überwärmung im Gehirn kommt, ist bei einem Hitzschlag der gesamte Körper betroffen.

Durch den Wärmestau zeigen sich im Körper weitere Symptome, die schnelles Handeln erfordern:

  • stark erhöhte Körpertemperatur, häufig um 40 °C oder darüber
  • schwacher, aber schneller Puls
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unruhe
  • Schneller Herzschlag (Tachykardie)
  • Schnelle Atmung
  • Durchfall
  • Muskelkrämpfe
  • Bewusstseinstrübungen: Betroffene wirken schläfrig und/oder verwirrt
  • Abfall des Blutdrucks
  • Orientierungslosigkeit
  • eventuelle Bewusstlosigkeit
  • eventuell Krampfanfälle oder auch Lähmungserscheinungen

Ein Hitzschlag ist eine akute Notfallsituation, die schnell lebensbedrohlich werden kann. Rufen Sie bei Verdacht unverzüglich die Rettung (Notruf: 144)!

Dr. Peter Haubenberger, Arzt für Allgemeinmedizin und Traditionelle Chinesische Medizin

Eine Körperkerntemperatur um 40 °C oder darüber ist typisch. Ein gemessener Wert unter 40 °C schließt einen Hitzschlag aber nicht sicher aus, insbesondere wenn bereits Kühlmaßnahmen erfolgt sind.

Dr. Peter Haubenberger, Arzt für Allgemeinmedizin und Traditionelle Chinesische Medizin

Kann die erhöhte Körpertemperatur nicht ausreichend schnell wieder gesenkt werden, treten starke Kreislaufprobleme auf, die mitunter lebensbedrohlich werden können. Durch Flüssigkeitsmangel und Elektrolytverlust verringert sich die zirkulierende Blutmenge im Körper. Das Gehirn kann unterversorgt werden, Herzschlag oder Atem können ausfallen und Organe versagen. Letztendlich kann durch solche Komplikationen sogar der Tod eintreten.

Die Ärzt:in stellt die Diagnose anhand der Anamnese. Duch klassische Symptome bei bestimmten Begebenheiten wie

  • Hitze oder schwül-warmem Wetter,
  • starker körperlicher Anstrengung,
  • und/oder zu warmer Kleidung

lässt sich der Verdacht auf einen Hitzschlag in der Regel bestätigen.

Bei einem Hitzschlag muss die erhöhte Körpertemperatur schnell wieder gesenkt werden. Die Notärzt:in muss rasch verständigt werden. In dieser Notsituation sollte bis zum Eintreffen der Notärzt:in Erste Hilfe geleistet werden:

Kühler Ort: Den Betroffen:en möglichst an einen kühlen oder zumindest schattigen Ort bringen. Ihm Luft zufächeln.
Den Körper möglichst kühlen: Den Betroffen:en mit feuchten Tüchern oder Wickeln bedecken (besonders im Bereich von Kopf und Nacken). Die Kleidung mit kühlem Wasser benetzen. Gleichzeitig kann Luft zugefächelt werden. Auch eine kühle Dusche ist möglich.
Trinken: Ist die betroffene Person vollständig wach, orientiert und kann sicher schlucken, können kleine Schlucke kühler Flüssigkeit angeboten werden. Bei Bewusstseinsstörungen nichts zu trinken geben.
Beobachten: Bewusstsein, Atmung und Puls des Betroffenen immer wieder kontrollieren bis der Rettungsdienst eintrifft.
Lagerung: Die Lagerung sollte sich nach Bewusstseinslage, Atmung und Kreislaufsituation richten. Den Betroffen:en flach, aber mit erhöhtem Oberkörper lagern. Die Kleidung öffnen, lockern oder ausziehen. Wird der Betroffen:e bewusstlos, atmet jedoch noch, ist er in die stabile Seitenlage zu bringen.
Wiederbelebung: Atmet der Betroffen:e nicht mehr, mit der Wiederbelebung beginnen, Herzdruckmassage und Atemspende.

Wesentlich sind rasches Verbringen an einen kühlen Ort, aktive Kühlung, Notruf und Überwachung der Vitalfunktionen.

Trifft die Notärzt:in ein, wird sie zuerst versuchen, den Kreislauf des Hitzschlag-Opfers zu stabilisieren. Da dem Körper Flüssigkeit fehlt, werden Infusionen mit Elektrolyt-Lösung verabreicht. In der Regel werden Betroffene unverzüglich in ein Spital gebracht, denn bei schwerem Hitzschlag ist die Behandlung auf der Intensivstation nötig, um die Vitalfunktionen durch Kühlung und Flüssigkeitszufuhr aufrechtzuerhalten. Falls der Betroffen:e ins Koma fällt, kann dort auch künstlich beatmet werden.

Wie schnell sich Betroffene nach einem Hitzschlag erholen, hängt vom Ausmaß der Überwärmung, der Dauer bis zum Beginn einer wirksamen Kühlung sowie möglichen Organschäden ab. 

  • Leichter Hitzschlag: Symptome klingen mit ausreichend Ruhe, Flüssigkeitszufuhr und Kühlung schnell ab
  • Mäßiger Hitzschlag: Symptome können länger anhalten, wichtig ist Ruhe, viel trinken, direkte Sonneneinstrahlung meiden
  • Schwerer Hitzschlag: langfristige Schäden sind möglich. Organe, Gehirn und Nervensystem können bei sehr hoher Körpertemperatur geschädigt werden.

Während sich manche Betroffene vollständig erholen, können nach schweren Verläufen längerfristige Schäden insbesondere an Gehirn, Nieren, Leber oder Muskulatur zurückbleiben.

Die beste Maßnahme, um eine derartige Hitzereaktion zu vermeiden, ist Vorbeugung. Damit es gar nicht erst zu einem Wärmestau im Körper und in der Folge zu der lebensgefährlichen Erkrankung Hitzschlag kommen kann, achten Sie darauf:

  • sich nicht zu hohen Temperaturen auszusetzen (die pralle Sonne mittags vermeiden)
  • bei warmen Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit auf größere körperliche Anstrengung zu verzichten
  • eine schützende Kopfbedeckung zu tragen
  • sich angemessen zu kleiden: Bei Hitze leichte, luftdurchlässige Kleidung anziehen
  • ausreichend zu trinken: bei hohen Temperaturen immer viel Wasser, ungesüßte Tees oder gespritzte Fruchtsäfte trinken, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Auf Alkohol sollte man gerade an sehr heißen Tagen verzichten!
  • Kleinere Portionen und eher leichte Gerichte zu sich nehmen
  • Kinder nicht in der Sonne spielen zu lassen, Säuglinge nicht der direkten Sonne auszusetzen
  • Innenräume kühl zu halten: nachts und in der Früh lüften, tagsüber abdunkeln

Autor:innen:

Redaktionelle Bearbeitung:

Medizinisches Review:

  • Dr. Peter Haubenberger (Facharzt für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Ärztlicher Leiter der PVE Wien West)

Zuletzt aktualisiert:

Stand der medizinischen Information:


ICD-Code:

  • T67.0

Mehr zum Thema

Derzeit aktuell

Neueste Beiträge