Mundkrebs (Mundhöhlenkrebs, Mundhöhlenkarzinom)

Raucher als Symbol für Mundkrebs
Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Mundkrebs.
© sruilk / Shutterstock.com

Bei Mundkrebs oder Mundhöhlenkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor im Bereich der Mundhöhle.

Medizinische Expertise
Claudia Lill

Priv.Doz. Dr. Claudia Lill

Stv. Leiterin des Kopf-Hals-Institutes im Evangelischen Krankenhaus Wien

Hans-Sachs-Gasse 10-12, 1180 Wien

Medizinische Fachbeiträge auf MeinMed.at werden von österreichischen Ärzt:innen und medizinischen Expert:innen geprüft.
Inhaltsverzeichnis

Mundhöhlenkrebs kann prinzipiell an jeder Stelle im Mundraum auftreten, besonders häufig sind jedoch der Mundboden und die Zunge betroffen. Wie bei anderen Krebsarten spielt auch beim Mundhöhlenkarzinom Früherkennung eine wichtige Rolle: Je früher der Tumor entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Daher sollten Veränderungen in der Mundhöhle, wie Flecken auf der Mundschleimhaut oder nicht heilende Wunden, medizinisch abgeklärt werden.

  • Als Mundkrebs, Mundhöhlenkrebs oder Mundhöhlenkarzinom bezeichnet man einen bösartigen Tumor in der Mundhöhle.
  • Bei der Entstehung von Mundkrebs spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Als Hauptrisikofaktoren gelten Tabakkonsum, übermäßiger Alkoholkonsum und ein schlechter Zahnstatus.
  • Veränderungen in der Mundhöhle, zum Beispiel schlecht heilende oder leicht blutende Wunden, sollten immer ernstgenommen und medizinisch abgeklärt werden.
  • Bei der Therapie von Mundkrebs ist Früherkennung wichtig. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
  • Für die Behandlung von Mundkrebs stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Diese können auch in Kombination eingesetzt werden.
Art bösartiger Tumor in der Mundhöhle
Risikofaktoren Rauchen, Alkohol
Symptome Veränderungen in der Mundhöhle wie Schwellungen oder nicht heilende Wunden
Therapie Operation, Bestrahlung, Chemotherapie

Hierbei handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Mundschleimhaut. Dieser wird als Mundkrebs oder Mundhöhlenkrebs und medizinisch als Mundhöhlenkarzinom bezeichnet. Mundhöhlenkarzinome gehören zu den Kopf-Hals-Tumoren. Der Begriff Mundkrebs umfasst alle bösartigen Tumore im Bereich der Mundhöhle, zu der unter anderem die Innenseite der Wangen und Lippen, das Zahnfleisch, die Zunge, der Mundboden und der Gaumen gehören.

Etwa fünf Prozent aller bösartigen Krebserkrankungen betreffen die Mundhöhle. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Der Erkrankungsgipfel liegt im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Die Heilungschancen bei Mundkrebs hängen unter anderem davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt und behandelt wird.

Die gesamte Mundhöhle ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, deren oberste Schicht Plattenephitel genannt wird. 90 – 95 % aller Mundhöhlenkarzinome gehen von dieser Mundschleimhautschicht aus – Mediziner sprechen von einem Plattenephitelkarzinom. Seltener kommen andere Histologien wie Adenokarzinome vor.

Prinzipiell kann ein Mundhöhlenkarzinom an jeder Stelle im Mundraum auftreten, am häufigsten sind jedoch die Zunge und der Mundboden betroffen. Folgende Lokalisationen sind möglich:

  • Mundboden (Mundbodenkrebs, Mundbodenkarzinom)
  • Zunge (Zungenkrebs, Zungenkarzinom)
  • Lippen (Lippenkrebs, Lippenkarzinom)
  • Innenseite der Wangen (Wangenkrebs)
  • Zahnfleisch (Zahnfleischkrebs, Gingivakarzinom)
  • Gaumen (Gaumenkrebs, Gaumenkarzinom)
  • Kiefer (Kieferknochenkrebs)

 

Wie bei den meisten anderen Krebsarten, spielen bei der Entstehung von Mundhöhlenkrebs mehrere Faktoren eine Rolle. Als Hauptrisikofaktoren gelten Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Mögliche Ursachen bzw. Risikofaktoren sind:

Da Mundhöhlenkarzinome lange Zeit keine Beschwerden verursachen bzw. auftretende Symptome oft anderen Erkrankungen wie beispielsweise Aphthen oder lokalen Reizungen zugeordnet werden, werden Mundhöhlenkarzinome häufig erst in einem späten Stadium erkannt. Leider werden aber auch Symptome oder Veränderungen im Mund oftmals ignoriert und in manchen Fällen werden Patienten erst vorstellig, wenn auch Halslymphknoten (Metastasen) auftreten.

Folgende Veränderungen der Mundschleimhaut sollten medizinisch abgeklärt werden, insbesondere wenn sie länger als 14 Tage bestehen:

  • Schluckbeschwerden und Schwierigkeiten beim Essen
  • Probleme beim Sprechen
  • weiße oder rötliche Flecken auf der Mundschleimhaut
  • Schleimhautgeschwüre
  • Blutungen in der Mundhöhle
  • schlecht heilende Wunden im Mundraum
  • Schwellungen im Mundraum
  • Schmerzen im Bereich der Mundhöhle
  • lockerer Zahn ohne erkennbare Ursache
  • Gefühlsstörungen (z. B. Taubheitsgefühl)
  • verändertes Geschmacksempfinden
  • vergrößerte Lymphknoten
  • Mundgeruch

Im fortgeschrittenen Stadium können folgende Allgemeinsymptome hinzukommen:

  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Leistungsabfall
  • wiederkehrendes Fieber
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Schwäche- und Krankheitsgefühl

Wichtig ist, bei allen Veränderungen der Mundschleimhaut, die länger als 14 Tage bestehen und nicht abheilen, zur Abklärung einen Arzt aufzusuchen. Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt, der Zahnarzt oder der HNO-Arzt.

Je früher Mundkrebs behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Der Verlauf der Erkrankung und die Wahl der Therapie hängen von mehreren Faktoren ab:

  • Größe des Tumors (Staging/Grading)
  • Lokalisation
  • Vorhandensein von Metastasen (lokale Lymphknotenmetastasen)
  • Alter und Allgemeinzustand des Patienten
  • Nikotinabusus (Rauchen)

Zur Behandlung von Mundkrebs stehen je nach Tumor-Stadium verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung:

  • Operation: Wenn möglich, wird der Tumor chirurgisch entfernt. Anschließend kann eine Bestrahlung oder Chemotherapie notwendig sein. Bei kleinen Tumoren, die in einem frühen Stadium entdeckt werden, kann die Operation als alleinige Therapie ausreichend sein.
  • Bestrahlung: Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Röntgenstrahlen exakt auf den gewünschten Bereich gerichtet, das umliegende Gewebe bleibt weitgehend geschont. Allerdings muss der Hals mit den Lymphknoten mitbehandelt werden. Eine Bestrahlung kann in Kombination mit Operation und Chemotherapie zum Einsatz kommen.
  • Chemotherapie: Bei einer Chemotherapie kommen sogenannte Zytostatika zum Einsatz. Sie verhindern die Zellteilung aller sich rasch teilenden Zellen. Dazu zählen aber nicht nur Tumorzellen, sondern auch gesunde Zellen wie etwa Haarwurzeln oder Schleimhautzellen. Die Chemotherapie wirkt also nicht lokal, sondern betrifft den ganzen Körper (systemisch). Es kann zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen kommen. Die Chemotherapie wird in Kombination mit einer Operation und/oder der Bestrahlung angewendet.
  • Rauchverzicht
  • Alkohol nur in Maßen
  • sorgfältige Mund- und Zahnpflege
  • auf Veränderungen im Mundraum achten und gegebenenfalls abklären lassen
  • zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Derzeit aktuell
Neueste Beiträge