Die Wechseljahre stellen eine natürliche Phase und ein Teil des Älterwerdens im Leben jeder Frau dar. Gleichzeitig sind sie für viele aber auch ein gefürchteter Wendepunkt, denn durch die Veränderungen im Hormonhaushalt können Beschwerden auftreten, die die Lebensqualität betroffener Frauen erheblich schmälert. Häufig sind die Sorgen aber unberechtigt: Viele erleben diese Phase auch ohne Beschwerden oder die Symptome sind so leicht, dass eine Behandlung als nicht nötig gesehen wird.
Zusammenfassung
- Ab dem 40. Lebensjahr verlangsamt sich die Hormonproduktion der Eierstöcke, was langfristig zur Unfruchtbarkeit führt. Die Wechseljahre beschreiben die Zeit dieser Veränderung.
- Die Wechseljahre verlaufen in verschiedenen Phasen: Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause.
- Typische Beschwerden sind unter anderem Nervosität, Schlafstörungen, Erschöpfung, depressive Verstimmungen und Hitzewallungen.
FAQ (Häufige Fragen)
Was passiert mit einer Frau in den Wechseljahren?
Ab dem 40. Lebensjahr beginnen die Eierstöcke die Hormonproduktion zu verlangsamen, wodurch zuerst der Progesteronspiegel und dann der Östrogenspiegel kontinuierlich absinkt, was letztlich zur Unfruchtbarkeit führt.
Was sind die Anzeichen einer Menopause?
Zu typischen Symptomen gehören unter anderem Zyklusunregelmäßigkeiten, Schlafstörungen, Hitzewallungen, Nervosität, Erschöpfung, Hautveränderungen, Gewichtszunahme.
Ist es möglich, in den Wechseljahren schwanger zu werden?
Schon in der Prämenophase nimmt der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken langsam ab. Die Möglichkeit, in dieser Zeit schwanger zu werden, liegt bei etwa 10 %.
In der Perimenophase liegt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, bei etwa 2 %.
Die letzte Regelblutung bezeichnet man als Menopause und markiert den Beginn der Unfruchtbarkeit.
Bereits ab dem 40. Lebensjahr beginnen die Eierstöcke die Hormonproduktion zu verlangsamen. Dadurch sinken zuerst der Progesteronspiegel und dann der Östrogenspiegel kontinuierlich ab, was letztlich zur Unfruchtbarkeit führt. Etwa ein Drittel der Frauen leidet in dieser Zeit unter starken Beschwerden.
In seltenen Fällen wird der Beginn des Wechsels schlagartig wahrgenommen. Die Zeitspanne von den ersten Anzeichen bis zur letzten Hormonumstellung in der Postmenopause wird als Wechseljahre bezeichnet.
Die Wechseljahre verlaufen über Jahre in verschiedenen Phasen ab. Wann sie beginnen und über welchen Zeitraum sie andauern, ist individuell verschieden. Der klassische Beginn ist der Gelbkörperhormonmangel, der dann um den Östrogenmangel erweitert wird und schließlich fällt auch noch die Produktion der männlichen Hormone aus.
Es gibt verschiedene Phasen, die aber nicht jede Frau, wie beschrieben, erleben muss:
Prämenopause
Ab dem 40. Lebensjahr beginnen die Eierstöcke die Hormonproduktion zu verlangsamen. In der ersten Phase der Menopause ist das Gelbkörperhormon für die Beschwerden dafür verantwortlich. Begleitet wird dies meist durch ein Ungleichgewicht des Östrogens:
- Gelbkörperhormon (Progesteron): Der Hormonspiegel fällt ab, dadurch kommt es zu unregelmäßigen Blutungen, die Menstruation kann stärker sein oder auch länger andauern. Prämenstruelle Beschwerden manifestieren sich oft erstmalig oder verstärken sich, falls sie schon immer vorhanden waren.
- Östrogen: Der Östrogenspiegel fällt nur langsam und unregelmäßig ab. Das Hormon steuert die Eizellenreifung. Sinkt der Östrogenstatus, sinkt auch die Chance, schwanger zu werden. Die Regel fällt oft monatelang aus.
Schon in dieser Phase nimmt der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken langsam ab. Die Prämenopause kann sich häufig aufgrund des Hormonabfalls schon im Vorfeld mit Beschwerden, wie Kopfschmerzen oder Brustschmerzen ankündigen. Die Möglichkeit, in dieser Zeit schwanger zu werden, liegt bei etwa 10 %.
Perimenopause
Etwa ein bis zwei Jahre vor der letzten Regelblutung, setzt die Perimenopause ein (ungefähr um das 50. Lebensjahr). Die Hormonproduktion verändert sich weiter, die Follikelreifung nimmt ab, die typischen Beschwerden nehmen zu. Von den zirka 1 Million Eizellen, die ein Mädchen von Geburt an trägt, liegt nur mehr etwa 1 % vor. Daher bleibt auch der Eisprung aus und die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, liegt bei etwa 2 %. Durch diese ausbleibende Follikelreifung wird zunehmend weniger Gelbkörperhormone gebildet, dadurch verstärkt sich der Progesteronmangel. Progesteron ist für die Stabilität des Menstruationszyklus verantwortlich, daher kann es auch häufiger zu unregelmäßigen Perioden kommen, bis diese schließlich ganz ausbleibt.
Menopause
Die letzte Regelblutung bezeichnet man als Menopause. Sie markiert den Beginn der Unfruchtbarkeit. Das durchschnittliche Alter von Frauen bei ihrer letzten Regelblutung beträgt etwa 51 Jahre. Jedoch kann der genaue Zeitpunkt erst rückwirkend festgestellt werden, wenn die Monatsblutung ein Jahr lang ausgeblieben ist. Wenn keine Follikelreifung stattfindet, wird auch die Östrogenproduktion verringert, der Hormonhaushalt gerät aus der Balance. Diese Dysbalance im Östrogenhaushalt kann sich mit den genannten typischen Beschwerden (Nervosität, Hitzewallungen etc.) bemerkbar machen.
Postmenopause
Die Zeit, nachdem die letzte Regel ein Jahr ausgeblieben ist, bezeichnet man als Postmenopause. In dieser Phase hat sich der Progesteron- und Östrogenmangel bereits fest etabliert. Ein neues Hormongleichgewicht sollte sich im weiblichen Körper allmählich einstellen und der Hormonhaushalt wieder zur Ruhe kommen. Dennoch gibt es immer noch Begleiterscheinung wie trockene Haut und trockene Scheide. Auch können sich zunehmend mehr Falten bilden. Körperliche Beschwerden wie Harninkontinenz oder Osteoporose können immer häufiger diagnostiziert werden.
Vorzeitige Wechseljahre (Klimakterium präcox)
Etwa 1 % aller Frauen kommt bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr in die Wechseljahre. Dies wird als "premature ovarian failure-syndrom" (POF) bezeichnet oder Klimakterium präcox. Die Ursache ist in vielen Fällen nicht genau feststellbar. Oft spielt ein genetischer Faktor (Vererbung) eine Rolle. Auch der Eizellvorrat hat Einfluss auf den Zeitpunkt der Wechseljahre: So starten die Wechseljahre, wenn in den Eierstöcken alle Follikel vorzeitig "aufgebraucht" sind.
Aber auch Erkrankungen, wie Morbus Crohn oder Behandlungen, wie Strahlentherapie und Chemotherapie, sowie die Entfernung von Eierstöcken oder der Gebärmutter führen zu vorzeitigen Wechseljahren. Bei einem frühzeitigen Ausfall der Eierstockfunktion empfehlen Expert:innen eine Hormontherapie bis zum mittleren Menopause-Alter. Zum einen, da die Betroffenen sehr starke Beschwerden haben und zum anderen da viele Organe und Organfunktionen unter dem Hormonmangel leiden. Durch eine rechtzeitige Therapie können meist viele Langzeitschäden (u.a. sehr bekannt: Osteoporose) verhindert werden.
Video: Wechseljahre als Wohlfühljahre: Körperliche und seelische Harmonie
Prim. Priv.-Doz. Dr. Felix Stonek spricht unter anderem über mögliche Beschwerden in den Wechseljahren, die Veränderung des Hormonspiegels sowie Hormonersatztherapie. (Gänserndorf, 26.5.2020)
"Schuld" an den Wechseljahresbeschwerden ist also die Hormonumstellung im weiblichen Körper, die von der Gehirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert wird. Dieses evolutionäre Programm ist in unseren Genen seit Jahrtausenden eingeschrieben und veranlasst, dass in den Eierstöcken (in geringen Mengen auch in der Nebennierenrinde) die Hormone Östrogen und Progesteron ab dem 40. Lebensjahr kontinuierlich weniger gebildet werden und die Fruchtbarkeit versiegt.
Wie machen sich die Wechseljahre im Hormonstatus bemerkbar?
Während die Östrogenproduktion sinkt, steigt hingegen der Gonadotropin-Spiegel an. Eines der Steuerungshormone der Hypophyse für den Eierstock ist das follikelstimulierenden Hormon (FHS). Ein weiteres heißt Luteinisierendes Hormon (LH). Die Gonadotropin-Konzentration im Blut ist in den Wechseljahren etwa 6 Mal so hoch als davor.
| Hormon | Status | Auswirkungen |
|---|---|---|
| Östrogen |
Abfallend |
Adrenalin- und Noradrenalinproduktion sinkt: Hitzewallungen, Herzrasen. Das Osteoporoserisiko steigt, insbesondere in Verbindung mit individuellen Risikofaktoren Libidoverlust, trockene Haut, trockene Scheide |
| Noradrenalin, Adrenalin, Östrogen |
Abfallend |
Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, verminderte Gedächtnisleistung |
| Progesteron |
Abfallend |
Menstruationszyklen werden unregelmäßig, Periode bleibt aus, PMS |
| Testosteron | Gleichbleibend, relatives Überwiegen | Vermännlichung (vermehrte Körperbehaarung nach männlichem Behaarungsmuster – "Damenbart", Haarausfall) |
| Gonadotropin (FSH-follikelstimulierendes Hormon, LH luteinisierendes Hormon) | Ansteigend | Wechseljahre stehen in etwa 2-3 Jahren bevor, Fruchtbarkeit sinkt |
Wussten Sie, dass... ?
...das Osteoporose-Risiko in den Wechseljahren zunehmend steigt? Hintergrund ist, dass Östrogene den Knochenaufbau unterstützen. Wird das Hormon weniger gebildet, wird der Knochen brüchiger. Erfahren Sie mehr über mögliche Folgen der Wechseljahre!
Wechseljahresbeschwerden sind häufig. Drei von zehn Frauen sind mit unangenehmen Symptomen konfrontiert. Ob und in welchem Ausmaß sie auftreten, ist individuell verschieden. Am häufigsten treten folgende Beschwerden, auch in Kombination, auf:
- Zyklusunregelmäßigkeiten (häufig erste Anzeichen)
- Innere Unruhe, Nervosität und Reizbarkeit
- Leistungsabfall, Erschöpfungszustände
- Hitzewallungen und Schweißausbrüche
- Depressive Verstimmungen
- Schlafprobleme
- Schmerzende Gelenke und Muskeln
- Haarausfall
- Herzrasen, Blutdruckschwankungen
- Hauttrockenheit
- Trockene Schleimhäute, Scheidentrockenheit
- Trockene Augen
- Libidoverlust
Durch die verminderte Hormonproduktion reagiert der Körper bei etwa 65 % aller Frauen mit typischen Symptomen, wie:
- Schlafstörungen,
- Erschöpfung,
- Hitzewallungen,
- Haarausfall,
- Hautveränderungen
- sowie Gewichtszunahme.
Hitzewallungen und Herzrasen
Diese Beschwerden breiten sich vom Gesicht weiter auf Hals und Oberkörper aus, es folgt ein Schweißausbruch, der mehrere Minuten dauern kann. Weitere Begleiterscheinungen können Herzrasen und verstärkter Herzschlag sein. Üblicherweise beruhigt sich der Organismus nach einem solchen Schub. Typisch ist, dass man oft "schweißgebadet" in der Früh aufwacht.
Schlafstörungen
Schweißausbrüche können Schlafstörungen mit sich bringen. Darüber hinaus macht sich die abnehmende Leistungsfähigkeit bemerkbar und hindert am Ein- und Durchschlafen. Die Tiefe eines erholsamen Schlafes verringert sich.
Depressive Verstimmungen
Stimmungsschwankungen sind in den Wechseljahren nicht ungewöhnlich. Erst machen sie sich als Antriebslosigkeit bemerkbar, später können sie in ein Gefühl der Leere und des Überflüssigseins münden. Auch negative Gefühle oder übermäßige Nervosität sind ein Zeichen dafür, dass die Hormonproduktion zurückgeht. Auch die psychische Befindlichkeit ändert sich im Laufe dieser Phase. Viele Frauen neigen zu depressiven Verstimmungen oder fühlen sich "überflüssig". Etwa jede dritte Frau ist von Beschwerden betroffen, die ihr den Alltag oft sehr mühsam werden lassen.
Trockenheit
Aufgrund der sinkenden Östrogenproduktion werden die Schleimhäute der Haut schlechter durchblutet. Das betrifft auch die Scheide, die trocken wird und mitunter mit brennendem Juckreiz auf die Hormonumstellung reagiert. Der Geschlechtsverkehr wird mitunter als schmerzhaft empfunden, auch die Anfälligkeit für Infektionen (Pilze, Bakterien) in der Scheide ist erhöht. Auch Augen und Mund können unter dem Östrogenmangel leiden, sodass sich auch hier die Trockenheit als sehr unangenehm manifestiert.
Harnwegsinfektionen
Da Muskeln und Gewebe generell schneller erschlaffen als in jungen Jahren, kommt es auch häufiger zu einer Erschlaffung des Beckenbodens und der Muskeln, die die Harnwege umgeben. Häufige Harnwegsinfekte, Harndrang und Inkontinenz sind typische Symptome.
Herz- und Kreislauf-Erkrankungen
Östrogen schützt vor Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Bei einem Absinken des Hormons steigt das Risiko für diese Erkrankungen. Der Cholesterinspiegel steigt ebenfalls. Auch die Kombination einer nachlassenden Östrogenproduktion und einer stagnierenden Testosteronproduktion ist ein Risikofaktor, denn erhöhte Werte des männlichen Hormons Testosteron machen sich in Fettablagerungen im Bauchraum bemerkbar. Die Fettablagerungen wiederum steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Osteoporose
Die Wechseljahre können auch ein verstärktes Osteoporose-Risiko mit sich bringen. Östrogene unterstützen den Knochenaufbau, verringert sich die Produktion dieser Hormone, wird der Knochen brüchiger. Damit steigt auch die Gefahr, Knochenbrüche zu erleiden.
Bei körperlichen oder emotionalen Veränderungen ist die Gynäkolog:in die erste Anlaufstelle:
- In einem Ärzt:in-Patient:in-Gespräch wird sich die Ärzt:in zunächst ausführlich über auftretende Symptome erkundigen. Zyklusstörungen bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr sind meist die ersten Anzeichen, dass die Wechseljahre beginnen.
- Dann kann durch eine körperliche Untersuchung die Ursache für die Beschwerden abgeklärt werden bzw. festgestellt werden, ob eine andere Erkrankung dahintersteckt. Die Ursachen für die Menstruationsbeschwerden stellt die Ärzt:in durch eine Untersuchung der Gebärmutter und Vagina fest. Sie tastet sie ab und entnimmt einen Abstrich vom Gebärmuttermund. Damit können auch Gewebsveränderungen entdeckt werden, die evt. zu Blutungen führen.
- Mithilfe einer Blutuntersuchung kann der Hormonstatus bestimmt werden. Die Ärzt:in erkennt daran, ob die Frau bereits in den Wechseljahren ist. Zu beachten ist aber, dass das Ergebnis nichts darüber aussagt, ob die Patient:in noch schwanger werden kann und wie lange sie noch verhüten muss.
Mehr zum Thema: Wechseljahre » So bekommen Sie Beschwerden in den Griff!
- Berufsverband der Frauenärzte, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe/Wechseljahresbeschwerden (22.07.2020)
- Berufsverband der deutschen Frauenärzte primäre Ovarialinsuffizienz (22. 07.2020)
- Österreichische Ärztezeitung: Hormonersatztherapie (22.07.2020)
- Österreichische Apothekerkammer: Die 4 Phasen der Wechseljahre und ihre Symptome (07.05.2026)
- Gesundheitsinformation.de: Wechseljahrsbeschwerden (07.05.2026)
- USZ Universitätsspital Zürich: Wechseljahresbeschwerden (07.05.2026)
- Deutsche Menopause Gesellschaft e.V.: Vorzeitige Wechseljahre (07.05.2026)
- AWMF Leitlinie S3 Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen (07.05.2026)