Nasenpolypen sind, in der Regel gutartige, Geschwülste. Sie können allerdings – abhängig von der Größe – die Atmung behindern und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schnarchen oder Entzündungen der Nasennebenhöhle und des Mittelohrs verursachen. Die Diagnose erfolgt bei der HNO-Ärzt:in, die Therapie umfasst u.a. die Gabe von Kortison und, sollte keine Besserung eintreten, eine Operation.
Zusammenfassung
- Als Nasenpolypen werden gutartige Wucherungen bezeichnet, die an der Schleimhaut der Nase und der Nasennebenhöhlen auftreten.
- Mögliche Symptome sind eine eingeschränkte Atmung durch die Nase, ein verminderter Geruchssinn und eine verstärkte Nasensekretion.
- In der Behandlung kommen zunächst Nasensprays und Medikamente zum Einsatz, bei Bedarf erfolgt ein operativer Eingriff.
- Vergrößerte Rachendachmandeln werden umgangssprachlich als "Polypen des Kindes" bezeichnet, sind aber keine Polypen im medizinischen Sinne.
Nasenpolypen im Überblick
| Art | gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut |
|---|---|
| Ursachen | unklar; familiäre Häufung und Zusammenhang mit Allergien bekannt |
| Symptome | Nasenatmungsbehinderung, verminderter Geruchssinn, nasale Stimme |
| Diagnose | Rhinoskopie, endoskopische Untersuchung von Nase und Nasennebenhöhlen |
| Therapie | kortisonhaltige Nasensprays, antiallergische Medikamente, bei Bedarf operative Entfernung, Biologika |
FAQ (Häufige Fragen)
Wie merkt man, dass man Nasenpolypen hat?
Die Symptome bei Nasenpolypen sind abhängig davon, wie weit die Nase – bzw. die Nasennebenhöhlen – durch die Polypen verengt ist. Es können verschiedene Probleme auftreten, wie Niesen, Nasenatmungsbehinderung, übermäßiges Nasensekret (läuft den Rachen hinunter), nasale Stimme, Schnarchen, etc.
Was sind die Auslöser für Polypen in der Nase?
Nasenpolypen können während einer Infektion der Nase oder Nasennebenhöhlen entstehen. Man geht davon aus, dass die Schleimhaut durch vererbte Anlagen anfälliger für die Entstehung von Polypen in der Nase ist. Nach dem Abklingen können sie wieder verschwinden, sie können aber auch langsam entstehen und bestehen bleiben. Auch wenn sich ein Fremdkörper in der Nase befindet, können sich Polypen bilden.
Wie bekommt man Nasenpolypen wieder los?
Die Behandlung von Nasenpolypen ist abhängig von ihrer Größe und Ausbreitung. Zur Verfügung stehen:
- Konservative Maßnahmen (Kortisonhaltige Nasensprays, befeuchtende Nasenspülungen)
- Operative Maßnahmen (minimal-invasiver Eingriff durch die Nasenlöcher)
Polypen sind Gewebewucherungen, die sich aus der Schleimhaut bilden. Sie kommen in Magen, Darm, Gebärmutter, Gebärmutterhals und der Nase vor. Im Gegensatz zu Polypen im Darm oder in der Blase sind Nasenpolypen gutartig und stellen kein erhöhtes Krebsrisiko dar.
In Europa sind etwa 1-2 % der Bevölkerung betroffen – Männer dabei häufiger als Frauen. Nasenpolypen können prinzipiell in jedem Alter auftreten. Mit zunehmendem Alter erhöht sich aber das Risiko.
Die "Polypen des Kindes"
Als "Polypen des Kindes" werden umgangssprachlich vergrößerte Rachendachmandeln bezeichnet. Sie sind zwar keine Polypen im eigentlichen Sinne, beeinträchtigen aber nichtsdestoweniger die Nasenatmung des Kindes. Eine vergrößerte Rachendachmandel kann Dauer-Schnupfen, einen Mittelohrerguss mit daraus folgender Hörminderung, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und immer wiederkehrende Bronchitis zur Folge haben. Darüber hinaus ist eine freie Nasenatmung für die gute Entwicklung des Oberkiefers unerlässlich. Dauernde Mundatmung fördert die Entwicklung eines Engstandes der Zähne (Vorbiss), der später eine Zahnspange erforderlich macht. Auffallend ist bei diesen Kindern der stark überhöhte und verengte, harte Gaumen.
Wenn eine medikamentöse Therapie erfolglos bleibt, ist die operative Entfernung der Rachendachmandel auf jeden Fall ratsam, weil durch diesen Eingriff die Wiederherstellung einer normalen Nasenatmung ermöglicht wird und die medizinischen Probleme beseitigt werden. Es handelt sich dabei um einen kleinen, routinemäßigen, komplikationsarmen Eingriff.
Nasenpolypen können während einer Infektion der Nase oder Nasennebenhöhlen entstehen. Man geht davon aus, dass die Schleimhaut durch vererbte Anlagen anfälliger für die Entstehung von Polypen in der Nase ist. Nach dem Abklingen können sie wieder verschwinden, sie können aber auch langsam entstehen und bestehen bleiben. Oft bilden sie sich als fleischige Gewebewucherungen in den Nasennebenhöhlen und wachsen von dort aus in die Nase.
Polypen in der Nase treten familiär gehäuft und oft gleichzeitig gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, wie
- Allergien,
- Asthma bronchiale,
- chronischen Pilzinfektionen der Nasennebenhöhlen,
- Mukoviszidose
- und bei Acetylsalicylsäureintoleranz (Unverträglichkeit von Salicylaten wie Aspirin).
Auch wenn sich ein Fremdkörper in der Nase befindet, können sich Polypen bilden.
Wussten Sie, dass... ?
... sich Nasenpolypen immer wieder erneut bilden können? In hartnäckigen Fällen in Zusammenhang mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung können dann spezielle Medikamente, sogenannte Biologika, zum Einsatz kommen. Erfahren Sie mehr über die Biologika-Therapie!
Die Symptome bei Nasenpolypen sind abhängig davon, wie weit die Nase – beziehungsweise die Nasennebenhöhlen – durch die Polypen verengt ist. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie Nasenpolypen haben.
Abhängig davon können bei Betroffenen verschiedene Probleme auftreten:
- Niesen
- Nasenatmungsbehinderung
- Nasenverstopfung
- verstärkte Nasensekretion
- übermäßiges Nasensekret läuft den Rachen hinunter (Post-nasal drip)
- verminderter Geruchssinn und Geschmackssinn
- Druck im Bereich der Nasennebenhöhlen
- nasale Stimme
- Mundgeruch
- Schnarchen
- Paukenergüsse mit folgender Hörminderung
- Entzündung der Nasennebenhöhlen
- Juckreiz um die Augen
- Chronische Sinusinfektionen (Nasennebenhöhlenentzündung)
Mehr zum Thema: Schnarchen » Welche Ursachen gibt es?
Die Diagnose erfolgt bei der HNO-Fachärzt:in, die die genaue Abklärung übernimmt. Die ersten Maßnahmen sind die Durchführung einer Rhinoskopie durch die Nasenöffnung sowie die völlig schmerzfreie endoskopische Untersuchung der Nase und der Ausführungsgänge der Nasennebenhöhlen. Große Polypen sind dabei schon mit bloßem Auge erkennbar. Kleinere, tiefer im Naseninneren liegende, kann die Ärzt:in mit Hilfe des Endoskops entdecken. Eine weitere Abklärung liefert schließlich ein Röntgen der Nasennebenhöhlen oder eine Nasennebenhöhlen-Computertomographie.
Die Behandlung von Nasenpolypen ist abhängig von ihrer Größe und Ausbreitung. Zur Verfügung stehen:
- Konservative Maßnahmen
- Operative Maßnahmen
| Konservative Maßnahmen | Als konservative Basistherapie werden topische Steroide (Kortikosteroide) in Form von kortisonhaltigen Nasensprays eingesetzt und befeuchtende Nasenspülungen durchgeführt. Dadurch können die Symptome gelindert, die Größe der Polypen reduziert und das Riechvermögen verbessert werden. Die Einnahme der Steroide kann in Einzelfällen auch kurzzeitig in Tablettenform erfolgen (1- bis 3-wöchiger Therapiezyklus, 1–2-mal pro Jahr). Liegt eine Allergie vor, können auch Antihistaminika helfen. |
|---|---|
| Operative Maßnahmen |
Bei großen Polypen und/oder wenn die konservative Therapie nicht wirkt, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Die Operation erfolgt minimal-invasiv durch die Nasenlöcher (endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie, FESS). Dabei werden Engstellen operativ erweitert, damit Sekret besser abfließen kann und die Polypen entfernt. Nach dem Eingriff wird eine Tamponade gelegt, die zwei Tage später wieder entnommen werden kann. Obwohl Nasenpolypen grundsätzlich gutartige Schleimhautveränderungen sind, erfolgt zum Ausschluss einer bösartigen Erkrankung eine histologische Aufarbeitung der gewonnenen Präparate. |
Einsatz von Biologika bei hartnäckigen Fällen
Bei immer wiederkehrenden Polypen in Zusammenhang mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung können spezielle Medikamente, sogenannte Biologika, zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um monoklonale Antikörper, die direkt in den Entzündungsprozess eingreifen, der der Bildung der Polypen zugrunde liegt (in Europa und den USA liegt überwiegend eine Typ-2 Entzündungsreaktion vor). Dafür zugelassen sind derzeit Antikörper wie Dupilumab, Omalizumab und Mepolizumab.
Die Präparate sind zwar gut verträglich, müssen jedoch als Dauertherapie gegeben werden. Die Wirksamkeit einer Biologika-Therapie sollte daher regelmäßig überprüft werden.
Da es häufig zu erneutem Polypenwachstum kommt, sind regelmäßige HNO-Facharztkontrollen nach erfolgter Nasennebenhöhlenoperation ratsam. Hier werden natürlich auch Begleiterkrankungen, die das Wachstum begünstigen, mittherapiert.
Auch regelmäßige Nasenpflege (z.B. regelmäßige Befeuchtung der Schleimhäute durch Inhalieren oder Nasendusche) ist wichtig, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, dass Polypen wieder auftreten.
Mehr zum Thema: Polypen » Welche gibt es und sollte man sie entfernen lassen?
- HNO-Heilkunde, D. Thurnher et al., Springer Verlag, 1. Auflage, Wien, 2011
- Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, R. Probst et al., Thieme, 3. Auflage, Stuttgart/New York, 2008
- HNO-Ärzte im Netz: Nasenpolypen – Definition und Häufigkeit (22.06.2025)
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Nasenpolypen (22.06.2025)
- Alta-Klinik: Nasenpolypen: Von der Diagnose bis zur Therapie (22.06.2025)
- Apotheken-Umschau: Was sind Nasenpolypen? (22.06.2025)
- DocCheck Flexikon: Nasenpolyp (22.06.2025)
- MedMedia: Mit Biologika gegen persistierende Nasenpolypen (22.06.2026)