Intimpflege bei der Frau

Zuletzt aktualisiert am 14. September 2020

Frau hält Duschbrause um ihren Intimbereich zu waschen
Für die richtige Intimhygiene benötigen Sie keines der vielen Spezialprodukte, die in Drogeriemärkten angeboten werden. Lauwarmes Wasser reicht völlig aus.
© ben bryant / Shutterstock.com

Der Genitalbereich ist die empfindlichste Region des weiblichen Körpers und bedarf daher besonderer Pflege. Die richtige Hygiene muss aber nicht kompliziert sein.

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Inhaltsverzeichnis

Fehler beim Reinigen und Pflegen des Intimbereichs der Frau können zu unangenehmen Folgen führen: Blasenentzündungen, bakterielle Infektionen und Scheidenpilz können durch einfache Maßnahmen vermieden werden. Dabei sollte der natürliche pH-Wert der Haut von Vagina und Vulva durch die Intimhygiene nicht wesentlich verändert werden. Die richtige Unterwäsche und der korrekte Umgang mit Intim-Piercings und Schamhaarentfernung tragen ebenfalls dazu bei, den empfindlichen Bereich der Frau gesund zu erhalten.

  • Für die Reinigung der Vulva ist Wasser völlig ausreichend, besondere Hygieneprodukte sind nicht notwendig.
  • Der Innenbereich der Vagina sollte, etwa beim Duschen, nicht zusätzlich gereinigt werden.
  • Während der Menstruation waschen manche Frauen ihren Intimbereich aus Wohlfühlgründen häufiger als üblich. Aus medizinischer Sicht ist dies allerdings nicht nötig.
  • Besonders aggressive Hygieneprodukte stören den pH-Wert der Haut und können Beschwerden verursachen.
Vulva äußeres Geschlechtsorgan (Schamlippen, Klitoris, Eingang zu Harnröhre und Vagina)
Vagina innere Struktur, Fortpflanzungsorgan

Wenngleich Drogeriemärkte eine Vielzahl an Produkten verkaufen, die eigens für die Intimhygiene entwickelt worden sein sollen, sind diese für eine gesunde Intimhygiene keineswegs notwendig. Es ist völlig ausreichend, die äußeren Geschlechtsorgane (Vulva) einmal täglich in der Dusche mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Innerlich muss die Vagina nicht gereinigt werden. Sie ist ein selbstreinigendes Organ, das in seiner Funktion durch aggressive Reinigungsmittel nur gestört werden würde.

Auch in den Tagen der Menstruation ist ein verstärktes Waschen des Intimbereiches nicht notwendig. Wenn Sie sich unwohl fühlen, können Sie mehr als einmal täglich den Bereich waschen, sollten aber nach wie vor auf aggressive Seifen verzichten. Binden und Tampons sollten spätestens alle 8 Stunden gewechselt werden, bei Bedarf so oft wie nötig.

Das tägliche Wechseln der Unterhose ist ein Muss für die Intimhygiene.

Zudem sollten Sie Folgendes beachten:

  • Heiß waschen: Um Bakterien abzutöten, sollten Unterhosen immer mit 60 Grad gewaschen werden.

  • Richtig einkaufen: Reguläre Unterhosen sind prinzpiell besser als Tangas, welche die Bakterien "einreiben".

  • Material: Baumwolle ist der beste Stoff für Unterhosen, die Haut kann besser atmen. Synthetik-Fasern sind nur empfehlenswert, wenn sie heiß gewaschen werden können.

Aus intimhygienischer Sicht ist gegen Schamhaarentfernung nichts einzuwenden. Bei der Rasur sollten Sie eine saubere, nicht stumpfe Klinge verwenden, um Entzündungen an den Haarwurzeln zu vermeiden. Trockenrasuren und Enthaarungsgels sollten nicht verwendet werden, da es zu einer Reizung des empfindlichen Bereichs kommen kann. Beim Waxing sollte das gewählte Kosmetikstudio unbedingt Hygienestandards beachten.

Sofern es korrekt durchgeführt wird, stellt ein Intim-Piercing kein großes Gesundheitsrisiko dar. Wichtig ist es, sich im Vorhinein genau über ein geeignetes Studio zu informieren, um eine saubere Abwicklung zu garantieren. Danach ist eine regelmäßige Desinfektion des betroffenen Bereichs sinnvoll, um das Risiko einer Infektion niedrig zu halten.

Folgende Dinge sollten Sie unbedingt vermeiden:

  • Aggressive Reinigungsmittel: Seifen und Duschgels sind zum Reinigen der Geschlechtsorgane nicht notwendig und stören den pH-Wert der Haut.

  • Waschen der Vagina von innen: Beim Duschen sollte kein Wasser in die Vagina gespritzt werden. Das Reinigen der Vulva (außen) reicht.

  • Falsches Reinigen nach dem Toilettengang: Unbedingt immer von vorne nach hinten abwischen und dann eine neues Blatt Toilettenpapier verwenden

  • Nach dem Sex nicht urinieren: Spätestens 30 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr sollten Frauen Wasser lassen, um das Aufsteigen von Bakterien in die Harnröhre zu verhindern und einer Blasenentzündung vorzubeugen

In den natürlichen Reinigungsprozess der Vagina sollten Sie also so wenig wie möglich eingreifen. Durch ein vorsichtiges Waschen der äußeren Geschlechtsorgane und unterstützende Maßnahmen wie die richtige Unterwäsche und regelmäßiges Tampon-Wechseln ist eine optimale Intimhygiene gewährleistet.

Autor:in:
Redaktionelle Bearbeitung:
Zuletzt aktualisiert:

14. September 2020

Erstellt am:

20. November 2014

Stand der medizinischen Information:

14. September 2020


Quellen:

R. Brotman et al.: A longitudinal study of vaginal douching and bacterial vaginosis - a marginal structural modeling analysis, In: Am J Epidemiol, 08/2008 (14.09.2020)

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