G-Punkt bei der Frau (Gräfenberg-Zone, G-spot)

Weiblicher Orgasmus dank G-Punkt
Die Gräfenberg-Zone ist ein besonders erregbarer Bereich bei der Frau.
© SOMKKU / Shutterstock.com

Um den G-Punkt ranken sich zahlreiche Mythen, sollen doch Berührungen an dieser Stelle zu einem intensiven Orgasmus führen. Der G-Punkt wurde nach seinem Entdecker Ernst Gräfenberg benannt.

Medizinische Expertise

Andrea Kottmel

Dr. Andrea Kottmel

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
www.sexualmedizin-wien.at
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Inhaltsverzeichnis

Der G-Punkt bezeichnet eine besonders empfindliche, erogene Zone an der vorderen Scheidenwand. Nicht jede Frau* empfindet seine Stimulation als erregend. Bis heute ist seine Existenz nicht eindeutig belegt.

*Zur einfacheren Verständlichkeit bezeichnen wir Menschen mit männlichen Geschlechtsmerkmalen als Männer und Menschen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen als Frauen. Erfahren Sie mehr dazu, wie wir geschlechtsneutrale Sprache auf MeinMed.at nutzen.

  • Der G-Punkt ist eigentlich kein Punkt, sondern eine erogene Zone.
  • Diese erogene Zone befindet sich an der Vorderinnenwand der Scheide.
  • Ob es den G-Punkt tatsächlich gibt, ist bis heute nicht eindeutig belegt.
  • Nicht jede:r reagiert gleich intensiv auf Berührungen der erogenen Zonen.
  • Die Paraurethraldrüsen werden auch als weibliche Prostata bezeichnet.

Beim G-Punkt, auch Gräfenberg-Zone genannt, handelt es sich um einen sensiblen, erogenen Bereich an der Scheidenvorderwand. Der G-Punkt wurde von dem in Deutschland geborenen und später in die USA emigrierten Gynäkologen Ernst Gräfenberg als erogene Zone beschrieben. Bei sexueller Stimulation soll das Gewebe anschwellen, wodurch Berührungen noch erregender empfunden werden sollen.

Wo genau der G-Punkt tatsächlich liegt, ist nicht eindeutig geklärt. Es handelt sich dabei allerdings viel mehr, so wie auch ursprünglich von Gräfenberg in den 1940er Jahren beschrieben, um ein erogenes Areal und weniger um eine punktförmige Stelle.

Diese empfindliche Zone rund um den G-Punkt befindet sich etwa vier bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt an der Vorderwand der Scheide, entlang der Harnröhre (Urethra). Gräfenberg beschreibt außerdem eine weibliche Prostata, aus der weibliches Ejakulat kommen soll.

Ist die Frau erregt, schwillt das Gewebe an, es wird besser durchblutet und es bilden sich verstärkt Scheidensekrete. Kommt es durch sexuelle Erregung und beim Orgasmus zu einer Absonderung von Flüssigkeit, handelt es sich um weibliche Ejakulation. Dieses wird von Paraurethraldrüsen (Skene-Drüsen) gebildet. Die Zusammensetzung ist ähnlich dem Prostata-Sekret des Mannes, weshalb diese Drüsen auch als weibliche Prostata bezeichnet werden.

In manchen Fällen handelt es sich allerdings nicht um die beschriebene weibliche Ejakulation, sondern um Harn (koitale Harninkontinenz).

Eindeutige Belege für die Existenz des G-Punktes gibt es nicht. Manche Wissenschafter:innen sprechen von einem modernen Mythos, andere gehen wiederum davon aus, dass jede Frau zumindest anatomisch gesehen einen G-Punkt bzw. eine erogene Zone hat.

Frauen reagieren jedoch sehr individuell auf Berührungen dieser erogenen Zone. Während manche Frauen die Stimulation des G-Punktes sexuell sehr anregend empfinden, finden andere Frauen Berührungen an dieser Stelle weniger erregend.

Neben dem G-Punkt gibt es noch weitere erogenen Zonen:

  • A-Punkt: Die Anterior Fornix Erogenous Zone (AFE) – kurz A-Zone oder A-Punkt – soll sich im vorderen Bereich der Scheide, Richtung Gebärmutter zur Bauchdecke hin befinden. Dessen Stimulation soll bei Scheidentrockenheit zu mehr Feuchtigkeit der Scheide führen.
  • U-Punkt: Der U-Punkt – kurz für: Urethra – befindet sich am Ausgang der Harnröhre, zwischen Klitoris und Vagina, und ist daher recht leicht zu finden. Der Bereich um den Eingang der Harnröhre ist nervenumwoben und daher höchst sensibel.

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