Ungefähr ein Drittel der Betroffenen leidet in den Wechseljahren unter starken Beschwerden. Typische Symptome lassen sich auf vielfältige Weise gut bewältigen – sowohl mithilfe der Medizin, aber auch mit persönlichen Strategien. Welche Methode am geeignetsten ist, hängt von den individuellen Symptomen, der medizinischen Vorgeschichte sowie persönlichen Präferenzen ab.
Zusammenfassung
- Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich typische Beschwerden in der Menopause gut bewältigen lassen.
- Die Hormontherapie (HRT) stellt die effektivste Methode der Behandlung dar, die sowohl Vorteile als auch Risiken mit sich bringt. Ob sie in Frage kommt, ist individuell zu entscheiden.
- Neben der Hormontherapie kommen auch nicht-hormonelle Wirkstoffe sowie Phytotherapie zur Behandlung zum Einsatz.
- Auch ein gesunder Lebensstil kann zur Linderung der Symptome beitragen. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Betätigung wirken sich oft positiv aus.
FAQ (Häufige Fragen)
Ist eine Hormontherapie in den Wechseljahren sinnvoll?
Ob eine Hormontherapie durchgeführt werden soll, ist eine individuelle Entscheidung. Jede Hormontherapie sollte jedenfalls so niedrig dosiert wie möglich und so lange wie medizinisch sinnvoll erfolgen – mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen.
Welche Hormontherapie ist die beste für die Wechseljahre?
Am gebräuchlichsten sind Kombinationstherapien, bei der beide Hormone (Östrogene und Gestagene) kombiniert verabreicht werden. Zunehmend kommt heute bioidentisches Progesteron als Gestagen in einer Kombinationstherapie zum Einsatz. Sie werden aus Pflanzenstoffen (z.B. der Yamswurzel) hergestellt, entsprechen chemisch den körpereigenen Hormonen und sind daher meist besser verträglich.
Was sollte eine Frau in den Wechseljahren essen?
Um eine Gewichtszunahme zu vermeiden, sollten Sie Kohlenhydrate mit Bedacht auswählen. Günstig ist es, auf Zucker zu verzichten, auf eine leichte Kost zu achten bzw auf eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornbrot, mageres Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse umzusteigen. Kaffee, Schwarztee sowie stark gewürzte Speisen sollte man eher meiden, da sie Hitzewallungen begünstigen können. Auch Nikotin und Alkohol irritieren den Temperaturregler.
Eine mögliche Behandlungsoption bei Wechseljahresbeschwerden bietet die Hormontherapie (HRT). In Studien wurde wiederholt festgestellt, dass sie die effektivste Methode zur Behandlung darstellt. Häufige Beschwerdebilder können verbessert werden. Zu beachten ist: Sie kann Symptome verringern, die Wechseljahre aber nicht hinauszögern.
Es gibt viele Hormonpräparate, die unterschiedlich wirken. Sie unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Wirkstoffe:
- Es gibt Monotherapien, die ausschließlich Östrogene oder Gestagene enthalten. Eine Östrogen Monotherapie wird bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, gerne empfohlen.
- Am gebräuchlichsten sind Kombinationstherapien, bei der beide Hormone kombiniert verabreicht werden. Zunehmend kommt heute bioidentisches Progesteron als Gestagen in einer Kombinationstherapie zum Einsatz. Sie werden aus Pflanzenstoffen (z.B. der Yamswurzel) hergestellt, entsprechen chemisch den körpereigenen Hormonen und sind daher meist besser verträglich.
Die Hormonpräparate sind üblicherweise erhältlich als:
- Pflaster, Spray oder Gel zum Auftragen auf die Haut
- Tabletten oder Kapseln zum Schlucken
- Spritzen
- Creme, Zäpfchen oder Ring zum Einführen in die Scheide
Zu Art und Dauer der Therapie ist festzuhalten: Jede Hormontherapie sollte so niedrig dosiert wie möglich und so lange wie medizinisch sinnvoll erfolgen – mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen.
Ob eine Hormontherapie durchgeführt werden soll, ist eine individuelle Entscheidung, denn die Behandlung hat sowohl Vorteile wie auch Risiken.
| Vorteile | Risiken |
|---|---|
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Bezüglich der Risikoeinschätzung ist festzuhalten: Während der menopausalen Hormonsubstitution in den vergangenen Jahrzehnten deutlich erhöhte Risiken zugeschrieben wurden, zeigen aktuelle wissenschaftliche Daten, dass diese Risiken überschätzt wurden. Die Food and Drug Administration (FDA) beschloss im November letzten Jahres (2025), dass die "Blackbox"-Warnhinweise auf östrogenhaltigen Hormontherapien (HRT) entfernt werden. Seit 2003 musste eine solche Warnung auf den Produktinformationen enthalten sein.
Zudem gibt es neue Darreichungsformen von Östrogenen über die Haut (z.B. als Spray, Pflaster oder Gel). Sie haben keinen relevanten Einfluss auf das Thromboserisiko, weshalb sie bevorzugt bei vorhandenen Risikofaktoren eingesetzt werden.
Bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen sowie damit zusammenhängenden Schlafproblemen gewinnen Neurokinin-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Fezolinetant und Elinzanetant) zunehmend an Bedeutung. Sie adressieren direkt den Schaltkreis im Gehirn, der für die Thermoregulation verantwortlich ist. Die Wirkstoffe wurden in den letzten Jahren zur Behandlung von vasomotorischen Symptomen im Zusammenhang mit den Wechseljahren in der EU zugelassen.
Mehr zum Thema: Wechseljahre » Verlauf und häufige Beschwerden
Für Frauen, die keine Hormone nehmen wollen, haben sich auch pflanzliche Mittel bewährt. Je nach Art der Beschwerden kommen unterschiedliche Pflanzen zum Einsatz (wie z.B. Salbei bei Hitzewallungen oder Baldrian bei Schlafproblemen), die sich auch in ihren Anwendungsmöglichkeiten unterscheiden (z.b. als Tees, Nahrungsergänzungsmittel oder als Bäder).
Wussten Sie, dass... ?
...bestimmte Pflanzen den Hormonhaushalt positiv beeinflussen und Schmerzen lindern können? Vor allem Kräuter wie Kamille, Yamswurzel, Schafgarbe, Mönchspfeffer, Frauenmantel oder Johanneskraut werden häufig genutzt. Erfahren Sie mehr über Phytotherapie im Wechsel!
Die Wechseljahre kann man zwar nicht hinauszögern, doch kann ein gesunder Lebensstil den Eintritt sowie den Verlauf positiv beeinflussen. Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die regelmäßig Sport betreiben, sich gesund ernähren, nicht rauchen und auf Alkohol verzichten um bis zu 2 Jahre später in die Wechseljahre kommen als Frauen, die einen ungesunden Lebensstil haben.
Ernährung im Wechsel
Um eine Gewichtszunahme zu vermeiden, sollten Sie Kohlenhydrate mit Bedacht auswählen. Mit zunehmend sinkendem Östrogenspiegel steigt der Insulinspiegel, damit werden Kohlenhydrate rascher als Depotfett gespeichert als in jüngeren Jahren. Günstig ist es daher, auf Zucker zu verzichten, auf eine leichte Kost zu achten bzw auf eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornbrot, mageres Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse umzusteigen. Kaffee, Schwarztee sowie stark gewürzte Speisen sollte man eher meiden, da sie Hitzewallungen begünstigen können. Auch Nikotin und Alkohol irritieren den Temperaturregler.
Pflanzliche Ernährung, die reich an Phytoöstrogenen ist, kann zwar den Hormonverlust nicht wettmachen, doch in gewissem Ausmaß die Auswirkungen davon günstig beeinflussen. Sie sind reichlich z.B. in Soja, Papayas oder Bockshornklee enthalten. Phytoöstrogene, wie sie z.B. in Sojabohnen und Tofu enthalten sind, können die Beschwerden mildern. Isoflavone zählen ebenfalls zu den Phytoöstrogenen, hier ist vor allem Rotklee eine gute Quelle, um das Östrogendefizit pflanzlich auszugleichen.
Folgende Lebensmittel und Inhaltsstoffe wirken sich gerade auch im Wechsel positiv aus:
| Omega‐3‐Fettsäuren: | Sie sind wichtig für das Gehirn und tragen zur gesunden Funktion des Herzens bei, Omega-3-Fettsäuren regulieren die Blutfettwerte. |
|---|---|
| Ginseng: | Er unterstützt die Konzentration und Leistungsfähigkeit. |
| Knoblauch: | Er beeinflusst den Cholesterinspiegel und die Blutfette positiv. |
| Kräuter statt Salz: | Zu viel Salz ist schädlich, Kräuter hingegen enthalten Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. |
| Olivenöl: | Es verbessert den Cholesterinwert, das Pflanzenfett erhöht das gute HDL‐ und senkt schädliches LDL‐Cholesterin. |
| Tomaten: | Sie bergen den Radikalfänger Lycopin, ihm werden krebsschützende Eigenschaften nachgesagt. |
| Leinsamen: | Eine Leinsamenkur kann bei Scheidentrockenheit helfen, da sie Lignane und Phytohormone enthalten, die (ähnlich wie Östrogen) die Schleimproduktion anregen. |
Regelmäßige Bewegung
Vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Rudern und Radfahren sind in den Wechseljahren und danach besonders geeignet, den Sauerstoffaustausch in den Zellen anzukurbeln. Ideal ist es, zusätzlich 2 bis 3 Mal in der Woche die Muskeln gezielt zu trainieren. Schwimmen schont die Gelenke und Tanzen reduziert auf vielfache Weise altersbedingte Probleme. Es kurbelt die Gehirntätigkeit an und wirkt Stress entgegen.
TCM und Entspannung
Auch die TCM bietet gute Möglichkeiten, um Beschwerden zu verhindern, hier hat vor allem die Akupunktur gute Ergebnisse gezeigt. Eine Besserung der Beschwerden bringen auch Entspannungsübungen in Form von Yoga und Pilates.
Wechselduschen bei Hitzewallungen
Machen Ihnen Hitzewallungen zu schaffen, empfiehlt es sich, mit Wechselduschen in den Tag zu starten: Dabei löst das kalte Wasser einen Temperaturreiz aus, wodurch die Gefäße trainiert werden und die Wärmeregulation verbessert wird. Dazu beginnt man die Dusche mit warmen Wasser und stellt dann auf kühleres Wasser um. Ist Ihnen dieser Schritt zu heftig, reicht es auch, die Beine kalt abzuduschen.
Mehr zum Thema: TCM in den Wechseljahren » Bei welchen Beschwerden nützt die Therapie?
- AOK Gesundheitsmagazin: Hormone in den Wechseljahren (07.05.2026)
- AWMF Leitlinie S3 Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen (07.05.2026)
- USZ Universitätsspital Zürich: Wechseljahresbeschwerden (07.05.2026)
- Pharmazeutische Zeitung: Hormonersatztherapie raus aus der Black Box (07.05.2026)
- Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie: Weniger Menopausenbeschwerden durch Fezolinetant (07.05.2026)
- Österreichische Apothekerkammer: Die besten Hausmittel gegen die 4 häufigsten Wechselbeschwerden (07.05.2026)
- The Menopause Society: The Menopause Society Comments on the FDA Announcement on Hormone Therapy (03.06.2026)
- Deutsches Ärzteblatt: „Die ‚Blackbox‘-Warnhinweise waren von Beginn an übertrieben“ (03.06.2026)