Botox (Botulinumtoxin)

Arzt spritzt Frau Botox in die Stirn
Nachdem Botox gespritzt wurde, dauert es einige Tage, bis sich seine Wirkung einstellt.
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Beauty-Helfer und Therapieoption zugleich – Botox verspricht viel, sorgt für Gesprächsstoff und polarisiert wie kaum ein anderer Wirkstoff zwischen Hype und medizinischem Nutzen.

Medizinische Expertise

Paul Liebmann

Dr. Paul Liebmann

Plastischer & Ästhetischer Chirurg
Roßauer Lände 17/17, 1090 Wien & Westfield Donauzentrum, Wagramer Straße 81, Top 124, 1220 Wien
www.drliebmann.at
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Inhaltsverzeichnis

Botox-Behandlungen sind gefragt. Es reicht ein kleiner Pieks und schon lassen sich Falten glätten. Aber nicht nur im ästhetischen Bereich findet es Anwendung. Muskelspasmen, chronische Migräne oder übermäßiges Schwitzen – bei gesundheitlichen Beschwerden wird Botulinumtoxin medikamentös eingesetzt. Wer über eine Injektion mit Botox nachdenkt, sollte sich aber genau informieren und sich nur an Ärzt:innen mit entsprechender Qualifikation und Erfahrung wenden.

Zusammenfassung

  • Botulinumtoxin ist ein toxisches Stoffwechselprodukt, das im ästhetischen Bereich, aber auch medikamentös für verschiedene Indikationen eingesetzt wird.
  • Es hemmt die Übertragung des Neurotransmitters Acetylcholin und wirkt muskelentspannend.
  • Der Wirkstoff wird in Form einer Spritze in die Haut, in die Muskeln oder in die Blasenwand verabreicht – je nach Indikation.
  • Botox ist verschreibungspflichtig und darf nur von Ärzt:innen mit entsprechender Qualifikation eingesetzt werden.

Botox im Überlick

Art Toxisches Stoffwechselprodukt, Arzneimittel
Wirkung Blockiert Verbindung zwischen Nerv und Muskel, wirkt muskelentspannend
Anwendung Als Injektion in die Muskeln, tief in die Haut, die Speiseröhre oder in die Blasenwand
Kosten 200-300 € pro Sitzung, über 600 € bei großflächigen Behandlungen

FAQ (Häufige Fragen)

Was genau macht Botox?

Das Arzneimittel kann je nach Dosis die Muskeln, die injiziert werden, schwächen oder lähmen. Es hemmt die Übertragung des Neurotransmitters Acetylcholin – ein Botenstoff, mit dem Nerven bei Erregung den Muskel aktivieren. Dadurch wird eine übersteigerte Anspannung des Muskels verringert.

Zudem kann das Toxin die Ausschüttung der Sekrete in vielen Drüsen im menschlichen Körper unterbrechen und sie damit austrocknen. Weiters können auch Botenstoffe gehemmt werden, die bei der Wahrnehmung von Schmerz relevant sind.

Wie viel kostet eine Botox-Spritze?

Die Kosten für eine Botox-Therapie variieren und betragen pro Sitzung meist etwa 200-500 € und bis zu 600 € oder mehr bei großflächigen Behandlungen.

Wann sollte man sich kein Botox spritzen lassen?

Nicht angewendet werden darf Botulinumtoxin bei:

  • Einer Allergie oder überempfindliche Reaktionen auf Bestandteile des Arzneimittels
  • Einer Infektion an der vorgesehenen Infektionsstelle
  • Einem akuten Harnwegsinfekt oder wenn die Patient:in plötzlich nicht mehr in der Lage ist, die Blase zu entleeren
  • Patientinnen während Schwangerschaft und Stillzeit
  • Patient:innen, die Gerinnungshemmer einnehmen oder unter Blutgerinnungsstörungen leiden (je nach Indikation und anatomischer Gegebenheit, relative Kontraindikation)

Bei Botulinumtoxin, abgekürzt Botox, handelt es sich um ein die Muskeln entspannendes Arzneimittel. Es ist ein Sammelbegriff für toxische Stoffwechselprodukte, die von dem Bakterium "Clostridium botulinum" gebildet werden. Bereits seit Jahrzehnten wird es in hochgereinigter und stark verdünnter Form als Arzneimittel in der Ästhetischen Medizin aber auch in Orthopädie, Allgemeinchirurgie oder Urologie zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt.

Für Österreich liegen derzeit keine konkreten Zahlen zur Häufigkeit von Botox-Behandlungen vor. Laut der jährlichen weltweiten Umfrage der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie war Botulinumtoxin 2024 nach wie vor, sowohl bei Männern als auch bei Frauen und in allen Altersgruppen, das häufigste nicht-chirurgische Verfahren. Weltweit führten plastische Chirurg:innen 7,8 Millionen Eingriffe durch.

Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Botulinumtoxin Typ A. Je nach Dosis kann es die Muskeln, die injiziert werden, schwächen oder lähmen. Es hemmt die Übertragung des Neurotransmitters Acetylcholin – ein Botenstoff, mit dem Nerven bei Erregung den Muskel aktivieren. Dadurch wird eine übersteigerte Anspannung des Muskels verringert.

Zudem kann das Toxin die Ausschüttung der Sekrete in vielen Drüsen im menschlichen Körper unterbrechen und sie damit austrocknen. Weiters können auch Botenstoffe gehemmt werden, die bei der Wahrnehmung von Schmerz relevant sind.

Nachdem Botulinumtoxin gespritzt wurde, dauert es einige Tage, bis sich seine Wirkung einstellt und der Effekt dann eine Weile (unterschiedlich, je nach Anwendungsgebiet) anhält. Lässt die Wirkung nach, nimmt die unterbrochene Verbindung zwischen Nerv und Muskel wieder ihre Funktion auf. Eine neue Injektion wird dann notwendig. Die Anzahl der Injektionen, die Dosierung sowie die Wirkdauer von Botox sind abhängig von der jeweiligen Indikation und der individuellen Anatomie.

Letztlich entscheidet bei einer Behandlung aus rein ästhetischen Gründen die Patient:in allein, ob und wann der Eingriff erfolgen soll. Deshalb sollte dieser Schritt gut überlegt sein. Bei einem ausführlichen Anamnesegespräch werden Kontraindikationen (Argumente gegen eine Behandlung) gemeinsam mit der Ärzt:in ausgeschlossen. Es erfolgt eine Fotobestandsaufnahme der aktuellen Situation. Bei der Untersuchung achtet die Ärzt:in auf die individuelle Anatomie, die Stärke der Muskulatur und anatomische Varianten. So wird ein maßgeschneiderter Behandlungsplan erstellt. Hierbei ist wichtig, die Bedürfnisse der Patient:in abzufragen, um die Dosierungen entsprechend anzupassen.

Der Eingriff kann problemlos ambulant vorgenommen werden und dauert meist nur wenige Minuten. Dabei wird die zu behandelnde Hautstelle gut desinfiziert. Mithilfe einer feinen Nadel wird die Botulinumtoxin-Lösung in geringer Dosis verabreicht. 

Die ersten drei Stunden nach dem Eingriff sollte die Patient:in den Kopf aufrecht halten, sich nicht hinlegen und körperliche Anstrengung vermeiden, damit das Arzneimittel im Muskel bleibt und sich nicht zu stark verteilt. In den ersten zwei Tagen, sollten Gesichtsmassagen, intensiver Sport und Sonnenbaden sowie Saunabesuche vermieden werden. Der lähmende Effekt tritt etwa nach zwei bis zwölf Tagen ein. In der Folge verschwinden feine Fältchen meist völlig, tiefere Falten werden abgemildert und die Haut wird geglättet.

Unterschied Botox und Hyaluron

Neben Botox wird auch Hyaluronsäure häufig in der ästhetischen Medizin eingesetzt. Im Gegensatz zu Botulinumtoxin ist Hyaluron eine Substanz, die von Natur aus im menschlichen Körper vorkommt. Während Botox die Muskeln entspannt, wirkt Hyaluron feuchtigkeitsspendend und aufpolsternd auf die Haut. Deshalb ist Botox eher für Mimikfalten und Hyaluron für statische tiefere Falten geeignet. Hyaluron ist zudem noch in der Lage, die Form des Gesichtes zu optimieren. Hierbei werden vorgegebene Fettkompartimente des Gesichtes wieder aufgefrischt, die mit der Zeit Volumen verloren haben.

Bei gesundheitlichen Beschwerden wird der Wirkstoff Botulinumtoxin Typ A, je nach Indikation, entweder in die Muskeln, tief in die Haut oder in die Blasenwand injiziert. Üblicherweise wird es in mehrere Stellen im betroffenen Bereich gespritzt. Zu betonen ist: Botulinumtoxin ist hoch toxisch. Das Arzneimittel darf grundsätzlich nur von Ärzt:innen mit geeigneter Qualifikation und Erfahrung in der Behandlung angewendet werden und wird von etablierten großen Pharmakonzernen stark verdünnt bereit gestellt. Dadurch ist die Behandlung sehr sicher.

Es kann zur Behandlung folgender Erkrankungen zum Einsatz kommen:

Anwendungsbereich Nähere Informationen Mindestabstand zwischen Behandlungen
Muskelkrämpfe 1.    Anhaltende Muskelkrämpfe im Nacken und in den Schultern einer erwachsenen Patient:in
2.    Anhaltende Muskelkrämpfe im Augenlid und im Gesicht einer erwachsenen Patient:in
3.    Anhaltende Muskelkrämpfe im Hand- oder Fußgelenk einer erwachsenen Schlaganfall-Patient:in
4.    Anhaltende Muskelkrämpfe im Fußgelenk und Fuß bei Kindern (bei durch Hirnschäden verursachten Bewegungsstörungen)
  1. 10 Wochen
  2. 3 Monate bei Muskelkrämpfen des Auges

  3. 12 Wochen

  4. 12 Wochen
Chronische Migräne Bei (erwachsenen) Betroffenen einer chronischen Migräne, die auf andere präventive Arzneimittel nicht ausreichend angesprochen haben, wird Botox zur Linderung der Symptome eingesetzt. 12 Wochen
Starke Achsel-schweißbildung Tief in die Haut injiziert, wirkt Botox auf die Schweißdrüsen, um starke Achselschweißbildung zu reduzieren. 16 Wochen
Harninkontinenz Um "Blasenschwäche" zu verringern, wird Botox in die Blasenwand injiziert. Dadurch wirkt es auf den Blasenmuskel und kann bei folgenden Erkrankungen helfen:
1.    Überaktive Blase mit Harninkontinenz (bei plötzlichem Drang, die Blase zu entleeren und übermäßig häufigen Toilettengängen)
2.    Harninkontinenz (bei Blasenprobleme in Zusammenhang mit Multipler Sklerose oder Rückenmarksverletzungen)
  1. 3 Monate
  2. 3 Monate

Wie bei allen Arzneimitteln kann es auch bei der Botox-Behandlung zu Nebenwirkungen kommen, die aber nicht auftreten müssen. Prinzipiell können sich Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage nach der Injektion zeigen und meist sind sie nur vorübergehend. Jedoch können sie auch (in seltenen Fällen) mehrere Monate oder länger andauern. Sollten Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärzt:in. 

Je nach Anwendungsbereich bzw. Körperteil, in das Botox injiziert wurde, können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Häufig sind:

  • Bei Injektionen in Nacken und Schultern: z.B. Schluckbeschwerden, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Schwellung und Reizung in der Nase, Husten, Halsschmerzen, Reizung im Hals, Schwindel, erhöhte Muskelspannung (Krämpfe), Schläfrigkeit, Schwächegefühl, Kopfschmerzen, grippeähnliche Erkrankung
  • Bei Injektionen ins Augenlid und ins Gesicht: z.B. Herabhängen des Augenlids, Schädigungen der Hornhaut, Probleme das Auge ganz zu schließen, trockene Augen, Augenreizung, tränende Augen, Blutergüsse unter der Haut, Hautreizung, Gesichtsschwellung
  • Bei Injektionen ins Hand- oder Fußgelenk einer Schlaganfall-Patient:in: z.B. Schmerzen in Hand und Finger, Gelenkschmerzen oder -entzündung, Schwellung der Extremitäten wie Hände, Füße, Muskelschwäche, steife oder schmerzende Muskeln, Ausschlag, Müdigkeit
  • Bei Injektionen ins Fußgelenk oder im Fuß bei Kindern: z.B. Ausschlag, Probleme beim Gehen, Bänderriss oder -dehnung, Schmerzen an der Injektionsstelle, Muskelschwäche
  • Bei Injektionen in den Kopf und in den Nacken: z.B. Kopfschmerzen, Verschlimmerung der Migräne, Schwäche der Gesichtsmuskeln, Herabhängen des Augenlids, Ausschlag, Juckreiz, Nackenschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schluckbeschwerden, Hautschmerzen, Kieferschmerzen
  • Bei Injektionen in die Blasenwand: z.B. Harnwegsinfekt, Schmerzen beim Harnlassen, Bakterien im Urin, Unfähigkeit die Blase zu entleeren, unvollständige Blasenentleerung, häufiges Harnlassen, Schmerzen in der Harnröhre, Unterleibsschmerzen
  • Bei Injektionen bei starker Achselschweißbildung: Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Missempfindungen wie Taubheit oder Kribbeln, Hitzewallungen, anormaler Hautgeruch, Juckreiz, Knoten unter der Haut, Reaktionen und Schwellungen, allgemeines Schwächegefühl

Vorsicht bei Überdosierung

Wurde Botox zu oft oder in zu hoher Dosis injiziert, können Nebenwirkungen auftreten. Kontaktieren Sie umgehend Ihre Ärzt:in. Es kann aber auch sein, dass sich das Toxin ausbreitet und der Körper beginnt, Antikörper zu bilden, die die Wirkung des Toxins vermindern können.

Nicht angewendet werden darf Botulinumtoxin bei:

  • Einer Allergie oder überempfindliche Reaktionen auf Bestandteile des Arzneimittels
  • Einer Infektion an der vorgesehenen Infektionsstelle
  • Einem akuten Harnwegsinfekt oder wenn die Patient:in plötzlich nicht mehr in der Lage ist, die Blase zu entleeren
  • Patientinnen während Schwangerschaft und Stillzeit
  • Patient:innen, die Gerinnungshemmer einnehmen oder unter Blutgerinnungsstörungen leiden (je nach Indikation und anatomischer Gegebenheit, relative Kontraindikation)

Botox ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Die Kosten für eine Botox-Therapie variieren und betragen pro Sitzung meist etwa 200-500 € und bis zu 600 € oder mehr bei großflächigen Behandlungen. Je nach Indikation kann, bei einer schwerwiegenden medizinischen Diagnose, auch eine Kostenübernahme oder chefärztliche Bewilligung durch die Krankenkasse erfolgen. 


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