Aphasie ist eine häufige, meist durch einen Schlaganfall erworbene Sprachstörung, von der in Österreich über 100.000 Menschen betroffen sind. Eine Aphasie ist eine Sprachstörung, keine Sprechstörung. Das bedeutet: Das Problem liegt nicht in der motorischen Bildung der Laute (wie z.B. beim Stottern), sondern in der Verarbeitung der Sprache im Gehirn.
Wichtig: Plötzliche Sprachstörungen sind ein Alarmsignal und sollten sofort ärztlich abgeklärt werden. Sie können auf akute Erkrankungen wie einen Schlaganfall hinweisen.
Zusammenfassung
- Eine Aphasie ist eine Sprachstörung, die nach einer Hirnschädigung (z.B. durch einen Schlaganfall) auftritt.
- Aphasie bedeutet wörtlich übersetzt "Sprachverlust".
- Dieser Sprachverlust kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein – von leichten Wortfindungsstörungen bis hin zum kompletten Verlust der Sprache.
- Die Diagnose wird durch bestimmte Tests, wie den Aachener Aphasie-Test (AAT), von qualifizierten Logopäd:innen, Sprachtherapeut:innen, Neurolog:innen und Neuropsycholog:innen durchgeführt.
- Eine frühzeitige Therapie ist bei Aphasie entscheidend. Die Behandlung erfolgt vor allem durch intensive Logopädie.
Aphasie im Überblick
| Art | Sprachstörung durch Hirnschädigung |
|---|---|
| Ursachen | u.a. durch Schlaganfall, Hirntumor, entzündliche Erkrankung, Schädel-Hirn-Trauma |
| Symptome | Sprachliche Fähigkeiten sind eingeschränkt (insbesondere Wortbedeutungen, Wortschatz, Satzbildung, Sprachlaute) |
| Diagnose | Spezielle Tests wie der Aachener Aphasie-Test (AAT) |
| Behandlung | meist eine Kombination aus Sprech-, Konzentrations- und Verständnisübungen |
FAQ (Häufige Fragen)
Was sind die Symptome von Aphasie?
Bei einer Aphasie können verschiedene Symptome auftreten. Die häufigsten sind:
- Wortfindungsstörungen
- Fehlerhafte Satzbildung
- Verständnisschwierigkeiten
- Verwechseln von Wörtern
- Probleme beim Lesen
- Probleme beim Schreiben
Welche Formen von Aphasie gibt es?
Aphasien werden in unterschiedliche Formen eingeteilt. Zu den Hauptformen zählen:
- Globale Aphasie
- Broca-Aphasie
- Wernicke-Aphasie
- Amnestische Aphasie
Was löst Aphasie aus?
Eine Aphasie entsteht, wenn die Sprachzentren in der dominanten, meist linken Gehirnhälfte geschädigt sind. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Schlaganfall (etwa 80 % aller Fälle Aphasie-Fälle)
- Hirnblutungen
- Schädel-Hirn-Trauma
- Hirntumor
- Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute (z.B. Enzephalitis, Meningitis)
Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die das gesamte Sprachsystem betreffen kann. Sie entsteht durch Schädigungen bestimmter Hirnareale, zum Beispiel infolge eines Schlaganfalls, eines Schädel-Hirn-Traumas oder eines Gehirntumors.
Menschen mit Aphasie können neben Problemen beim Sprechen, auch Schwierigkeiten beim Lesen, Rechnen und Schreiben haben.
Typische Schwierigkeiten können sein:
- passende Wörter zu finden
- Sätze zu bilden
- Gesprochenes oder Geschriebenes zu verstehen
- Lesen oder Schreiben korrekt auszuführen
Eine Aphasie entsteht, wenn die Sprachzentren in der dominanten, meist linken Gehirnhälfte geschädigt sind. Zu den häufigsten Ursachen zählen:
- Schlaganfall (etwa 80 % aller Fälle Aphasie-Fälle)
- Hirnblutungen
- Schädel-Hirn-Trauma
- Hirntumor
- Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute (z.B. Enzephalitis, Meningitis)
Wussten Sie, dass... ?
...es nach einem Ereignis wie einem Schlaganfall eine Phase erhöhter neuronaler Plastizität gibt, in der das Gehirn besonders empfänglich für Reorganisation ist? Ein früher Therapiebeginn ist daher sehr wichtig. Lesen Sie hier mehr!
Aphasien werden in unterschiedliche Formen eingeteilt. Dazu zählen:
| Globale Aphasie: | Schwere Störung von Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Die Kommunikation ist schwer bis sehr schwer gestört. |
|---|---|
| Broca-Aphasie: | Sprachproduktion ist stark eingeschränkt – meist wird im Telegrammstil gesprochen. Das Sprachverständnis ist oft besser. Die Kommunikation ist mittelgradig bis schwer gestört. |
| Wernicke-Aphasie: | Die Sprachproduktion ist meist erhalten, jedoch oft verworrene Sprache, ohne inhaltlichen Zusammenhang. Das Sprachverständnis ist meist eingeschränkt, die Kommunikation oft schwer gestört. |
| Amnestische Aphasie: | Leichtere Form. Häufig werden nicht die richtigen Worte gefunden, verstanden wird aber gut. Die Kommunikation ist leicht bis mittelgradig eingeschränkt. |
Neben den vier Hauptformen der Aphasie gibt es einige Sonderformen wie:
- Transkortikale Aphasie: ähnlich wie Broca-Aphasie oder Wernicke-Aphasie
- Leitungsaphasie: Sprachverständnis meist gut, Wortproduktion funktioniert, Wiederholungen schwierig, häufig Fehler beim Sprechen
- Gemischt-transkortikale Aphasie: Kombination aus Verständnisschwierigkeiten und eingeschränkter Sprachproduktion
- Thalamische Aphasie: seltene Form, häufig leichte Sprachverständnis- und Wortfindungsstörungen
Wie stark eine Aphasie ausgeprägt ist, hängt unter anderem von Lokalisation und Ausdehnung der Hirnschädigung ab. Die sprachlichen Fähigkeiten können lediglich eingeschränkt sein – dann bestehen zum Beispiel Probleme beim Finden der richtigen Worte. Es ist aber auch möglich, dass das gesamte Sprachverständnis und die Sprachproduktion betroffen sind.
Bei einer Aphasie können verschiedene Symptome auftreten. Die häufigsten sind:
- Wortfindungsstörungen
- Fehlerhafte Satzbildung
- Verständnisschwierigkeiten
- Verwechseln von Wörtern
- Probleme beim Lesen
- Probleme beim Schreiben
Die Diagnose Aphasie wird in der Regel durch einen Neurologen in Zusammenarbeit mit einer Logopäd:in gestellt. Dabei kommen spezielle Tests, wie der Aachener Aphasie-Test (AAT) zum Einsatz, um die Sprachfähigkeit genau zu analysieren.
Untersucht werden unter anderem:
- Wortfindungsstörungen
- Wort- und Lautverdrehungen
- Wortwiederholungen
Außerdem wird überprüft, ob die Patient:in Silben, Wörter und Sätze nachsprechen kann, die Konzentrationsfähigkeit, das Sprachverständnis, die Fähigkeit, Dinge zu benennen, zu lesen und zu schreiben.
Die Ergebnisse helfen, die Art und Schwere der Aphasie zu bestimmen und eine gezielte Therapie zu planen.
Mehr zum Thema: Logopädie » Wann kommt sie zum Einsatz?
Bei einer Aphasie ist es wichtig, möglichst früh mit der Therapie zu beginnen. Die Behandlung verfolgt mehrere Ziele:
- Reorganisation: Geschädigte Hirnareale sollen wieder aktiviert werden.
- Kompensation: Andere Hirnbereiche werden trainiert, damit sie Aufgaben der beeinträchtigten Areale übernehmen.
- Förderung der Kommunikation: Betroffene werden gezielt dazu ermutigt zu sprechen.
- Abbau von Ängsten: Die Angst nicht verstanden zu werden, soll abgebaut werden.
- Vermeidung sozialer Isolation: Durch Training und Unterstützung soll die Teilnahme am sozialen Leben erleichtert werden.
Wichtig: Auch noch Jahre nach Krankheitsbeginn können mit entsprechender Therapie Fortschritte erzielt werden.
Die Therapie setzt sich meist aus verschiedenen Therapiebausteinen zusammen. Dazu zählen:
- Sprechübungen
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsübungen
- Übungen zum Sprachverständnis
- Rollenspiele, um Alltagssituationen zu trainieren
Eine Aphasie ist nicht immer vollständig heilbar, kann aber durch eine gezielte Therapie meist deutlich verbessert werden. In manchen Fällen bildet sie sich im Verlauf sogar von allein zurück.
Wie gut sich die Sprachfähigkeit erholt, hängt von unterschiedlichen Faktoren wie der Ursache und dem Ausmaß der Hirnschädigung, dem Alter und Gesundheitszustand der Patient:in und dem Zeitpunkt des Therapiebeginns ab.
Warum der Zeitpunkt wichtig ist
Nach einem Ereignis wie einem Schlaganfall (häufigste Ursache der Aphasie) gibt es eine Phase erhöhter neuronaler Plastizität. In dieser Zeit ist das Gehirn besonders empfänglich für Reorganisation.
- Frühphase (Tage bis Wochen): hohe Spontanerholung + hohe Plastizität
- Subakut (Wochen bis wenige Monate): weiterhin gute Rehabilitationsfähigkeit
- Chronisch (>6 Monate): Fortschritte möglich, aber langsamer und oft begrenzter
Beratung und Unterstützung finden Menschen mit Aphasie und Angehörige oft in spezialisierten Zentren und in Selbsthilfegruppen.
Für Betroffene:
- Sich nicht zurückziehen und isolieren
- Eine Selbsthilfegruppe besuchen
- So oft wie möglich das Sprechen üben
- Gewohnte Aktivitäten wieder aufnehmen
- Eigene Fähigkeiten gezielt fördern
- Wenn nötig, alternative Kommunikationswege nutzen wie z.B. Gesten, Zeichnen
- Hilfsmittel einsetzen wie z.B. Bildkarten, Notizbuch
- Erfolge bewusst wahrnehmen
Für Angehörige:
- Betroffenen auf Augenhöhe begegnen
- Nicht "das Wort aus dem Mund nehmen"
- In normalen, aber einfachen Sätzen sprechen
- Langsam, klar und deutlich sprechen
- Ja/Nein-Fragen stellen, wenn freies Sprechen schwerfällt
- Nicht ständig korrigieren
- Zeit zum Antworten lassen und geduldig bleiben
- Ablenkung vermeiden (z.B. Fernseher abdrehen während Gespräch)
- Mimik und Gestik bewusst einsetzen
Mehr zum Thema: Das Gehirn » Aufbau & Funktionen
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Sprachversagen (17.03.2026)
- VÖS & AV – Österreichische Schlaganfall & Aphasie Bewältigung (17.03.2026)
- Aphasie Club: Was ist Aphasie? (17.03.2026)
- DocCheck Flexikon: Aphasie (17.03.2026)
- Deutsche Hirnstiftung: Aphasie: Definition, Symptome und Formen (17.03.2026)