Hormonstäbchen (Implanon, Hormonimplantat, Verhütungsstäbchen)

Gynäkologe hält Implanon in der Hand
Einsatz und Entnahme eines Hormonimplantats sind ungefährlich.
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Das Implanon ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das in den Oberarm implantiert wird. Die Methode eignet sich für Frauen, die eine langfristige Verhütung wünschen.

Medizinische Expertise

Dr. Andrea Kottmel

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

www.sexualmedizin-wien.at

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Inhaltsverzeichnis

Das Hormonstäbchen wird auf der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingesetzt und verweilt dort bis zu drei Jahre. Das Stäbchen gibt kontinuierlich niedrig dosiertes Gestagen ab. Auf diese Weise wird der Eisprung und somit eine ungewollte Schwangerschaft verhindert. Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

  • Das dünne, biegsame Stäbchen wird an der Innenseite des Oberarms unter die Haut implantiert.
  • Das Implanon gibt kontinuierlich Gestagen ab, wodurch der Eisprung und somit eine unerwünschte Schwangerschaft verhindert wird.
  • Die Methode dient als Langzeitverhütung und gilt als zuverlässig und sicher (Pearl-Index 0,1).
  • Es ist drei Jahre wirksam, kann aber auch früher jederzeit entfernt werden.
  • Das Hormonstäbchen schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten.
  • Definition
  • Wirkung
  • Wie wird es eingesetzt?
  • Wann wird es entfernt?
  • Nebenwirkungen und Unverträglichkeit
  • Vorteile und Nachteile
Art hormonelle Verhütungsmethode
Wirkstoff Gelbkörperhormon Gestagen
Pearl-Index 0,1
Dauer des Schutzes Wechsel nach spätestens drei Jahren erforderlich
mögliche Nebenwirkungen Zwischenblutungen, Zyklusstörungen, Akne, Haarausfall
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten nein

Das Implanon ist ein dünnes, weiches Stäbchen aus Kunststoff. Es ist vier Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von zwei Millimeter. Es wird unter die Haut am Oberarm implantiert und ist eine zuverlässige Methode der Langzeitverhütung.

Das Stäbchen enthält nur das Gelbkörperhormon Gestagen, welches niedrig-dosiert kontinuierlich in den Blutkreislauf abgegeben wird. Dadurch wird der Eisprung verhindert und der Schleim im Gebärmutterhalskanal verändert sich, sodass Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können.

Das Hormonimplantat darf nur von einem Gynäkologen eingesetzt werden. Dieser legt auch den idealen Tag zur Einlage fest: Normalerweise wird das Hormonstäbchen zwischen dem ersten und fünften Zyklustag eingesetzt, jedoch kann der geeignete Zeitpunkt variieren, je nachdem welche Verhütungsmethode zuvor angewandt wurde.

Beim Einsatz wird zunächst die betreffende Stelle lokal betäubt. Dann wird das dünne Stäbchen mithilfe eines Applikators unter die Haut an der Innenseite des Oberarms gelegt. Dafür ist kein Einschnitt notwendig und der kleine chirurgische Eingriff dauert nur wenige Minuten. Nach dem Einsetzen ist das Hormonstäbchen sofort wirksam. Das Implanon ist nicht sichtbar, kann aber ertastet werden.

Einige Tage nach dem Einsetzen kann die betreffende Stelle gerötet, geschwollen und empfindlich sein. Etwa drei Monate nach dem Einsetzen ist eine Kontrolle beim Gynäkologen vorgesehen. Sollten Schmerzen oder andere Beschwerden auftreten, ist ein früherer Arztbesuch ratsam.

Das Implanon ist drei Jahre verlässlich wirksam und sollte spätestens nach diesen drei Jahren entfernt werden. Allerdings kann man sich direkt nach der Entfernung ein neues Hormonstäbchen einsetzen lassen.

Für die Entnahme selbst ist lediglich ein winziger Schnitt erforderlich, der unter lokaler Betäubung gesetzt wird. Das Hormonstäbchen kann auch vor Ablauf der drei Jahre entfernt werden, z. B. bei Kinderwunsch oder einer Unverträglichkeit. Bereits kurz nach der Entfernung ist die Frau wieder fruchtbar.

Mögliche Nebenwirkungen, die bei Trägerinnen des Hormonstäbchens auftreten können, sind:

Treten diese oder ähnliche Beschwerden auf, sollte man in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen halten. Sind die Beschwerden so stark, dass man von einer Unverträglichkeit sprechen muss, empfiehlt der Arzt eine vorzeitige Entfernung des Stäbchens. Viele Patientinnen empfinden zu Beginn vor allem die recht häufigen Zwischenblutungen als unangenehm. Diese Blutungen fallen nach einiger Zeit jedoch weniger stark aus.

Die häufige Annahme, das Implanon würde das Osteoporose-Risiko erhöhen, wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien widerlegt.

Verträglichkeit vorausgesetzt, kommt es vor allem auf die Lebensumstände bzw. den Grund der Verhütung an, ob das Implanon eine geeignete Methode ist. Zu seinen Vorteilen zählen:

  • sofortige Wirksamkeit
  • sicheres Verhütungsmittel (Pearl Index 0,1)
  • langfristiger Schutz ohne Unterbrechung
  • keine Anwendungsfehler möglich
  • spontaner Sex ist möglich
  • Menstruationsbeschwerden können sich verbessern
  • auch während der Stillzeit geeignet
  • auch für Frauen geeignet, die kein Östrogen vertragen
  • etwaiges Ausbleiben der Menstruation wird von vielen als positiv empfunden

Ein möglicher Nachteil ist, dass nach der Entfernung eine kleine Narbe entstehen kann. Darüber hinaus bietet das Hormonstäbchen, anders als das Kondom, keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.