Kopfgneis (Seborrhoisches Ekzem, Seborrhoische Dermatitis)

Kopfgneis (Seborrhoisches Ekzem) Baby-Hautkrankheit
Kopfgneis tritt in erster Linie bei Babys auf.
© cha_cha / Shutterstock.com

Kopfgneis ist eine in der Regel harmlose Hautveränderung, die vor allem bei Babys auftritt. Die Erkrankung äußert sich durch eine gelb-bräunliche Schuppenbildung auf der Kopfhaut.

Medizinische Expertise

Christine Prodinger

Dr. Christine Prodinger

Fachärztin für Dermatologie, Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie, Salzburger Universitätsklinikum
Universitätsklinikum der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Müllner Hauptstraße 48, 5020 Salzburg
Medizinische Fachbeiträge auf MeinMed.at werden von 🇦🇹 österreichischen Ärzt:innen und medizinischen Expert:innen geprüft.

Inhaltsverzeichnis

Kopfgneis kommt vor allem bei Neugeborenen in den ersten Lebenswochen vor und verschwindet meist von selbst. Kopfgneis wird häufig mit Milchschorf verwechselt, da diese Erkrankung zu ähnlichen Symptomen führt. Im Gegensatz zu Milchschorf tritt bei Kopfgneis kein oder nur leichter Juckreiz auf.

  • Das wichtigste Symptom von Kopfgneis sind gelb-bräunliche Schuppen auf der Kopfhaut.
  • Am häufigsten betroffen sind Babys in den ersten Lebenswochen.
  • Kopfgneis und Milchschorf werden häufig miteinander verwechselt.
  • Aus medizinischer Sicht muss Kopfgneis nicht behandelt werden und verschwindet in der Regel von selbst.
Art Ekzem
Erreger/Auslöser Ursache nicht genau bekannt
Übertragung nicht ansteckend
Symptome gelb-bräunliche Schuppenkrusten
Behandlung grundsätzlich nicht behandlungsbedürftig

Kopfgneis ist eine ungefährliche Hautveränderung, die vor allem bei Babys in den ersten Lebenswochen vorkommt. Kopfgneis tritt meist kurz nach der Geburt auf und verschwindet in der Regel von selbst wieder innerhalb von Wochen oder wenigen Monaten. Auch ältere Kinder und Erwachsene können Kopfgneis bekommen.

Warum manche Babys Kopfgneis entwickeln, ist bis heute nicht genau bekannt. In der Forschung geht man davon aus, dass eine gesteigerte Aktivität der Talgdrüsen eine wichtige Rolle spielt. Dies könnte auf den Einfluss der mütterlichen Hormone, die im Mutterleib an das Kind weitergegeben werden, zurückzuführen sein. Auch eine übermäßige Besiedelung der Haut mit Hefepilzen begünstigen das Auftreten.

Symptome von Kopfgneis sind:

  • gelblich-bräunliche Schuppenkrusten auf der Kopfhaut
  • leicht gerötete Haut unter den Schuppen
  • gelegentlich leichter Juckreiz

In der Regel verursacht Kopfgneis kaum Beschwerden. Möglich ist jedoch ein leichter Juckreiz. Vorsicht: Durch Kratzen können Krankheitserreger wie Bakterien in die Haut eindringen und Infektionen verursachen.

Selten kann sich Kopfgneis auch auf andere Bereiche wie Gesicht, Leistengegend, Achselfalten oder Genital-/Windelbereich ausbreiten. Am Körper erkennt man die Erkrankung durch relativ scharf begrenzte rote Flecken, die nur leicht schuppen. Bei Entzündungen, Juckreiz oder Ausbreiten der Hautveränderungen ist jedenfalls ein Arztbesuch ratsam.

Ansprechpartner bei Verdacht auf Kopfgneis ist der Kinderarzt oder Hausarzt. Dieser muss andere Erkrankungen wie Milchschorf, atopisches Ekzem oder eine Pilzerkrankung ausschließen.

Eine Unterscheidung zwischen Kopfgneis und Milchschorf ist oft schwierig. Folgende Tabelle dient zur Orientierung:

  Kopfgneis Milchschorf
Beginn in den ersten Lebenswochen meist nach dem dritten Lebensmonat
Dauer heilt meist nach dem dritten Lebensmonat ab mehrere Monate (selten Jahre)
Erscheinungsform talgige, weiche Schuppen; Haut darunter nicht oder nur leicht gerötet harte Schuppen und Krusten, Haut gerötet, nässt oft
Lokalisation behaarte Kopfhaut behaarte Kopfhaut und Gesicht (vor allem Wangen)
Juckreiz kaum Juckreiz starker Juckreiz

Grundsätzlich muss Kopfgneis nicht behandelt werden. Kratzen Sie die Schuppen nicht ab, da sonst Narben zurückbleiben können. Bei leichter Gneis-Bildung können Hausmittel wie z. B. Babyöl zum Einsatz kommen. Dafür wird das Öl vor dem Schlafengehen auf die Kopfhaut aufgetragen, am nächsten Tag aufgeweichte Schuppen vorsichtig mit einer weichen Babybürste entfernt und die Haut mit einem Babyshampoo gereinigt. In Absprache mit dem Arzt können auch Medikamente zum Einsatz kommen. 

Autor:innen:
Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Erstellt am:

2. Januar 2023

Stand der medizinischen Information:

2. Januar 2023


Quellen:

Patienten-Ratgeber "Milchschorf", InfectoPharm (02.01.2023)

"Was hilft am besten bei Kopfgneis?", Thieme (02.01.2023)

Mehr zum Thema

Derzeit aktuell

Neueste Beiträge