Speiseröhrenkrebs ist eine eher seltene Form der Krebserkrankung. In Österreich erkranken rund 300 Personen pro Jahr an Speiseröhrenkrebs. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Chronisches Sodbrennen, Rauchen und Alkohol zählen zu den größten Risikofaktoren.
Die anatomische Nähe der Speiseröhre zum Bronchialsystem und der Lunge kann eine Therapie mitunter erschweren, meist ist eine enge Zusammenarbeit von Ärzt:innen aus verschiedenen Fachgebieten notwendig. Die Prognose ist häufig ungünstig, da sich Speiseröhrenkrebs oft erst zu einem späten Zeitpunkt bemerkbar macht, jedoch hat sich die Überlebensrate durch verbesserte medizinische Therapien erhöht. Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser stehen in der Regel die Heilungschancen.
Zusammenfassung
- Speiseröhrenkrebs tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen und zeigt zunächst oft kaum Symptome.
- Alkohol und Nikotin sowie langjähriger Reflux und Barrett-Ösophagus zählen zu den häufigsten Ursachen für Speiseröhrenkrebs.
- Es wird zwischen zwei Formen unterschieden: Plattenepithelkarzinom und Adenokarzinom.
- Eine Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Biopsie im Rahmen einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm.
- Die Therapie erfolgt je nach Stadium, u.a. durch Operation, Chemotherapie oder Radiochemotherapie (eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie je nach histologischen Typ).
Speiseröhrenkrebs im Überblick
| Art | Bösartige Tumorerkrankung (Krebs) |
|---|---|
| Risikofaktoren | u.a. Reflux (chronisches Sodbrennen), Rauchen, Alkohol, Adipositas (Fettleibigkeit), männliches Geschlecht |
| Übertragung | Nicht übertragbar |
| Symptome | u.a. Schluckbeschwerden (Dysphagie), auffällige Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, häufiges Erbrechen |
| Diagnose | Endosonographie, CT, Magenspiegelung (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie), Biopsie |
| Behandlung | je nach Stadium u.a. Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Schmerztherapie |
FAQ (Häufige Fragen)
Was sind erste Anzeichen für Speiseröhrenkrebs?
Meist wird Speiseröhrenkrebs erst spät entdeckt, da er zunächst keine bis wenige Beschwerden verursacht. Auffällig sind Schluckbeschwerden, die zunächst nur bei fester Nahrung auftreten, später auch bei Flüssigkeiten sowie Gewichtsverlust.
Wie testet man auf Speiseröhrenkrebs?
Eine Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Biopsie im Rahmen einer Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm.
Wie hoch sind die Heilungschancen bei Speiseröhrenkrebs?
Generell ist die Prognose eher schlecht, da Speiseröhrenkrebs meist spät erkannt wird und sich der Tumor in vielen Fällen früh über das Lymph- und Blutsystem ausbreitet. Je früher der Tumor erkannt wird, desto besser stehen in der Regel die Heilungschancen.
Speiseröhrenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die sich an der Schleimhaut der Speiseröhre, die den Rachen mit dem Magen verbindet, entwickelt.
Je nachdem, aus welchem Gewebe der Tumor entsteht, unterscheidet man zwei Formen:
- Plattenepithelkarzinom entwickelt sich aus Zellen der Speiseröhrenschleimhaut und tritt im oberen und mittleren Abschnitt häufiger auf.
- Adenokarzinom entsteht überwiegend durch jahrelanges Sodbrennen, wodurch sich drüsige Schleimhautzellen verändern. Auch Rauchen erhöht das Risiko. Diese Form tritt im unteren Abschnitt und am Magenübergang häufiger auf.
Das Spindelzellkarzinom, verruköses Karzinom, Pseudosarkom, mukoepidermoides Karzinom oder das adenosquamöse Karzinom zählt zu den selteneren Arten.
Weiters wird unterschieden, in welcher Form die Tumorerkrankung auftritt, etwa als:
- Verengung (Striktur)
- Knoten
- Flache Stelle (Plaque)
- Fistel (abnorme Verbindung zwischen Speiseröhre und Atemwegen)
Generell ist die Prognose eher schlecht, da Speiseröhrenkrebs meist spät erkannt wird und sich der Tumor in vielen Fällen früh über das Lymph- und Blutsystem ausbreitet.
Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, jedoch gibt es Faktoren, die das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, erhöhen:
- Langjähriger und intensiver Konsum von Nikotin
- Langjähriger und intensiver Konsum von Alkohol
- Übergewicht
- Chronischer Reflux (Sodbrennen)
- Achalasie (chronische Beweglichkeitsstörung der Speiseröhre)
- Barrett-Ösophagus (chronische Gewebeveränderung der unteren Speiseröhre als Folge eines Refluxes)
- Frühere Strahlentherapie im Bereich des Halses oder Brustkorbs
- Verätzung der Speiseröhre durch Lauge
- Fortgeschrittenes Alter
- Männliches Geschlecht
Während Alkohol und Nikotin eher ein Plattenepithelkarzinom verursachen, ist langjähriges Sodbrennen eher für ein Adenokarzinom verantwortlich.
Meist wird Speiseröhrenkrebs erst spät entdeckt, da er zunächst keine bis wenige Beschwerden verursacht. Auffällig sind Schluckbeschwerden, die zunächst nur bei fester Nahrung auftreten, später auch bei Flüssigkeiten, sowie Gewichtsverlust.
Zu den häufigsten Beschwerden zählen u.a.:
- Schluckprobleme, Schmerzen beim Schlucken (Dysphagie)
- Gewichtsabnahme trotz Appetit
- Sodbrennen, Reflux
- Erbrechen, Völlegefühl
- Mundgeruch
- Appetitlosigkeit
- Heiserkeit
- Häufiger Schluckauf
- Husten, "Verschlucken" (Aspiration)
- Blutungen
- Brustschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen
- Schmerzen hinter dem Brustbein
- Eisenmangel
Metastasen treten meist in Lunge und Leber sowie den umliegenden Lymphknoten auf.
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Bei Beschwerden ist die Ärzt:in für Allgemeinmedizin die erste Ansprechpartner:in. Besteht nach einem umfassenden Ärzt:in-Patient:innen-Gespräch (Anamnese) Verdacht auf Speiseröhrenkrebs bzw. Probleme mit der Speiseröhre, wird dieser an eine Fachärzt:in für Gastroenterologie verweisen.
Im Rahmen einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, bei der eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm erfolgt, können Veränderungen der Schleimhaut erkannt und Gewebeproben (Biopsie) entnommen werden.
Die Gewebeprobe wird anschließend im Labor untersucht – sollte ein Tumor diagnostiziert werden, folgen weitere Untersuchungen, um Stadium und Ausmaß feststellen zu können (Staging).
Mögliche weiterführende Untersuchungen können u.a. sein:
- Endosonographie (Ultraschalluntersuchung mittels einer Sonde, die über den Mund eingeführt wird)
- Computertomographie (CT) von Brustkorb (Thorax), Bauchraum (Abdomen) und Becken
- bei Bedarf: PET-CT (Positronen-Emissions-Tomographie in Kombination mit CT)
- Bluttests inkl. Elektrolyte und Leberparameter
Sollte sich der Tumor bereits in die Atemwege ausgebreitet haben, ist auch eine Bronchoskopie notwendig.
Meist wird bei Speiseröhrenkrebs ein optimaler Therapieplan von einem Tumorboard zusammengestellt, das aus einem interdisziplinären und multiprofessionellen Team aus Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen besteht.
Je nach Stadium und ob bereits Metastasen gebildet wurden, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage, die bei Bedarf auch miteinander kombiniert werden können:
- Endoskopische Resektion: bei frühen, oberflächlichen Tumoren, unter Einsatz von computergestützten digitalen Verfahren oder Chromendoskopie (erweiterte Variante der Endoskopie, bei der verdächtiges Gewebe mit bioverträglichen Farbstoffen sichtbar gemacht wird)
- Operation: Wenn möglich wird diese minimal-invasiv durchgeführt ("Schlüsselloch-Technik"), es kann aber auch eine teilweise Entfernung der Speiseröhre (Ösophagusresektion) notwendig sein, bei der das befallene Gewebe entfernt wird
- Chemotherapie
- Bestrahlung
- Radiofrequenzablation: bei flachen, oberflächigen Adenokarzinomen
- Immuntherapie: Medikamente regen das Immunsystem dazu an, den Tumor zu bekämpfen
- Photodynamische Therapie: Verabreichtes Farbmittel macht den Tumor sichtbar und ein Laser kann das Krebsgewebe zerstören
Weitere Maßnahmen zur Behandlung und Begleitung:
- Ernährungstherapie bzw. Diätberatung bei Mangelerscheinungen aufgrund unzureichender Ernährung
- Ernährungsmedizinische Versorgung über eine Sonde, wenn keine Nahrung über den Mund aufgenommen werden kann
- Schmerz- und Symptomlinderung
Schluckbeschwerden können durch das Setzen eines Stents gelindert werden, wodurch der verengte Bereich der Speiseröhre gedehnt und eine Nahrungsaufnahme wieder möglich wird.
Während und nach einer Therapie ist eine gute Nachsorge, u.a. mit Diätberatung und bei Bedarf auch eine Veränderung des Lebensstils notwendig. Ernährung und Mobilisierung bzw. körperliche Aktivität zählen dabei zu den Schlüsselfaktoren.
Bei Speiseröhrenkrebs im Endstadium erfolgt eine palliative Therapie mit dem Ziel, die Überlebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten, sowie eine psychologische Begleitung.
Explizite Vorbeugungsmaßnahmen gibt es derzeit nicht. Allgemein empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung bestehend aus viel Gemüse, Obst und Ballaststoffen sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin.
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- Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie: Ösophaguskarzinom – Speiseröhrenkrebs (letzter Zugriff: 8. Juni 2026)
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Speiseröhrenkrebs: Risikofaktoren & Symptome (letzter Zugriff: 8. Juni 2026)
- AWMF Online: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Plattenepithelkarzinome und Adenkarzinome des Ösophagus (letzter Zugriff: 8. Juni 2026)