Herzrasen im Ruhezustand kommt relativ oft vor. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Tachykardien können in allen Altersgruppen vorkommen. Eine Häufung findet sich im Alter von 40 bis 60 Jahren. Eine Tachykardie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Ob die Tachykardie harmlos oder lebensbedrohend ist, hängt u.a. von den Ursachen ab und ob bereits eine Vorerkrankung vorliegt.
Zusammenfassung
- Tachykardie ist eine Art Herzrhythmusstörung, die in den meisten Fällen harmlos ist.
- Es wird zwischen akuten (plötzlich auftretenden) und chronischen (wiederkehrenden) Beschwerden unterschieden.
- Die Symptome reichen von Herzrasen, Müdigkeit, Unruhe, Schweißausbruch, Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit oder – in seltenen Extremfällen – Herzstillstand.
- Eine Diagnose erfolgt über eine klinische Untersuchung, ein Ruhe-EKG oder auch ein Langzeit-EKG.
- Die Behandlung wird je nach Ursache individuell festgelegt.
- Bei unerklärlichen Ursachen sollte Herzrasen zeitnah von der Hausärzt:in oder Kardiolog:in abgeklärt werden. Bei lebensbedrohlichen Beschwerden unbedingt die Notärzt:in rufen.
Tachykardie im Überblick
| Art | Herzrhythmusstörung, beschleunigter Herzschlag |
|---|---|
| Ursachen | u.a. Herzerkrankung, Störungen des Reizleitungssystems, Anämie, Stress, Konsum von Genuss- und Suchtmitteln, Panikstörung |
| Symptome | Herzklopfen, Schwindel, Blässe |
| Diagnose | u.a. EKG, Bluttest |
| Behandlung | Je nach Ursache |
FAQ (Häufige Fragen)
Ist eine Tachykardie gefährlich?
Ob die Tachykardie harmlos oder lebensbedrohend ist, hängt u.a. von den Ursachen ab und ob bereits eine Vorerkrankung vorliegt. Die Symptome reichen von Herzrasen, Müdigkeit, Unruhe, Schweißausbruch, Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit oder – in seltenen Extremfällen – Herzstillstand.
Wie hoch ist der Puls bei einer Tachykardie?
Der Grenzwert variiert je nach Alter:
- beim Erwachsenen liegt dieser bei 100 Schlägen pro Minute,
- bei Säuglingen zwischen 150 bis 200 Schläge pro Minute
- und bei Kindern im Schulalter bei über 160 Schläge pro Minute.
Was macht man gegen eine Tachykardie?
Bei akutem Herzrasen ist es wichtig, zu versuchen, ruhig zu bleiben, tief durchzuatmen und sich zu setzen oder hinzulegen. Informieren Sie einen Angehörigen. In akuten Fällen kommen Maßnahmen zum Einsatz, die das Herzrasen unterbinden sollen. Sollten sich die Beschwerden verschlimmern, unbedingt eine Notärzt:in rufen.
Eine langfristige Therapie, die Herzrasen vorbeugen soll, hängt vom Alter und der jeweiligen Ursache ab und wird individuell festgelegt.
Unter Tachykardie versteht man einen beschleunigten, zu schnellen Herzschlag. Der Grenzwert variiert je nach Alter: Beim Erwachsenen liegt dieser bei 100 Schlägen pro Minute; bei Säuglingen zwischen 150 bis 200 Schläge pro Minute und bei Kindern im Schulalter liegt eine Tachykardie bei über 160 Schläge pro Minute vor. Das Gegenteil der Tachykardie ist Bradykardie (verlangsamter Herzschlag).
Man unterscheidet zwischen:
- akuten Symptomen, die plötzlich und unmittelbar auftreten
- und chronischen Symptomen, die länger anhalten oder immer wiederkehren.
Herzrasen kann immer wieder auftreten – während es im Alltag oft unbemerkt bleibt, fällt es im Ruhezustand, häufig auch nachts, mehr auf. Bei einer sehr hohen Herzfrequenz über 250 bis 300 Schläge pro Minute kommt es zum funktionellen Herzstillstand.
Je nachdem, wo im Herzen die Tachykardie entsteht, unterscheidet man verschiedene Formen der Tachykardie:
- Ventrikuläre Tachykardie: Entsteht in den Herzkammern und ist potenziell lebensbedrohlich, kann in Kammerflimmern übergehen. Hier liegt meist eine Herzerkrankung zugrunde.
- Supraventrikuläre Tachykardie: Entsteht oberhalb der Herzkammern.
- Herzrasen tritt meist plötzlich und "anfallsartig" auf (paroxysmal). Häufige Unterformen sind die AV-Knoten-Reentrytachykardie sowie Vorhofflimmern und Vorhofflattern.
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Während ein beschleunigter Herzschlag bei körperlicher Anstrengung eine physiologische Ursache hat und harmlos und normal ist, hat eine Tachykardie im Ruhezustand andere, meist krankhafte Ursachen, die mitunter aber auch harmlos sein können.
Die Ursachen können unterschiedlich sein, u.a.
- Angeborene Störung des Reizleitungssystems
- Krankheiten, die das Herz betreffen, u.a. Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzklappenfehler, Herzmuskelentzündung, langjähriger Bluthochdruck
- Anämie (Blutarmut)
- Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
- Hormonschwankungen (u.a. Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Elektrolytstörungen wie z.B. Natrium- oder Kaliummangel
Auslöser können aber auch psychische Faktoren sein, z.B.
Auch externe Faktoren können eine Tachykardie verursachen, wie u.a.
- Überdosierung oder Nebenwirkungen von Medikamenten
- Drogenkonsum
- Überdosierung von Kaffee, Nikotin, Alkohol oder Energy Drinks
- Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel), Elektrolytmangel
- Allergische Reaktion, u.a. Histamin
- Lebensmittelvergiftung
- Infekte
- Fieber
Bei Tachykardie kann es u.a. zu folgenden Beschwerden kommen:
- Herzrasen, Herzstolpern (Palpitationen)
- Halsklopfen (typisch bei plötzlichem Auftreten)
- Kurzatmigkeit, Atemnot
- Schwindel
- Unruhe
- Müdigkeit
- Leistungsschwäche
- Benommenheit
- Schwächegefühl
- Kreislaufprobleme
- Ohnmacht
- Übelkeit
- Schweißausbruch
- Enge- bzw. Druckgefühl in der Brust
- Herzstillstand
Herzrasen im Ruhezustand sollte zur Sicherheit jedenfalls abgeklärt werden, insbesondere, wenn es nicht auf körperliche Anstrengung oder Erregungszustände zurückzuführen ist. Ansprechpartner:in ist die Ärzt:in für Allgemeinmedizin (Hausärzt:in) oder die Fachärzt:in für Kardiologie.
Im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs (Anamnese) wird u.a. geklärt, ob Vorerkrankungen vorliegen, es in der Familie Herzerkrankungen gibt, wann das Herzrasen auftritt, welche Medikamente eingenommen werden, ob und wie oft Drogen, Alkohol und Nikotin konsumiert werden. Danach wird die Ärzt:in eine körperliche Untersuchung durchführen.
Zu den wesentlichen körperlichen Untersuchungen zählen:
- Blutdruckmessung
- Abhören der Herztöne (Herzauskultation)
- Bestimmung der Sauerstoffsättigung (Pulsoximetrie mittels sensorischer Messung am Finger)
- EKG (Elektrokardiogramm)
- Blutbild
Je nach Untersuchungsergebnis und Ursache wird die Ärzt:in weiterführende Untersuchungen wie ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder Belastungs-EKG am Ergometer, Ultraschall oder Computertomographie verordnen. Auch kann die Ärzt:in beispielsweise einen Allergietest anordnen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
Wichtig: Bei akuten Notfällen und lebensbedrohlichen Beschwerden umgehend die Rettung rufen!
Mehr zum Thema: Notruf » Wie mache ich ihn richtig?
Bei akutem Herzrasen ist es wichtig, zu versuchen, ruhig zu bleiben, tief durchzuatmen und sich zu setzen oder hinzulegen. Informieren Sie einen Angehörigen. Sollten sich die Beschwerden verschlimmern, rufen Sie eine Notärzt:in.
In akuten Fällen kommen Maßnahmen zum Einsatz, die das Herzrasen unterbinden sollen. Eine langfristige Therapie, die Herzrasen vorbeugen soll, hängt vom Alter und der jeweiligen Ursache ab und wird individuell festgelegt.
Bei supraventrikulären Tachykardien können sogenannte Vagusmanöver hilfreich sein: Dazu zählen z.B. gezieltes Pressen (Valsalva-Manöver), kaltes Wasser trinken oder das Gesicht kurz in kaltes Wasser tauchen. Diese Maßnahmen können helfen, den Herzschlag zu verlangsamen, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung.
Eine medikamentöse Therapie erfolgt in der Regel u.a. durch Betablocker, Kalziumkanalblocker oder Adenosin. Auch eine Gabe von Elektrolyten kann notwendig sein.
Werden die Beschwerden durch Alkohol, Drogen oder Nikotin verursacht, sollten diese vermieden werden. Ein gesunder Lebensstil sowie Maßnahmen zur Entspannung und Stressreduktion können Herzrasen ebenso vorbeugen.
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- Gesundheit.gv.at – Österreichs Gesundheitsportal: Tachykardie (26.04.2026)
- AMBOSS: Supraventrikuläre Tachykardien im Kindes- und Jugendalter (26.04.2026)
- DocCheck Flexikon: Tachykardie (26.04.2026)
- DocCheck Flexikon: Paroxysmale Tachykardie (26.04.2026)
- DocCheck Flexikon: Ventrikuläre Tachykardie (26.04.2026)
- Gesundheitsinformation: Herzrasen (bei anfallsartiger Vorhoftachykardie) (26.04.2026)
- Herzprofi – Ratgeber für Herzinsuffizient: Herzrasen (Tachykardie): Ursachen, Formen und Behandlung (26.04.2026)