Baker-Zyste

Hände eines Arztes in blauen Handschuhen untersuchen Knie, grafische Einblendung einer Baker-Zyste
Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem von der Größe der Zyste und der jeweiligen Grunderkrankung ab.
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Die Baker-Zyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Zyste in der Kniekehle, die vom Kniegelenk selbst ausgeht (= Ausstülpung der Gelenkkapsel). Sie wird abhängig von Ursache und Ausdehnung unterschiedlich behandelt.

Medizinische Expertise

Martin Faschingbauer

Prof. DDr. Martin Faschingbauer, MBA

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezialist für Endoprothetik
Ordination Wiener Privatklinik, Lazarettgasse 25, 1090 Wien
www.ortho-faschingbauer.at
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Kleine Baker-Zysten verursachen häufig keine Symptome und werden als Zufallsbefund bei einer Knieuntersuchung entdeckt. Sie können sich von selbst zurückbilden. Baker-Zysten, die größer als etwa fünf Zentimeter sind, können jedoch Beschwerden wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen verursachen. In diesem Fall kann eine Behandlung notwendig werden.

Zusammenfassung

  • Die Baker-Zyste ist eine Ausstülpung der Kniegelenkkapsel in der Kniekehle.
  • Zu den Symptomen zählen Schmerzen, Schwellung hinter dem Knie und eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
  • Die häufigsten Ursachen für Baker-Zysten sind frühere Verletzungen, rheumatoide Arthritis, Arthrose oder eine Überlastung des Knies.  
  • Kleine Baker-Zysten, die keine Beschwerden verursachen, bedürfen meist keiner Therapie.
  • Symptomatische Baker-Zysten können in der Regel konservativ behandelt werden. 
  • Die Behandlung der Grunderkrankung zählt zu den wichtigsten Schritten.

Baker-Zyste im Überblick

Art Ansammlung von Gelenkflüssigkeit in der Kniekehle
Ursache Schädigung im Kniegelenk
Symptome u.a. Schwellung, Schmerzen, Spannungsgefühl und eingeschränkte Bewegungsfreiheit
Diagnose Ultraschall, MRT
Behandlung u.a. Schonung, Kühlung, Bandagen, entzündungshemmende Medikamente, Behandlung der Grunderkrankung

FAQ (Häufige Fragen)

Warum bekommt man eine Baker-Zyste?

Die häufigsten Ursachen für Baker-Zysten sind frühere Verletzungen, rheumatoide Arthritis, Arthrose oder eine Überlastung des Knies. Diese können zu einer Entzündung oder Reizung des Kniegelenks führen. Als Reaktion wird im Gelenk vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert. Dabei entsteht eine Ausstülpung der Knie-Innenhaut durch die relativ dünne, lückenhafte beugeseitige Gelenkkapsel.

Wie bekommt man eine Baker-Zyste wieder weg?

Die Behandlung einer Baker-Zyste richtet sich nach Größe, Beschwerden und vor allem der zugrunde liegenden Ursache. Häufig steht die Behandlung der Knieerkrankung im Vordergrund, aber auch konservative Behandlungsmethoden oder Punktion kommt zum Einsatz.

Ist Bewegung gut bei einer Baker-Zyste?

Krankengymnastische Übungen können sinnvoll sein, um die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Knies zu verbessern. Bewegung in Form von sanften Übungen gilt als heilungsfördernd, das betroffene Knie sollte jedoch nie unter starker Belastung stehen.

Eine Zyste ist ein von einer Kapsel umschlossener Hohlraum, der mit Flüssigkeit oder anderem Material, beispielsweise Blut, Eiter oder Talg gefüllt sein kann. Eine Baker-Zyste (auch Poplitealzyste) ist eine flüssigkeitsgefüllte Aussackung der Gelenkkapsel in der Kniekehle. Sie entsteht durch eine vermehrte Ansammlung von Gelenkflüssigkeit (Synovia), die sich meist infolge einer Erkrankung oder Verletzung des Kniegelenks bildet.

Ihren Namen verdankt die Baker-Zyste dem englischen Chirurgen William Baker, der die Zyste in der Kniekehle im 19. Jahrhundert ausführlich beschrieb.

Baker-Zysten kommen häufig bei Menschen über 50 Jahren vor und stehen meist in Zusammenhang mit Kniegelenkserkrankungen. Bei Kindern sind Baker-Zysten selten.

Eine Baker-Zyste entsteht meist als Folge einer Knieverletzung wie einem Meniskusriss oder infolge einer chronischen Gelenkerkrankung wie rheumatoider Arthritis oder Arthrose. Diese können zu einer Entzündung oder Reizung des Kniegelenks führen. Als Reaktion wird im Gelenk vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert. Dabei entsteht eine Ausstülpung der Knie-Innenhaut durch die relativ dünne, lückenhafte beugeseitige Gelenkkapsel. Schließlich kommt es zur Ausbildung eines Schleimhautsackes. Die seitlich am Stiel der Bakerzyste befindlichen Muskeln pressen das Gewebe zusammen und bewirken einen Ventilmechanismus – ein Rückfluss der Gelenkflüssigkeit wird verhindert. Die Zyste nimmt an Größe zu und kann im Extremfall im Bereich der Wade zerreißen. 

Mögliche Ursachen:

Die seitlich am Stiel der Bakerzyste befindlichen Muskeln pressen das Gewebe zusammen und bewirken einen Ventilmechanismus – ein Rückfluss der Gelenkflüssigkeit wird verhindert.

Prof. DDr. Martin Faschingbauer, MBA, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Welche Beschwerden auftreten und wie stark diese ausgeprägt sind, hängt unter anderem von der Größe der Baker-Zyste und der jeweiligen Grunderkrankung im Kniegelenk ab. Kleine Baker-Zysten verursachen häufig keine oder nur geringe Beschwerden und werden manchmal zufällig entdeckt. 

Bei größeren Baker-Zysten können folgende Symptome vorkommen:

  • Schmerzen im Knie, insbesondere bei Belastung oder Bewegung
  • Tastbare Schwellung in der Kniekehle
  • Spannungsgefühl oder Druckempfindlichkeit in der Kniekehle
  • Zunahme der Schmerzen bei stärkerer Belastung des Knies
  • Besserung der Beschwerden nach Schonung
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Kniegelenks, insbesondere beim Beugen

Bei sehr großen Baker-Zysten kann sich die Schwellung bis in die obere Wade ausbreiten. In seltenen Fällen kann der Druck der Zyste benachbarte Gefäße und Nerven beeinträchtigen und dadurch zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Durchblutungsproblemen führen. 

Eine seltene Komplikation ist das Platzen einer Baker-Zyste (Ruptur). In diesem Fall kommt es zu plötzlich auftretenden, starken Schmerzen. Durch die ausgetretene Flüssigkeit kann sich das umliegende Gewebe entzünden oder ein Bluterguss auftreten. Die Beschwerden können einer Thrombose ähneln und sollten medizinisch abgeklärt werden.

Bei Verdacht auf eine Baker-Zyste ist die erste Ansprechpartner:in meist die Hausärzt:in oder Orthopäd:in. Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese (Patient:in-Ärzt:in-Gespräch), bei der Beschwerden, mögliche Verletzungen und bekannte Erkrankungen abgeklärt werden. Anschließend untersucht die Ärzt:in das Kniegelenk und die Kniekehle, um Schwellungen, Bewegungseinschränkungen oder Druckempfindlichkeit festzustellen.

Meist ist für die Diagnose ein Ultraschall (Sonographie) notwendig. Damit kann eine Flüssigkeitsansammlung in der Kniekehle erkannt und die Größe der Zyste beurteilt werden. Bei Bedarf kann ein MRT (Magnetresonanztomographie) durchgeführt werden, um etwaige Schäden am Meniskus oder Knorpel festzustellen. Besteht der Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung, kann eine Untersuchung durch eine Rheumatolog:in erforderlich sein.

Die Behandlung einer Baker-Zyste richtet sich nach Größe, Beschwerden und vor allem der zugrunde liegenden Ursache. Häufig steht die Behandlung der Knieerkrankung im Vordergrund. 

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Behandlung der Ursache: Um eine Baker-Zyste langfristig zu beseitigen, ist es wichtig, die zugrundeliegende Ursache (z.B. Meniskusschaden) zu behandeln. Lässt die Reizung des Kniegelenks nach, kann sich die Baker-Zyste häufig von selbst zurückbilden.
  • Konservative Therapie: Bei Beschwerden können Schonung, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente oder eine Bandage helfen, Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Auch krankengymnastische Übungen können sinnvoll sein, um die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Knies zu verbessern. Bewegung in Form von sanften Übungen gilt als heilungsfördernd, das betroffene Knie sollte jedoch nie unter starker Belastung stehen.
  • Punktion: Bei starkem Druck kann die Ärzt:in die überschüssige Flüssigkeit mit einer feinen Nadel absaugen. Das kann die Beschwerden lindern, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass sich die Zyste erneut bildet.
  • Operation: Eine operative Entfernung einer Baker-Zyste ist nur sehr selten notwendig. Sie wird meist erst dann in Erwägung gezogen, wenn Komplikationen auftreten. 

Die Prognose bei einer Baker-Zyste ist in der Regel gut. Ein dauerhafter Behandlungserfolg hängt jedoch vor allem davon ab, ob die zugrunde liegende Ursache im Kniegelenk erfolgreich behandelt werden kann.


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Stand der medizinischen Information:


ICD-Code:

  • M71.2

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