Analfissur (Fissura ani, Afterriss, Analulkus)

Analfissur: Blutiger Stuhl und Schmerzen
Schmerzen und Blutungen beim Stuhlgang sind Symptome einer Analfissur.
© Pixel-Shot / Shutterstock.com
Direkt zum Inhaltsverzeichnis

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen Schleimhautriss im Bereich des Afters. Eine Analfissur ist meist mit Schmerzen und mit Blutabgängen verbunden.

Medizinische Expertise

Kira Sorko-Enzfelder

Dr.in Kira Sorko-Enzfelder

Fachärztin für Allgemeine Chirurgie und Viszeralchirurgie, Spezialgebiet: Koloproktologie
www.dieproktologin.at
Medizinische Fachbeiträge auf MeinMed.at werden von 🇦🇹 österreichischen Ärzt:innen und medizinischen Expert:innen geprüft.

Inhaltsverzeichnis

Risse am After sind zwar meist nur wenige Millimeter lang, können aber zu heftigen Schmerzen führen. Das liegt daran, dass sich in diesem Bereich eine Vielzahl an Schmerzrezeptoren befinden.

  • Eine Analfissur ist ein meist länglicher Schleimhautriss im Bereich des Afters.
  • Analfissuren kommen relativ häufig vor und sind sehr schmerzhaft.
  • Ursache für eine Analfissur ist meist zu fester Stuhl und zu starkes Pressen beim Stuhlgang.
  • Analfissuren werden in der Regel konservativ behandelt – unter anderem durch Stuhlregulierung und mit schmerzstillenden Salben.
Art Einriss der Haut im Bereich des Afters
Ursache chronische Verstopfung, Übergewicht, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Durchfall
Symptome Schmerzen, Blutungen
Therapie Stuhlregulierung, Salben, Zäpfchen
Vorbeugung ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend trinken

Bei einer Analfissur handelt es sich um einen meist länglichen, schmerzhaften Riss im Analkanal. Die Analfissur zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Enddarms. Jeder zehnte Mensch ist zumindest einmal im Leben davon betroffen. Frauen und Männer erkranken gleichermaßen. In der Regel heilt eine Analfissur innerhalb weniger Wochen folgenlos ab.

Eine Analfissur entsteht durch Einreißen der Schleimhaut im Bereich des Afters. Verursacht werden diese Risse meist durch:

  • zu fester Stuhlgang
  • zu starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Durchfall

Analfissuren treten während der Schwangerschaft und nach der Geburt häufiger auf. Weitere Risikofaktoren sind eine ballaststoffarme Ernährung und starkes Übergewicht. Auch Verletzungen im Analbereich, z. B. durch Analverkehr, können eine Analfissur verursachen.

Grundsätzlich wird zwischen einer primären und sekundären Analfissur unterschieden:

  • primäre Analfissur: eigenständige Erkrankung
  • sekundäre Analfissur: Folge einer anderen Grunderkrankung wie z. B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

Analfissuren können akut sein oder chronisch verlaufen:

  • akute Analfissur: Eine akute Analfissur tritt plötzlich und kurzfristig auf. Sie äußert sich durch einen schmalen Riss mit scharf begrenzten Wundrändern. Eine akute Analfissur heilt innerhalb von maximal acht Wochen entweder spontan oder durch Behandlung ab.
  • chronische Analfissur: Besteht die Analfissur länger als acht Wochen, spricht man von einem chronischen Verlauf. Bei chronischen Fissuren treten häufig Gewebsvermehrungen am körpernahen Ende der Fissur auf. Chronische Analfissuren heilen ohne Therapie nicht ab.

Bei einer Analfissur können folgende Symptome auftreten:

Häufig führen die Schmerzen dazu, dass sich der Schließmuskel stark verkrampft, was die Beschwerden wiederum verstärkt. Durch den verkrampften Schließmuskel ist das Gewebe schlechter durchblutet, was die Heilung verlangsamt.

Bei Verdacht auf eine Analfissur ist die Hausärzt:in oder die Proktolog:in (Fachärzt:in für Erkrankungen des Enddarms) die erste Ansprechpartner:in. Die Ärzt:in wird nach einer ausführlichen Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) eine körperliche Untersuchung durchführen und die Fissur vorsichtig inspizieren. Liegt die Fissur tiefer im Analkanal, kann eine Tastuntersuchung notwendig sein.

Halten die Beschwerden trotz Therapie an, kommen weitere Untersuchungen in Frage. Mit einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie) lässt sich das Ausmaß der Fissur besser beurteilen. Bei Blutungen kann eine Koloskopie (Darmspiegelung) dabei helfen, andere Blutungsquellen auszuschließen.

Analfissuren werden in der Regel zunächst konservativ behandelt. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • milde Abführmittel bei zu hartem Stuhl
  • Stuhlregulierung mit Stuhlweichmachern in Form von Präparaten zum Einnehmen oder als Zäpfchen
  • schmerzstillende und spannungsvermindernde Salben

Bringen diese Maßnahmen keinen Erfolg oder treten wiederholt Analfissuren auf, kann eine chirurgische Behandlung in Betracht gezogen werden. Bei chronischen Fissuren gibt es auch die Möglichkeit einer Injektion mit Botulinumtoxin.

Eine akute Analfissur heilt häufig von selbst. Um die Heilung zu unterstützen und neuen Fissuren vorzubeugen ist ein normaler Stuhlgang wichtig. Das können Sie selbst tun:

  • Achten Sie auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung.
  • Sitzbäder in lauwarmem Wasser sind für den Betroffene:n angenehm.

Zusätzlich ist eine gute Analhygiene wichtig. Reinigen Sie die Analregion regelmäßig mit lauwarmem Wasser.


Autor:innen:
Redaktionelle Bearbeitung:
Medizinisches Review:
Erstellt am:

7. Februar 2023

Stand der medizinischen Information:

7. Februar 2023


ICD-Code:
  • K60.2

Derzeit aktuell

Neueste Beiträge