Klitoris (Clitoris, Kitzler)

Grapefruit als Symbolbild für die Klitoris
Die Klitoris ist Teil der weiblichen Geschlechtsorgane.
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Die Klitoris ist ein Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der sexuellen Erregung der Frau.

Medizinische Expertise
Andrea Kottmel

Dr. Andrea Kottmel

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

www.sexualmedizin-wien.at

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Inhaltsverzeichnis

Die Klitoris ist insofern das weibliche Pendant zum Penis, dass sich beide aus demselben embryologischen Vorläuferorgan entwickeln. Die Klitoris ist sehr berührungsempfindlich.

Die Klitoris dient in erster Linie der sexuellen Lust der Frau. Bei sexueller Erregung steigert sich die Durchblutung der Geschlechtsorgane, dadurch schwillt die Klitoris an. Berührungen erhöhen das Lustempfinden, es kann zum sexuellen Höhepunkt (Orgasmus) kommen.

  • Die Klitoris zählt zu den weiblichen Geschlechtsorganen.
  • Die Klitoris dient in erster Linie der weiblichen Sexualfunktion.
  • Sie kann bei Erregung anschwellen.
  • Die Klitoris ist von Frau zu Frau unterschiedlich groß.
  • Das von außen sichtbare Köpfchen der Klitoris befindet sich am oberen Ende der kleinen Genitallippen (Schamlippen).
Definition Teil der Vulva
Anatomie besteht aus Klitorisschaft, Klitorisschwellkörper, Klitoriseichel
Funktion regelt sexuelles Lustempfinden der Frau

Die Klitoris (Clitoris, Kitzler) gehört zu den äußeren weiblichen Genitalien, zu denen auch der Venushügel und die inneren und äußeren Genitallippen zählen. Die Klitoris ist ein erektiler Körper, der sich bei sexueller Erregung mit Blut füllen und anschwellen kann. Sie ist hochsensibel.

Die Klitoris besteht aus:

  • zwei Klitorisschenkel (Crura clitroidis)
  • Klitorisschaft (Corpus clitoridis)
  • Klitoriseichel (Glans clitoridis)

Das Klitorisköpfchen liegt am oberen Ende der inneren Genitallippen und reicht weit in die Tiefe. Von außen sichtbar ist nur die Klitoriseichel, an der sich zahlreiche empfindliche Nervenfaserendungen befinden. Der sichtbare Teil der Klitoris ist in etwa erbsengroß. Die tatsächliche Größe beträgt etwa zehn Zentimeter, kann aber von Frau zu Frau stark variieren. Das Klitorisköpfchen wird von einer kleinen Hautfalte (Klitoris-Vorhaut) bedeckt. Etwa zwei Zentimeter unter der Klitoris liegt die Harnröhrenöffnung. Darunter befindet sich der Scheideneingang.

Bei anhaltenden Beschwerden im Intimbereich ist immer ein Arztbesuch ratsam. Dieser kann Erkrankungen ausschließen oder gegebenenfalls eine geeignete Therapie einleiten. Der richtige Ansprechpartner bei Problemen mit der Klitoris ist der Frauenarzt.

Klitorishypertrophie

Ist die Klitoris auffällig groß, spricht man medizinisch von Klitorishypertrophie. Dies kann entweder angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln:

  • Bei der angeborenen Klitorishypertrophie produziert der weibliche Fötus aufgrund eines Enzymdefekts männliche Geschlechtshormone. Dadurch entwickelt der Fötus trotz weiblicher Chromosomen männliche Geschlechtsmerkmale. In leichten Fällen geht die Klitorishypertrophie mit einer anatomisch großen, penisähnlichen Klitoris einher und verursacht keine gesundheitlichen Beschwerden. In schweren Fällen ist das äußere Geschlecht nicht mehr als weiblich erkennbar, obwohl Gebärmutter und Eierstöcke vorhanden sind. Man spricht in diesem Fall von einem weiblichen Pseudohermaphroditismus, bei dem das äußere Geschlecht und die sekundären Geschlechtsmerkmale nicht mit dem chromosomalen Geschlecht und den inneren Geschlechtsorganen übereinstimmen.
  • Tritt die Klitorishypertrophie erst im Laufe des Lebens auf, kommen unter anderem folgende Ursachen in Frage: PCO-Syndrom, adrenogenitales Syndrom oder Eierstockkarzinom.

Ob eine Klitorishypertrophie operativ behandelt werden muss, hängt unter anderem davon ab, ob die betroffene Person körperlich (z. B. beim Tragen enger Kleidung) oder psychisch darunter leidet. Ist die Klitorishypertrophie die Folge einer anderen Erkrankung, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

Klitorisphimose

Bestimmte Hautkrankheiten, darunter der Lichen sclerosus, können zu einem Verwachsen der sogenannten Klitoriskapuze mit dem Klitorisköpfchen führen. Hierbei spricht man von einer Klitorisphimose. In seltenen Fällen verwächst die Klitoriskapuze so stark, dass das Klitorisköpfchen gar nicht mehr zu sehen ist. Dann kann es bei Betroffenen zu einer verringerten sexuellen Empfindlichkeit in diesem Bereich kommen.

Überreizung der Klitoris

Wurde die Klitoris zu stark stimuliert, kann sie schmerzen. Die Beschwerden klingen in der Regel aber innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder ab und müssen nicht behandelt werden.

Beunruhigend für manche Frauen ist das sogenannte "Dead Vagina Syndrom", zu dem es bei häufigem Masturbieren mit Sex-Toys kommen kann. Eine langfristige Desensibilisierung oder Schädigung der Klitoris tritt nicht auf, es kann aber zu vorübergehenden Empfindungsstörungen kommen. Wenn die Nervenenden überreizt sind, hilft eine Pause. In der Regel legt sich das Taubheitsgefühl dann von selbst wieder.

Juckreiz an der Klitoris

Bei Scheidenpilz oder Vulvitis kann es zu Juckreiz an der Klitoris kommen. Halten die Symptome über einen längeren Zeitraum an, ist ein Arztbesuch ratsam.

Autor:innen:
Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Erstellt am:

18. November 2022

Stand der medizinischen Information:

21. November 2022


Quellen:

"Äußere Genitalien der Frau", Frauenärzte im Netz (21.11.2022)

"Klitoris", Pschyrembel online (21.11.2022)

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