Dreitagefieber (Exanthema subitum, Roseola infantum)

Mädchen mit Hautausschlag der beim Dreitagefieber auftritt
Nach dem Abklingen des Fiebers kommt es üblicherweise zu einem Hautausschlag.
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Das Dreitagefieber ist eine hochansteckende, aber weitgehend harmlose Virusinfektion, die überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt.

Medizinische Expertise

Ap.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Johannes Griss, PhD

Oberarzt der Universitätsklinik für Dermatologie AKH Wien

www.hautarzt-griss.at

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Inhaltsverzeichnis

Die Erkrankung beginnt mit plötzlichem Fieber und kann erst eindeutig diagnostiziert werden, wenn sich nach Fieberabfall der Hautausschlag bildet. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

  • Das Dreitagefieber ist eine hochansteckende Viruserkrankung.
  • Typisch ist hohes Fieber bei einem sonst gesund wirkenden Kind.
  • Nach Abklingen des Fiebers bildet sich ein Hautausschlag.
  • Die Erkrankung verläuft meist harmlos, doch können Fieberkrämpfe auftreten.
  • Eine Behandlung erfolgt symptomatisch bei Bedarf.
Art Virusinfektion
Erreger Humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6), selten Typ 7 (HHV-7)
Übertragung Tröpfcheninfektion
Inkubationszeit 5 – 17 Tage
Erkrankungsdauer 10 – 14 Tage
Symptome Hohes Fieber, anschließend Hautausschlag
Behandlung Symptomatische Behandlung bei Bedarf

Das Dreitagefieber ist eine hochansteckende Krankheit, deren Auslöser ein Herpes-Virus ist. Säuglinge und Kleinkinder bis zu einem Alter von drei Jahren sind am häufigsten betroffen. Ältere Kinder erkranken eher selten daran. Das Fieber tritt plötzlich auf und kann bis zu fünf Tage andauern. Nach Abklingen des Fiebers bildet sich ein Hautausschlag, der nach einigen Tagen von selbst wieder verschwindet.

Das Virus wird durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen (Tröpfcheninfektion). Zwischen Ansteckung mit dem Virus und Ausbruch der Krankheit liegen in etwa fünf bis 17 Tage.

Zu den Symptomen zählen hohes Fieber (bis zu 40° C), das bis zu fünf Tage anhalten und dann abrupt wieder abfallen kann. Nach Fieberrückgang breitet sich ein fleckiger Hautausschlag aus. Die hellroten Flecken bilden sich hauptsächlich auf Brust, Bauch und Rücken, können aber auch auf den Kopf und den gesamten Körper übergehen. Der Ausschlag schmerzt und juckt nicht und klingt in der Regel innerhalb weniger Stunden bis Tage wieder ab.

Meistens fühlen sich die Kinder trotz stark erhöhter Körpertemperatur wohl, doch können auch Beschwerden auftreten wie:

Eine häufige Begleiterscheinung sind Fieberkrämpfe. Dann hilft es, das Kind hochzunehmen oder flach auf den Boden zu legen, damit es sich nicht verletzt und ungehindert atmen kann. Bei Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen ist es sinnvoll, das Fieber frühzeitig mit Medikamenten (zum Beispiel Iboprufen – Nureflex) zu senken. Zur genaueren Abklärung ist es ratsam, nach einem Fieberkrampf immer einen Arzt aufzusuchen, auch wenn der Anfall nur kurz angedauert hat.

Nachdem das Fieber abgeklungen und der Hautausschlag aufgetreten ist, ist das Kind nicht mehr ansteckend. Nach Durchmachen der Infektion besteht eine lebenslange Immunität.

Hat das Kind hohes Fieber, sollte in jedem Fall ein Arzt kontaktiert werden, besonders, wenn das Kind apathisch wirkt.

Nach einer umfassenden Anamnese untersucht der Arzt das Kind. Dreitagefieber zu diagnostizieren ist nicht einfach, erst der typische Hautausschlag macht die Diagnose eindeutig. Ein Arztbesuch ist allerdings ratsam, da der Mediziner andere Krankheiten wie beispielsweise Masern, Röteln oder Meningitis ausschließen kann. Sollte es notwendig sein, wird der Arzt symptomatische Medikamente verschreiben.

Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, nur die Beschwerden können gelindert werden. Worauf Sie achten müssen:

  • Fiebersenkende Medikamente sollten nur nach Absprache mit dem Arzt verabreicht werden.
  • Da der Körper durch das Fieber viel Flüssigkeit verliert, ist es wichtig, dem Kind viel zu trinken (ungesüßter Tee, verdünnte Säfte, Wasser) anzubieten.
  • Wadenwickel dürfen nur angewendet werden, wenn Gesicht, Hände und Füße des Kindes warm sind und der Kreislauf stabil ist.

Ältere Kinder oder Erwachsene können sich zwar mit dem Virus infizieren, jedoch bricht die Krankheit in der Regel nicht aus oder verläuft ohne Symptome. Ausgenommen sind immunsupprimierte Patienten (zum Beispiel nach Organtransplantationen), für die eine Infektion gefährlich verlaufen kann.