Lumboischialgie

Mann hält sich vor Schmerzen den unteren Rücken und die Hüfte © Hala / stock.adobe.com
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Lumboischialgie sind meist einseitige Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die in ein Bein, seltener in beide Beine ausstrahlen.

Medizinische Expertise

Patrik Shnawa

Dr. Patrik Shnawa

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
Simmeringer Hauptstraße 101–103/2, 1110 Wien
ortho-shnawa.at
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Inhaltsverzeichnis

Die Lumboischialgie ist von einer Ischialgie (Ischias) zu unterscheiden. Während bei Ischialgie Schmerzen im Versorgungsgebiet des Ischiasnervs im Vordergrund stehen, treten bei einer Lumboischialgie zusätzlich Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.

Zusammenfassung

  • Bei einer Lumboischialgie handelt es sich um Schmerzen im unteren Rücken. Typischerweise strahlen die Schmerzen auch in ein Bein aus. Auch Sensibilitätsstörungen können auftreten.
  • Häufigste Ursache für eine Lumboischialgie ist ein Bandscheibenvorfall.
    Abnützungserscheinungen und andere Ursachen können ebenfalls zu einer Lumboischialgie führen.
  • Die Diagnose wird meist durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Manchmal sind auch bildgebende Verfahren notwendig.
  • Schonhaltungen können Rückenschmerzen verstärken, darum sollte möglichst rasch mit einer schmerzadaptierten Bewegungstherapie zur Kräftigung der Rückenmuskulatur begonnen werden. 
  • Bei der Behandlung kommen außerdem schmerzstillende Medikamente zum Einsatz. 

Lumboischialgie im Überblick

Art Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in ein oder beide Beine
Ursache meist Bandscheibenvorfall oder Bandschiebenvorwölbung
Symptome u.a. Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl, Kraftverminderung
Diagnose körperlich-neurologische Untersuchung; bei schwerwiegenden Symptomen bildgebende Verfahren MRT
Behandlung konservative Maßnahmen wie Schmerztherapie und Bewegung

FAQ (Häufige Fragen)

Ist eine Lumboischialgie ein Bandscheibenvorfall?

Die häufigste Ursache für eine Lumboischialgie ist ein Bandscheibenvorfall. Dieser tritt meist zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) oder dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Sakralwirbel (L5/S1) auf. Dabei drückt die Bandscheibe auf eine Nervenwurzel und verursacht die typischen Beschwerden.

Wie bekommt man eine Lumboischialgie weg?

Die Behandlung umfasst unter anderem:

  • Physiotherapie und krankengymnastische Übungen
  • Physikalischer Therapie wie Wärme- oder Kälteanwendungen
  • Schmerzstillende Medikamente (z.B. NSAR)
  • Bei Bedarf muskelentspannende Medikamente (Muskelrelaxanzien)

Führen die konservativen Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, kann eine Operation erforderlich sein.

Wie lange dauert eine akute Lumboischialgie?

Eine Lumboischialgie heilt mit adäquater Behandlung in der Regel in wenigen Wochen ab. Rückfälle können jedoch auftreten, insbesondere wenn die zugrunde liegende Ursache oder begünstigende Faktoren bestehen bleiben.

Die Lumboischialgie ist eine Kombination aus Lumbalgie (Schmerzen in der Lendenwirbelsäule) und Ischialgie (Schmerzen entlang des Ischiasnervs). Typisch sind Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die über den Ischiasnerv in ein Bein ausstrahlen. Die häufigste Ursache für eine Lumboischialgie ist ein Bandscheibenvorfall, der auf eine Nervenwurzel drückt.

Etwa jeder fünfte Erwachsene leidet einmal in seinem Leben unter einer Lumboischialgie oder Ischiasschmerzen. Menschen mittleren Alters sind am häufigsten betroffen.

Die häufigste Ursache für eine Lumboischialgie ist ein Bandscheibenvorfall. Dieser tritt meist zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel (L4/L5) oder dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Sakralwirbel (L5/S1) auf. Dabei drückt die Bandscheibe auf eine Nervenwurzel und verursacht die typischen Beschwerden. Daneben können auch verschleißbedingte Veränderungen der Wirbelsäue oder andere Erkrankungen zu einer Lumboischialgie führen.

Mögliche Ursachen der Lumboischialgie sind:

  • Bandscheibenvorfall
  • Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
  • Verschleiß der Wirbelsäule (Degeneration)
  • Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)
  • Entzündungen
  • Wirbelkörperbrüche
  • Wirbelgleiten
  • einseitige Belastung
  • mangelnde Bewegung
  • Übergewicht

Je nachdem, welche Nervenwurzel betroffen ist, können unterschiedliche Symptome auftreten, die auch individuell verschieden stark ausgeprägt sein können. 

Zu den häufigsten Beschwerden zählen:

  • Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die in Leiste, Gesäß, Oberschenkel, Unterschenkel, Fuß oder Ferse ausstrahlen können.
  • Sensibilitätsstörungen (z.B. Kribbeln oder Taubheitsgefühle)
  • Muskelschwäche, Kraftminderung
  • Eingeschränkte Beweglichkeit

Aufgrund der Beschwerden kann es zu einer Schonhaltung kommen, da bestimmte Körperhaltungen wie aufrechtes Stehen die Symptomatik verstärken können. 

Achtung: Treten zusätzlich Störungen der Blasen- oder Darmfunktion (Harn- oder Stuhlinkontinenz bzw. Harnverhalt) oder anhaltende Taubheitsgefühle im Genital- oder Analbereich auf, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. In diesem Fall sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Bei Verdacht auf eine Lumboischialgie ist die Hausärzt:in oder die Orthopäd:in die erste Ansprechpartner:in. Die Ärzt:in wird nach einer ausführlichen Anamnese (Patient:in-Ärzt:in-Gespräch) eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der sie unter anderem Haltung, Beweglichkeit der Wirbelsäule, sowie Muskelkraft, Reflexe und Gefühlsempfinden in den Beinen überprüft. Bei Verdacht auf eine Nervenwurzelreizung werden zusätzlich neurologische Untersuchungen durchgeführt. 

Bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder Röntgen sind in der Regel nicht sofort erforderlich. Sie kommen vor allem bei schweren oder anhaltenden Beschwerden zum Einsatz.

Die Diagnose "Lumboischialgie" beschreibt zunächst das allerdings nur das Beschwerdebild, sagt aber allein noch nicht aus, welche Ursache den Schmerzen zugrunde liegt.

Eine Lumboischialgie wird in den meisten Fällen konservativ behandelt. Körperliche Schonung oder Bettruhe sollten nur kurzzeitig erfolgen. Stattdessen wird eine möglichst frühe Rückkehr zu normalen Alltagsaktivitäten empfohlen, da dies die Genesung meist fördert.

Die Therapie einer Lumboischialgie umfasst unter anderem:

  • Physiotherapie und krankengymnastische Übungen
  • Physikalischer Therapie wie Wärme- oder Kälteanwendungen
  • Schmerzstillende Medikamente (z.B. NSAR)
  • Bei Bedarf muskelentspannende Medikamente (Muskelrelaxanzien)

Führen die konservativen Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg oder treten ausgeprägte neurologische Ausfälle oder starke Lähmungen auf, kann eine Operation erforderlich sein.

Eine Lumboischialgie heilt mit adäquater Behandlung in der Regel in wenigen Wochen ab. Ein gutes Schmerzmanagement, regelmäßige Bewegung und ein rückenschonendes Verhalten im Alltag können den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. 

Rückfälle können jedoch auftreten, insbesondere wenn die zugrunde liegende Ursache oder begünstigende Faktoren wie Bewegungsmangel oder Fehlbelastung bestehen bleiben.


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Medizinisches Review:

Stand der medizinischen Information:


ICD-Code:

  • M54.4

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